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verwilderung

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 (Feralisation, Dedomestikation) (Feralisation, Dedomestikation)
  
-((Flux, J. E., & Fullagar, P. J. (1992). World distribution of the rabbit (Oryctolagus cuniculus) on islands. Mammal review, 22, 151-205.))+Flux & Fullagar, 1992((Flux, J. E., & Fullagar, P. J. (1992). World distribution of the rabbit (Oryctolagus cuniculus) on islands. Mammal review, 22, 151-205.)) stellten eine Sammlung von 800 Inseln oder Inselgruppen aus aller Welt zur Verfügung, auf denen Kaninchen (//O. cuniculus//) aus den unterschiedlichsten Gründen freigelassen worden waren; sofern bekannt einschließlich Name, Ort, Breiten- und Längengrad, Fläche, Datum der Ansiedlung, Typ (wild/ domestiziert), Bestandsveränderungen, aktuellem Status und Auswirkungen der Kaninchen auf ihre Umwelt.
  
 Gering //et al//., 2019 unterschieden zwischen  Gering //et al//., 2019 unterschieden zwischen 
-  * Endoferalität – Entkommen von einzelnen Individuen einer Haustier-Population in lokale Lebensräume, in denen sie überleben und sich fortpflanzen können (Dabei sei "De-Domestikation" das Resultat einer absichtlichen Freisetzung.)+  * Endoferalität – Entkommen von einzelnen Individuen einer Haustier-Population in lokale Lebensräume, in denen sie überleben und sich fortpflanzen können (– Dabei sei "De-Domestikation" das Resultat einer absichtlichen Freisetzung –)
 und  und 
   * Exoferalität – Feralität, die einen genetischen Austausch zwischen unterschiedlichen Populationen einbezieht (Hybridisierung).((Gering, E., Incorvaia, D., Henriksen, R., Conner, J., Getty, T., & Wright, D. (2019). Getting back to nature: feralization in animals and plants. Trends in Ecology & Evolution, 34(12), 1137-1151.))   * Exoferalität – Feralität, die einen genetischen Austausch zwischen unterschiedlichen Populationen einbezieht (Hybridisierung).((Gering, E., Incorvaia, D., Henriksen, R., Conner, J., Getty, T., & Wright, D. (2019). Getting back to nature: feralization in animals and plants. Trends in Ecology & Evolution, 34(12), 1137-1151.))
 +
 +Verwilderung führt bei Kaninchen nicht zwangsläufig zu einer morphologischen Rückentwicklung zur Wildform. Verwilderte Kaninchen können Merkmale aufweisen, wie sie bei Haus- oder Wildkaninchen zu beobachten sind, aber auch Zwischenformen einnehmen.((Sherratt, E., Böhmer, C., Callou, C., Nelson, T. J., Pillai, R., Ruf, I., … & Geiger, M. (2025). From wild to domestic and in between: how domestication and feralization changed the morphology of rabbits. Proceedings B, 292(2050), 20251150. https://doi.org/10.1098/rspb.2025.1150))
  
 ===== Molekulare Mechanismen ===== ===== Molekulare Mechanismen =====
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 ==== Allgemeiner Überblick ==== ==== Allgemeiner Überblick ====
  
-Andrade //et al//., 2024((Andrade, P., Alves, J. M., Pereira, P., Rubin, C. J., Silva, E., Sprehn, C. G., ... & Carneiro, M. (2024). Selection against domestication alleles in introduced rabbit populations. Nature ecology & evolution, 8(8), 1543-1555.))+Um die molekularen Mechanismen zu untersuchen, durch die sich domestizierte Tiere nach ihrer Rückkehr in die Wildnis an natürliche Umweltbedingungen anpassen, führten Andrade //et al//., 2024((Andrade, P., Alves, J. M., Pereira, P., Rubin, C. J., Silva, E., Sprehn, C. G., ... & Carneiro, M. (2024). Selection against domestication alleles in introduced rabbit populations. Nature ecology & evolution, 8(8), 1543-1555.)) Gesamtgenomsequenzierungen von 297 Individuen der Art //O. c. cuniculus// aus folgenden Populationen durch: sechs eingeführte, verwilderte Kaninchenpopulationen auf drei Kontinenten, Hauskaninchen aus sieben Rassen, sowie Wildkaninchen aus ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (Iberische Halbinsel und Südfrankreich).\\   
 +In den verwilderten Populationen wurden starke Verschiebungen von Allelfrequenzen insbesondere in Genen festgestellt, die mit verschiedenen Funktionen des Gehirns in Zusammenhang stehen (z.B. Ausgleich der verminderten Angst- und Fluchtreaktion, die in natürlichen Lebensräumen nachteilig ist). Die Ergebnisse zeigten, dass die Verwilderung keine einfache Umkehrung der [[domestikation|Domestikation]] darstellt; vielmehr wird sie durch ein komplexes Zusammenspiel bereits vorhandener genetischer Variation, lokaler Umweltbedingungen und demografischer Prozesse geprägt. 
 + 
 +Die mäßige bis hohe Häufigkeit bestimmter Domestikations-Allele in verwilderten Populationen ließ vermuten, dass diese Allele keinen wesentlichen Nachteil darstellen und in natürlichen Lebensräumen toleriert werden können. (//"Four other mutations linked to coat colour variation were present in the majority of the introduced populations at low-to-moderate frequencies, with the highest prevalence being the dilute mutation of [[genetik:haarfarbe_mlph|MLPH]] that was present in ten out of 30 individuals sampled from Gotland. The [[genetik:gelbes_fett_bco2|BCO2]] variant causing yellow fat was also relatively common (7.4% to 13.3% in three populations)."//)
  
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verwilderung.1788816908.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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