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krankheiten:schnupfen

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krankheiten:schnupfen [2025/10/04 21:36] – [Erreger] kathrinkrankheiten:schnupfen [2025/12/04 22:33] (aktuell) – [Erreger] kathrin
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 ===== Erreger ===== ===== Erreger =====
-Aus den 1920er Jahren existieren zahlreiche Untersuchungsergebnisse von Instituten, die sich mit der Rhinitis und in diesem Zusammenhang auch mit der Otitis beschäftigten. In einer Kaninchenkolonie des Rockefeller Instituts wurden z. B. 100 zufällig ausgewählte Tiere in Bezug auf Atemwegserkrankungen klinisch, anatomisch und bakteriologisch untersucht((Webster, L. T. 1926a. Epidemiological Studies on Respiratory Infections of the Rabbit: VII. Pneumonias assciated with Bacterium Lepisepticum. The Journal of Experimental Medicine, 43(4), 555))58 Tiere litten an Schnupfen, 42 Tiere waren frei davon. //Pasteurella multocida// war der vorherrschende Organismus in der Nasenflora von 55 der 58 Kaninchen mit Schnupfen. Dieser Organismus wurde auch aus den Nasengängen von acht gesunden Kaninchen kultiviert. //Bordetella bronchiseptica// war in der Nasenflora von acht Kaninchen mit Schnupfen assoziiert und wurde auch aus den Nasenlöchern von zweiundzwanzig gesunden Kaninchen detektiert. Fünfzehn gesunde Kaninchen wiesen weder //P. multocida// noch //B. bronchiseptica// auf.+Aus den 1920er Jahren existieren zahlreiche Untersuchungsergebnisse von Instituten, die sich mit der Rhinitis und in diesem Zusammenhang auch mit der Otitis beschäftigten. In einer Kaninchenkolonie des [[studien:jackson|Rockefeller Instituts]] wurden z. B. 100 zufällig ausgewählte Tiere in Bezug auf Atemwegserkrankungen klinisch, anatomisch und bakteriologisch untersucht.((Webster, L. T. 1926a. Epidemiological Studies on Respiratory Infections of the Rabbit: VII. Pneumonias assciated with Bacterium Lepisepticum. The Journal of Experimental Medicine, 43(4), 555.)) 58 Tiere litten an Schnupfen, 42 Tiere waren frei davon. //Pasteurella multocida// war der vorherrschende Organismus in der Nasenflora von 55 der 58 Kaninchen mit Schnupfen. Dieser Organismus wurde auch aus den Nasengängen von acht gesunden Kaninchen kultiviert. //Bordetella bronchiseptica// war in der Nasenflora von acht Kaninchen mit Schnupfen assoziiert und wurde auch aus den Nasenlöchern von zweiundzwanzig gesunden Kaninchen detektiert. Fünfzehn gesunde Kaninchen wiesen weder //P. multocida// noch //B. bronchiseptica// auf.
  
-In einer weiteren Arbeit identifizierten Webster, 1924b((Webster, L. T. 1926b. Epidemiological Studies on Respiratory Infections of the Rabbit: VIII. Carriers of Bacterium Lepisepticum. The Journal of Experimental Medicine, 43(4), 573)) in den Nasengängen aller Tiere, die an klinischem Schnupfen litten, die folgenden, möglichen Erreger und die Häufigkeit ihres Nachweises:+In einer weiteren Arbeit identifizierten Webster, 1926b((Webster, L. T. 1926b. Epidemiological Studies on Respiratory Infections of the Rabbit: VIII. Carriers of Bacterium Lepisepticum. The Journal of Experimental Medicine, 43(4), 573.)) in den Nasengängen aller Tiere, die an klinischem Schnupfen litten, die folgenden, möglichen Erreger und die Häufigkeit ihres Nachweises:
   * 80% //Moraxella catarrhalis//-Gruppe (aerobe, gramnegative Bakterien),   * 80% //Moraxella catarrhalis//-Gruppe (aerobe, gramnegative Bakterien),
   * 70% //Pasteurella multocida//, (gramnegatives, fakultativ anaerobes, unbewegliches Bakterium),   * 70% //Pasteurella multocida//, (gramnegatives, fakultativ anaerobes, unbewegliches Bakterium),
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 Festgestellt wurde, dass die verschiedenen Bakterien allgemein verbreitet waren, ohne Septikämie oder Lungenentzündungen zu verursachen, aber dennoch Schnupfen bei einer bestimmten Zahl von Tieren auslösten. Allen Tieren, bei denen spontan Schnupfen auftrat war gemeinsam, dass zuvor bei ihnen //P. multocida// nachgewiesen wurde. Auf Grund der Virulenz konnte die untersuchte Population hinsichtlich ihrer Resistenz gegen die //P. multocida//-Stämme in 3 Gruppen eingeteilt werden: Festgestellt wurde, dass die verschiedenen Bakterien allgemein verbreitet waren, ohne Septikämie oder Lungenentzündungen zu verursachen, aber dennoch Schnupfen bei einer bestimmten Zahl von Tieren auslösten. Allen Tieren, bei denen spontan Schnupfen auftrat war gemeinsam, dass zuvor bei ihnen //P. multocida// nachgewiesen wurde. Auf Grund der Virulenz konnte die untersuchte Population hinsichtlich ihrer Resistenz gegen die //P. multocida//-Stämme in 3 Gruppen eingeteilt werden:
-  - 20%, ohne //P. multocida// +  - 20%, ohne //P. multocida//; 
-  - 40% mit //P. multocida//, aber ohne Schnupfenerkrankung+  - 40% mit //P. multocida//, aber ohne Schnupfenerkrankung;
   - 40% mit //P. multocida// und Schnupfenerkrankung.   - 40% mit //P. multocida// und Schnupfenerkrankung.
  
-In einer Forschungseinrichtung wurden von Snyder et al, 1973((Snyder. S. B.; Fox, J. G.; Soave, O. A. 1973. Subclinical Otitis media associated with Pasteurella Multocida Infections in New Zealand White Rabbits (Oryctolagus cuniculus). Laboratory animal science 23/2. 270-272)) in einem Zeitraum von 12 Monaten die Trommelfelle von 32 **Weißen Neuseeländerkaninchen** untersucht, die zum Zeitpunkt des Todes Anzeichen einer Infektion der oberen Atemwege aufwiesen, welche auf eine Pasteurellose hindeuten. Eines der 32 Kaninchen wies einen Schiefhals auf. Die anderen 31 Kaninchen wiesen keine Anzeichen einer Mittel- oder Innenohrentzündung auf. Bei 27 Kaninchen war eine leichte bis mittelschwere Ansammlung von gelbem, verkrustetem Exsudat um die Nasenlöcher vorhanden, und bei 4 Kaninchen war das Haar um die Nase mit einem blutigen Ausfluss verfärbt. Die Trommelfelle von 11 Kaninchen waren mit einem weißen, cremigen Exsudat gefüllt. In 9 dieser Fälle war das Trommelfell beidseitig betroffen, in 2 Fällen einseitig. Bei dem Kaninchen mit Torticollis waren beide Bullae mit Exsudat gefüllt. P. multocida wurde aus dem Exsudat in der Paukenhöhle aller 11 Kaninchen isoliert. In 8 dieser Fälle wurde wurden zusätzliche Bakterien aus der Paukenhöhle isoliert. //Staphylococcus albus// wurde von 1 Kaninchen isoliert, einige Kolonien von //Escherichia coli// wurden von 1 Kaninchen gewonnen, und 18 Kolonien von //B. bronchiseptica// wurden aus dem Exsudat von 1 Kaninchen isoliert. Bei 2 Kaninchen wurde eine externe Otitis mit //Staphylococcus aureus// festgestellt. Drei der Kaninchen mit inapparenten (nicht sichtbaren) Mittelohrentzündungen starben an einer Pasteurella-Pneumonie. Es wurde festgestellt, dass bei einer enzootischen Pasteurellose der Kaninchen eine subklinische Otitis media auftreten kann. Die Häufigkeit von Mittelohrentzündungen bei Tieren, die //P. multocida// in ihrer Flora der oberen Atemwege tragen, ist nicht bekannt, aber die Ergebnisse dieser Untersuchung deuteten darauf hin, dass eine inapparente [[krankheiten:ohrerkrankungen|Otitis media]] bei einigen Kaninchen mit dieser Infektion relativ häufig vorkommen kann. +In einer Forschungseinrichtung wurden von Snyder //et al//., 1973((Snyder. S. B.; Fox, J. G.; Soave, O. A. 1973. Subclinical Otitis media associated with Pasteurella Multocida Infections in New Zealand White Rabbits (Oryctolagus cuniculus). Laboratory animal science 23/2. 270-272.)) in einem Zeitraum von 12 Monaten die Trommelfelle von 32 **Weißen Neuseeländerkaninchen** untersucht, die zum Zeitpunkt des Todes Anzeichen einer Infektion der oberen Atemwege aufwiesen, welche auf eine Pasteurellose hindeuten. Eines der 32 Kaninchen wies einen Schiefhals auf. Die anderen 31 Kaninchen wiesen keine Anzeichen einer Mittel- oder Innenohrentzündung auf. Bei 27 Kaninchen war eine leichte bis mittelschwere Ansammlung von gelbem, verkrustetem Exsudat um die Nasenlöcher vorhanden, und bei 4 Kaninchen war das Haar um die Nase mit einem blutigen Ausfluss verfärbt. Die Trommelfelle von 11 Kaninchen waren mit einem weißen, cremigen Exsudat gefüllt. In 9 dieser Fälle war das Trommelfell beidseitig betroffen, in 2 Fällen einseitig. Bei dem Kaninchen mit Torticollis waren beide Bullae mit Exsudat gefüllt. P. multocida wurde aus dem Exsudat in der Paukenhöhle aller 11 Kaninchen isoliert. In 8 dieser Fälle wurde wurden zusätzliche Bakterien aus der Paukenhöhle isoliert. //Staphylococcus albus// wurde von 1 Kaninchen isoliert, einige Kolonien von //Escherichia coli// wurden von 1 Kaninchen gewonnen, und 18 Kolonien von //B. bronchiseptica// wurden aus dem Exsudat von 1 Kaninchen isoliert. Bei 2 Kaninchen wurde eine externe Otitis mit //Staphylococcus aureus// festgestellt. Drei der Kaninchen mit inapparenten (nicht sichtbaren) Mittelohrentzündungen starben an einer Pasteurella-Pneumonie. Es wurde festgestellt, dass bei einer enzootischen Pasteurellose der Kaninchen eine subklinische Otitis media auftreten kann. Die Häufigkeit von Mittelohrentzündungen bei Tieren, die //P. multocida// in ihrer Flora der oberen Atemwege tragen, ist nicht bekannt, aber die Ergebnisse dieser Untersuchung deuteten darauf hin, dass eine inapparente [[krankheiten:ohrerkrankungen|Otitis media]] bei einigen Kaninchen mit dieser Infektion relativ häufig vorkommen kann. 
  
-Deeb, 2004((Deeb, B. J. 2004. Respiratory disease and pasteurellosis. In: Quesenberry, K. E.; Carpenter, J. W. (Ed.). Ferrets, Rabbits, and Rodents. ISBN 978-0-7216-9377-4. pp 172-182)) führte als Erreger, die Atemwegserkrankungen hervorrufen können //P. multocida//, //B. bronchiseptica//, Staphylokokken-, Pseudomona-Spezies und andere Bakterien sowie virale Erreger auf.+Deeb, 2004((Deeb, B. J. 2004. Respiratory disease and pasteurellosis. In: Quesenberry, K. E.; Carpenter, J. W. (Ed.). Ferrets, Rabbits, and Rodents. ISBN 978-0-7216-9377-4. pp 172-182.)) führte als Erreger, die Atemwegserkrankungen hervorrufen können //P. multocida//, //B. bronchiseptica//, Staphylokokken-, Pseudomona-Spezies und andere Bakterien sowie virale Erreger auf. (siehe auch Deeb //et al//., 1990((Deeb, B. J., DiGiacomo, R. F., Bernard, B. L., & Silbernagel, S. M. 1990. Pasteurella multocida and Bordetella bronchiseptica infections in rabbits. Journal of Clinical Microbiology, 28(1), 70-75.)))
  
-Kötsche & Gottschalk, 1990((Kötsche, W. und Gottschalk, C. 1990. Krankheiten der Kaninchen und Hasen. 4. Aufl. Jena : Fischer. ISBN 3-334-00295-0)) erwähnten zusätzlich zu den bereits genannten Erregern Haemophilus-Arten, die Atemwegserkrankungen verursachen können, Mykoplasmen, (z. B. //Mycoplasma pneumoniae// die bei immungeschwächten Tieren Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen hervorrufen können), Klebsiellen und //Escherichia coli//. Bei klinisch gesunden Kaninchen aus Beständen mit Schnupfen konnten aus Proben der Nase bei 6% der Tiere //P. multocida// und bei 40% //B. bronchiseptica// nachgewiesen werden, bei klinisch kranken Tieren dagegen wiesen 84% Pasteurellen und 40% Bordetellen auf. Der Kapseltyp A von //P. multocida// besaß die größte Bedeutung. Außerdem wurde angenommen, dass ein oder mehrere Virusarten aus der Gruppe der Reo-, Rota- oder Rhinoviren bzw. Mykoplasmen als primäre Erreger der Schnupfenerkrankungen in Frage kommen können.+Kötsche & Gottschalk, 1990((Kötsche, W. und Gottschalk, C. 1990. Krankheiten der Kaninchen und Hasen. 4. Aufl. Jena : Fischer. ISBN 3-334-00295-0.)) erwähnten zusätzlich zu den bereits genannten Erregern Haemophilus-Arten, die Atemwegserkrankungen verursachen können, Mykoplasmen, (z. B. //Mycoplasma pneumoniae// die bei immungeschwächten Tieren Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen hervorrufen können), Klebsiellen und //Escherichia coli//. Bei klinisch gesunden Kaninchen aus Beständen mit Schnupfen konnten aus Proben der Nase bei 6% der Tiere //P. multocida// und bei 40% //B. bronchiseptica// nachgewiesen werden, bei klinisch kranken Tieren dagegen wiesen 84% Pasteurellen und 40% Bordetellen auf. Der Kapseltyp A von //P. multocida// besaß die größte Bedeutung. Außerdem wurde angenommen, dass ein oder mehrere Virusarten aus der Gruppe der Reo-, Rota- oder Rhinoviren bzw. Mykoplasmen als primäre Erreger der Schnupfenerkrankungen in Frage kommen können.
  
-Rougier et al., 2006((Rougier, S., Galland, D., Boucher, S., Boussarie, D., & Vallé, M. 2006. Epidemiology and susceptibility of pathogenic bacteria responsible for upper respiratory tract infections in pet rabbits. Veterinary microbiology, 115(1-3), 192-198)) untersuchten über einen Zeitraum von acht Monaten 121 Heimkaninchen (pet rabbits) im Alter von mehr als zwei Monaten epidemiologisch. Alle Kaninchen wiesen bei Aufnahme in die Studie Nasenausfluss und Niesen auf und hatten in den 30 Tagen vor der Studie keine Antibiotika erhalten. Die wichtigsten isolierten Bakterienstämme waren //P. multocida// (54,8 %), //B. bronchiseptica// (52,2 %), //Pseudomonas spp.// (27,9 %) und //Staphylococcus spp.// (17,4 %). Schnupfen war hauptsächlich auf eine Infektion durch mehrere Bakterien zurückzuführen. Die am häufigsten gefundene Kombination war //P. multocida// und //B. bronchiseptica// (28,9 % der Kaninchen).+Rougier //et al//., 2006((Rougier, S., Galland, D., Boucher, S., Boussarie, D., & Vallé, M. 2006. Epidemiology and susceptibility of pathogenic bacteria responsible for upper respiratory tract infections in pet rabbits. Veterinary microbiology, 115(1-3), 192-198.)) untersuchten über einen Zeitraum von acht Monaten 121 Heimkaninchen (//pet rabbits//) im Alter von mehr als zwei Monaten epidemiologisch. Alle Kaninchen wiesen bei Aufnahme in die Studie Nasenausfluss und Niesen auf und hatten in den 30 Tagen vor der Studie keine Antibiotika erhalten. Die wichtigsten isolierten Bakterienstämme waren //P. multocida// (54,8 %), //B. bronchiseptica// (52,2 %), //Pseudomonas spp.// (27,9 %) und //Staphylococcus spp.// (17,4 %). Schnupfen war hauptsächlich auf eine Infektion durch mehrere Bakterien zurückzuführen. Die am häufigsten gefundene Kombination war //P. multocida// und //B. bronchiseptica// (28,9 % der Kaninchen).
  
-Eine vorbestehende oder gleichzeitige Infektion mit anderen Erregern der Atemwege, insbesondere //B. bronchiseptica// oder //Mannheimia haemolytica//, verstärkt die Besiedlung mit //P. multocida// erheblich und kann zu schweren Erkrankungen führen((Wilson, B. A., & Ho, M. 2013. Pasteurella multocida: from zoonosis to cellular microbiology. Clinical microbiology reviews, 26(3), 631-655)).+Eine vorbestehende oder gleichzeitige Infektion mit anderen Erregern der Atemwege, insbesondere //B. bronchiseptica// oder //Mannheimia haemolytica//, verstärkt die Besiedlung mit //P. multocida// erheblich und kann zu schweren Erkrankungen führen.((Wilson, B. A., & Ho, M. 2013. Pasteurella multocida: from zoonosis to cellular microbiology. Clinical microbiology reviews, 26(3), 631-655.))
  
-In einer Dissertation wurde von Reuschel, 2018((Reuschel, M. 2018. Untersuchungen zur Bildgebung des Kaninchenohres mit besonderer Berücksichtigung der Diagnostik einer Otitis bei unterschiedlichen Kaninchenrassen. Tierärztliche Hochschule Hannover. Dissertation. ISBN 978-3-86345-460-9)) über das Vorkommen von von obligat anaeroben gramnegativen Bakterien in den Ohren erkrankter Widderkaninchen berichtet und vermutet, dass dies auf den "Luftabschluss" in den Ohren von Widderkaninchen zurückzuführen seien. Bei den Erregern handelte es sich um Fusobakterien sowie Mitglieder der Gattung Prevotella als sporenlose, obligate Anaerobier. Beide Erreger kommen natürlicherweise vor allem in der Mundschleimhaut vor und sind an Ober- und Unterkieferabszessen sowie allgemein an [[abszesse|Abszessen]] im Kopfbereich beteiligt.((Meredith, A. 2014. Dermatoses. In: Meredith, A., & Lord, B. (Ed.): BSAVA Manual of Rabbit Medicine. Gloucester : British Small Animal Veterinary Association. 255-263.))((Tyrrell, K. L., Citron, D. M., Jenkins, J. R., & Goldstein, E. J. 2002. Periodontal bacteria in rabbit mandibular and maxillary abscesses. Journal of clinical microbiology, 40(3), 1044-1047.))((Jekl, V., Jeklova, E., Hauptman, K. 2023. Radical debridement guided by advanced imaging and frequent monitoring is an effective approach for the treatment of odontogenic abscesses and jaw osteomyelitis in rabbits: a review of 200 cases (2018–2023). J Am Vet Med Assoc. 2023;261(S2):52–61. doi:10.2460/javma.23.06.0)) Wenn diese Bakterien in der Paukenhöhle (Bulla tympanica) gefunden werden, stammen sie also vermutlich aus dem Maulbereich durch Abszesse in den Kiefern und können über die "Eustachische Röhre" (//Tuba auditiva//) in das Mittelohr gelangt sein.+In einer Dissertation wurde von Reuschel, 2018((Reuschel, M. 2018. Untersuchungen zur Bildgebung des Kaninchenohres mit besonderer Berücksichtigung der Diagnostik einer Otitis bei unterschiedlichen Kaninchenrassen. Tierärztliche Hochschule Hannover. Dissertation. ISBN 978-3-86345-460-9.)) über das Vorkommen von von obligat anaeroben gramnegativen Bakterien in den Ohren erkrankter Widderkaninchen berichtet und vermutet, dass dies auf den "Luftabschluss" in den Ohren von Widderkaninchen zurückzuführen seien. Bei den Erregern handelte es sich um Fusobakterien sowie Mitglieder der Gattung Prevotella als sporenlose, obligate Anaerobier. Beide Erreger kommen natürlicherweise vor allem in der Mundschleimhaut vor und sind an Ober- und Unterkieferabszessen sowie allgemein an [[abszesse|Abszessen]] im Kopfbereich beteiligt.((Meredith, A. 2014. Dermatoses. In: Meredith, A., & Lord, B. (Ed.): BSAVA Manual of Rabbit Medicine. Gloucester : British Small Animal Veterinary Association. 255-263.))((Tyrrell, K. L., Citron, D. M., Jenkins, J. R., & Goldstein, E. J. 2002. Periodontal bacteria in rabbit mandibular and maxillary abscesses. Journal of clinical microbiology, 40(3), 1044-1047.))((Jekl, V., Jeklova, E., Hauptman, K. 2023. Radical debridement guided by advanced imaging and frequent monitoring is an effective approach for the treatment of odontogenic abscesses and jaw osteomyelitis in rabbits: a review of 200 cases (2018–2023). J Am Vet Med Assoc. 2023;261(S2):52–61. doi:10.2460/javma.23.06.0)) Wenn diese Bakterien in der Paukenhöhle (Bulla tympanica) gefunden werden, stammen sie also vermutlich aus dem Maulbereich durch Abszesse in den Kiefern und können über die "Eustachische Röhre" (//Tuba auditiva//) in das Mittelohr gelangt sein.
 ===== Einfluss der Rasse / des Phänotyps ===== ===== Einfluss der Rasse / des Phänotyps =====
 Mikoni et al., 2024((Mikoni, N., Guzman, D. S. M., Beaufrère, H., & Phillips, K. (2024). Computed tomographic findings of nasal and paranasal disease in domestic rabbits highlight maxillary sinusitis and close association with dental disease: 100 studies (2004–2024). Journal of the American Veterinary Medical Association, 1(aop), 1-10. https://doi.org/10.2460/javma.24.05.0330)) analysierten Daten von 69 Heimkaninchen mit insgesamt 100 CT-Aufnahmen. Von 57 Tieren war die Rasse bekannt. Mit 30 Tieren (52,6%) waren Widderkaninchen etwas häufiger vertreten als andere Stehohrrassen: Netherland dwarf (10/57 [17.5%]), Rex breeds (5/57 [9.8%]), New Zealand Whites (5/57 [9.8%]), English spots (2/57 [3.5%]), Lionheads (2/57 [3.5%]), Flemish giant (1/57 [1.8%]), Silver Marten (1/57 [1.8%]) und Californian (1/57 [1.8%]). Symptome der oberen Atemwege (48 von 69 [69,6 %]) und zahnbezogene Störungen (21 von 69 [31,9 %]) waren die häufigsten Beschwerden. Rhinitis (49 von 69 [71,0 %]), Sinusitis (50 von 69 [72,5 %]) und beides (40 von 69 [60,0 %]) wurden am häufigsten diagnostiziert, wobei die Zerstörung der Nasenmuschel (48 von 69 [69,6 %]) und der Verlust des Alveolarknochens der benachbarten Zähne (51 von 69 [73,9 %]) häufige Befunde waren. Sinusitis trat am häufigsten in den ventralen (48 von 50 [96,0 %]) und dorsalen (33 von 50 [66,0 %]) Vertiefungen der Kieferhöhle auf. Mehrere CT-Variablen waren signifikant korreliert (P < .05); davon waren der Verlust des Alveolarknochens der Schneidezähne und des zweiten Prämolaren im Oberkiefer mit dem Grad der Rhinitis bzw. mit der Sinusitis und dem Grad der Sinusitis im ventralen Rezess der Kieferhöhle korreliert (P < .001). Laut den Autoren waren in dieser Studie die häufigsten Rassen, bei denen eine Nasenerkrankung festgestellt wurde, Kaninchen mit Stehohren. Die Rassenverteilung stand im Einklang mit der zunehmenden Beliebtheit brachyzephaler Kaninchenrassen. Frühere Studien von Johnson & Burn, 2019((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.10516)) hätten hervorgehoben, dass diese Rassen im Vergleich zu Stehohrkaninchen aufgrund der Unterschiede in ihrer knorpeligen Ohranatomie häufiger an Ohrenkrankheiten erkranken würden (retrospektive Fallserie mit 30 subjektiv ausgewählten Tiere aus einem Tierheim). Die Daten widersprechen sich jedoch in Bezug auf die Frage, ob diese Rassen anfälliger für andere Probleme wie Zahnerkrankungen sind. Alter, Geschlecht, Reproduktionsstatus und Rasse (Stehohr vs. Hängeohr) hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer schwereren Rhinitis (alle P > .05). Kaninchen mit Stehohren hatten ein signifikant höheres Risiko für eine schwerere Sinusitis (proportionale OR, 6,7; 95% CI, 1,5 bis 31,4; P = .015) als Kaninchen mit Hängeohren. Alter, Geschlecht und Fortpflanzungsstatus hatten keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Sinusitis (alle P > .05).\\  Mikoni et al., 2024((Mikoni, N., Guzman, D. S. M., Beaufrère, H., & Phillips, K. (2024). Computed tomographic findings of nasal and paranasal disease in domestic rabbits highlight maxillary sinusitis and close association with dental disease: 100 studies (2004–2024). Journal of the American Veterinary Medical Association, 1(aop), 1-10. https://doi.org/10.2460/javma.24.05.0330)) analysierten Daten von 69 Heimkaninchen mit insgesamt 100 CT-Aufnahmen. Von 57 Tieren war die Rasse bekannt. Mit 30 Tieren (52,6%) waren Widderkaninchen etwas häufiger vertreten als andere Stehohrrassen: Netherland dwarf (10/57 [17.5%]), Rex breeds (5/57 [9.8%]), New Zealand Whites (5/57 [9.8%]), English spots (2/57 [3.5%]), Lionheads (2/57 [3.5%]), Flemish giant (1/57 [1.8%]), Silver Marten (1/57 [1.8%]) und Californian (1/57 [1.8%]). Symptome der oberen Atemwege (48 von 69 [69,6 %]) und zahnbezogene Störungen (21 von 69 [31,9 %]) waren die häufigsten Beschwerden. Rhinitis (49 von 69 [71,0 %]), Sinusitis (50 von 69 [72,5 %]) und beides (40 von 69 [60,0 %]) wurden am häufigsten diagnostiziert, wobei die Zerstörung der Nasenmuschel (48 von 69 [69,6 %]) und der Verlust des Alveolarknochens der benachbarten Zähne (51 von 69 [73,9 %]) häufige Befunde waren. Sinusitis trat am häufigsten in den ventralen (48 von 50 [96,0 %]) und dorsalen (33 von 50 [66,0 %]) Vertiefungen der Kieferhöhle auf. Mehrere CT-Variablen waren signifikant korreliert (P < .05); davon waren der Verlust des Alveolarknochens der Schneidezähne und des zweiten Prämolaren im Oberkiefer mit dem Grad der Rhinitis bzw. mit der Sinusitis und dem Grad der Sinusitis im ventralen Rezess der Kieferhöhle korreliert (P < .001). Laut den Autoren waren in dieser Studie die häufigsten Rassen, bei denen eine Nasenerkrankung festgestellt wurde, Kaninchen mit Stehohren. Die Rassenverteilung stand im Einklang mit der zunehmenden Beliebtheit brachyzephaler Kaninchenrassen. Frühere Studien von Johnson & Burn, 2019((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.10516)) hätten hervorgehoben, dass diese Rassen im Vergleich zu Stehohrkaninchen aufgrund der Unterschiede in ihrer knorpeligen Ohranatomie häufiger an Ohrenkrankheiten erkranken würden (retrospektive Fallserie mit 30 subjektiv ausgewählten Tiere aus einem Tierheim). Die Daten widersprechen sich jedoch in Bezug auf die Frage, ob diese Rassen anfälliger für andere Probleme wie Zahnerkrankungen sind. Alter, Geschlecht, Reproduktionsstatus und Rasse (Stehohr vs. Hängeohr) hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer schwereren Rhinitis (alle P > .05). Kaninchen mit Stehohren hatten ein signifikant höheres Risiko für eine schwerere Sinusitis (proportionale OR, 6,7; 95% CI, 1,5 bis 31,4; P = .015) als Kaninchen mit Hängeohren. Alter, Geschlecht und Fortpflanzungsstatus hatten keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Sinusitis (alle P > .05).\\ 
krankheiten/schnupfen.1759606587.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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