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wildkaninchen:geschichte

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wildkaninchen:geschichte [2026/07/23 07:53] kathrinwildkaninchen:geschichte [2026/07/23 08:13] (aktuell) kathrin
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 In den Kaltzeiten lag die durchschnittliche Januartemperatur auf dem Gebiet Mitteleuropas zwischen -14 und -22°C und die im Sommer zwischen +5 und +10°C. In den warmen Phasen der Eiszeiten entsprachen die Klima- und Vegetationsverhältnisse in etwa den heutigen. In den Kaltzeiten lag die durchschnittliche Januartemperatur auf dem Gebiet Mitteleuropas zwischen -14 und -22°C und die im Sommer zwischen +5 und +10°C. In den warmen Phasen der Eiszeiten entsprachen die Klima- und Vegetationsverhältnisse in etwa den heutigen.
  
-Vor ca. 40.000 Jahren entwickelten sich im Mittelmeerraum sehr offene Busch- oder Waldformationen. Im Würmglazial vor ca. 16.000−11.000 Jahren gab es vermutlich Steppen, in denen //Chenopodiaceae// (gänsefußartige Kräuter, Stauden oder Sträucher) und //Artemisia//-Arten (Beifuß und andere Kräuter) überwogen. Perioden starken Abschmelzens der Gletscher von 950 bis ungefähr 1.200 n. Chr. bestätigen die Erwärmung der Erde zu jener Zeit, in der die Wikinger Grönland besiedelten und ihre Kultur dort gedieh.\\ Die Eiszeit zwang nicht nur das Kaninchen in immer südlichere Gebiete, auch das Mammut wanderte während den Glaziale vor allem wegen seiner typischen Nahrung bis nach Spanien. Selbst //"Homo sapiens sapiens"//, der moderne Mensch, suchte vor der Eiszeit Zuflucht in Spanien. Vor rund 25.000 Jahren kam er nach Europa und zog sich vor 15.000 Jahren nach Spanien zurück, als es im Norden zu kalt zum Überleben und die Nahrung knapp wurde.((Pereira, L., et al. 2005. High-resolution mtDNA evidence for the late-glacial resettlement of Europe from an Iberian refugium. Genome Research. 2005, 15, S. 19-24.))(<imgref label1>((NASA. 2004. National Aeronautics and Space Administration (NASA). Visible Earth. 31.1.2004. Download am 24.1.2015 von: https://eoimages.gsfc.nasa.gov/images/imagerecords/74000/74518/world.topo.200412.3x5400x2700.jpg)))+Vor ca. 40.000 Jahren entwickelten sich im Mittelmeerraum sehr offene Busch- oder Waldformationen. Im Würmglazial vor ca. 16.000−11.000 Jahren gab es vermutlich Steppen, in denen //Chenopodiaceae// (gänsefußartige Kräuter, Stauden oder Sträucher) und //Artemisia//-Arten (Beifuß und andere Kräuter) überwogen. Perioden starken Abschmelzens der Gletscher von 950 bis ungefähr 1.200 n. Chr. bestätigen die Erwärmung der Erde zu jener Zeit, in der die Wikinger Grönland besiedelten und ihre Kultur dort gedieh.\\ Die Eiszeit zwang nicht nur das Kaninchen in immer südlichere Gebiete, auch das Mammut wanderte während den Glaziale vor allem wegen seiner typischen Nahrung bis nach Spanien. Selbst //"Homo sapiens sapiens"//, der moderne Mensch, suchte vor der Eiszeit Zuflucht in Spanien. Vor rund 25.000 Jahren kam er nach Europa und zog sich vor 15.000 Jahren nach Spanien zurück, als es im Norden zu kalt zum Überleben und die Nahrung knapp wurde.((Pereira, L., et al. 2005. High-resolution mtDNA evidence for the late-glacial resettlement of Europe from an Iberian refugium. Genome Research. 2005, 15, S. 19-24.)) (<imgref label1>((NASA. 2004. National Aeronautics and Space Administration (NASA). Visible Earth. 31.1.2004. Download am 24.1.2015 von: https://eoimages.gsfc.nasa.gov/images/imagerecords/74000/74518/world.topo.200412.3x5400x2700.jpg)))
  
 <imgcaption label1|Größte Ausdehnung der Eisflächen während der Eiszeit; Satellitenbild: (c) NASA, 2004; bearbeitet>{{ wildkaninchen:Geschichte:Geschichte_Eiszeit.png?250}}</imgcaption>  <imgcaption label1|Größte Ausdehnung der Eisflächen während der Eiszeit; Satellitenbild: (c) NASA, 2004; bearbeitet>{{ wildkaninchen:Geschichte:Geschichte_Eiszeit.png?250}}</imgcaption> 
 Wenn in heutigen Darstellungen über Spanien als die ursprüngliche Heimat des Wildkaninchens berichtet wird, ist das nicht ganz richtig – vielmehr müsste man die Iberische Halbinsel und Nordafrika als letzten Zufluchtsort bzw. als ein „Asyl“ dieser Tiere bezeichnen, in welches sie durch das vorrückende Eis der letzten großen Eiszeit gezwungen wurden. Optimal sind die Lebensbedingungen für das Wildkaninchen dort nicht. Die Wiederbesiedelung großer Teile Europas gelang ihm später erst wieder mit Hilfe des Menschen. Wenn in heutigen Darstellungen über Spanien als die ursprüngliche Heimat des Wildkaninchens berichtet wird, ist das nicht ganz richtig – vielmehr müsste man die Iberische Halbinsel und Nordafrika als letzten Zufluchtsort bzw. als ein „Asyl“ dieser Tiere bezeichnen, in welches sie durch das vorrückende Eis der letzten großen Eiszeit gezwungen wurden. Optimal sind die Lebensbedingungen für das Wildkaninchen dort nicht. Die Wiederbesiedelung großer Teile Europas gelang ihm später erst wieder mit Hilfe des Menschen.
  
-Im Süden Spaniens bildeten sich zwei geographisch voneinander getrennte Linien des Wildkaninchens, die sich allerdings auch überlappten. Alle Kaninchen, die heute in Europa leben, alle Hauskaninchen und die Kaninchen in Australien stammen von „//Oryctolagus cuniculus cuniculus//“ ab, die im Norden und Osten Spaniens überlebten, während die Kaninchen auf den Azoren auf „//Oryctolagus cuniculus algirus//“ zurückgehen. Diese Unterart lebt im Süden Portugals und Spaniens. Nach der letzten Eiszeit besiedelte das Wildkaninchen von Spanien aus zunächst wieder Südfrankreich. Es wird angenommen, dass die Ausbreitung nach Frankreich in aufeinanderfolgenden Etappen verlief (nach Queney et al., 2001((Queney, G.; Ferrand, N.; Weiss, S.; Mougel, F.; Monnerot, M. 2001. Stationary Distributions of Microsatellite Loci Between Divergent Population Groups of the European Rabbit (Oryctolagus cuniculus). Mol. Biol. Evol. 2001, Bd. 18, 12.)); siehe auch <imgref label2>((NASA. 2004. National Aeronautics and Space Administration (NASA). Visible Earth. 31.1.2004. Download am 24.1.2015 von: NASA. 2002. National Aeronautics and Space Administration (NASA). Visible Earth. 8.2.2002. Download am 24.1.2015 von: http://eoimages.gsfc.nasa.gov/images/imagerecords/57000/57730/land_ocean_ice_8192.png))).+Im Süden Spaniens bildeten sich zwei geographisch voneinander getrennte Linien des Wildkaninchens, die sich allerdings auch überlappten. Alle Kaninchen, die heute in Europa leben, alle Hauskaninchen und die Kaninchen in Australien stammen von „//Oryctolagus cuniculus cuniculus//“ ab, die im Norden und Osten Spaniens überlebten, während die Kaninchen auf den Azoren auf „//Oryctolagus cuniculus algirus//“ zurückgehen. Diese Unterart lebt im Süden Portugals und Spaniens. Nach der letzten Eiszeit besiedelte das Wildkaninchen von Spanien aus zunächst wieder Südfrankreich. Es wird angenommen, dass die Ausbreitung nach Frankreich in aufeinanderfolgenden Etappen verlief (nach Queney //et al//., 2001((Queney, G.; Ferrand, N.; Weiss, S.; Mougel, F.; Monnerot, M. 2001. Stationary Distributions of Microsatellite Loci Between Divergent Population Groups of the European Rabbit (Oryctolagus cuniculus). Mol. Biol. Evol. 2001, Bd. 18, 12.)); siehe auch <imgref label2>((NASA. 2004. National Aeronautics and Space Administration (NASA). Visible Earth. 31.1.2004. Download am 24.1.2015 von: NASA. 2002. National Aeronautics and Space Administration (NASA). Visible Earth. 8.2.2002. Download am 24.1.2015 von: http://eoimages.gsfc.nasa.gov/images/imagerecords/57000/57730/land_ocean_ice_8192.png))).
    
 <imgcaption label2|Natürliche Ausbreitung des Wildkaninchens nach der Eiszeit: rot = natürliche Lebensräme von A: "Oryctolagus cuniculus algirus" und B: "Oryctolagus cuniculus cuniculus"; Satellitenbild: (c) NASA, 2002; bearbeitet>{{ wildkaninchen:geschichte:Geschichte_Ausbreitung.png?250}}</imgcaption> <imgcaption label2|Natürliche Ausbreitung des Wildkaninchens nach der Eiszeit: rot = natürliche Lebensräme von A: "Oryctolagus cuniculus algirus" und B: "Oryctolagus cuniculus cuniculus"; Satellitenbild: (c) NASA, 2002; bearbeitet>{{ wildkaninchen:geschichte:Geschichte_Ausbreitung.png?250}}</imgcaption>
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   - Eine weitere Verbreitung in Nordfrankreich erfolgte vermutlich durch Tiere, die die zweite Route nutzten, belegbar durch genetische Untersuchungen.\\   - Eine weitere Verbreitung in Nordfrankreich erfolgte vermutlich durch Tiere, die die zweite Route nutzten, belegbar durch genetische Untersuchungen.\\
  
-Martin Luther übersetzte 1534 die Bibel((Luther, M. 1534. Biblia, das ist, die gantze Heilige Schrifft Deudsch. Wittemberg : Hans Lufft, 1534)) mit weiteren Theologen aus dem Altgriechischen und Althebräischen in die deutsche Sprache. Der hebräische Begriff „shaphan“ bedeutet auf Deutsch der „sich Verbergende“. Offenbar kannten Martin Luther bzw. seine Mitarbeiter die Klippschliefer nicht. Es musste sich aber um Tiere handeln, die dem ganzen Volk bekannt waren und im Untergrund lebten. Also wurde der Begriff, mit dem die Phönizier eigentlich die Klippschliefer bezeichneten, auf das Kaninchen übertragen: „//Caninichen ein schwach volck / Dennoch legts sein haus inn den felsen//“ (Sprüche Salomonis, XXX). Zoologisch gesehen war die Entscheidung korrekt, auch wenn damit der Begriff der Hebräer falsch übersetzt wurde.+Martin Luther übersetzte 1534 die Bibel((Luther, M. 1534. Biblia, das ist, die gantze Heilige Schrifft Deudsch. Wittemberg : Hans Lufft, 1534.)) mit weiteren Theologen aus dem Altgriechischen und Althebräischen in die deutsche Sprache. Der hebräische Begriff „shaphan“ bedeutet auf Deutsch der „sich Verbergende“. Offenbar kannten Martin Luther bzw. seine Mitarbeiter die Klippschliefer nicht. Es musste sich aber um Tiere handeln, die dem ganzen Volk bekannt waren und im Untergrund lebten. Also wurde der Begriff, mit dem die Phönizier eigentlich die Klippschliefer bezeichneten, auf das Kaninchen übertragen: „//Caninichen ein schwach volck / Dennoch legts sein haus inn den felsen//“ (Sprüche Salomonis, XXX). Zoologisch gesehen war die Entscheidung korrekt, auch wenn damit der Begriff der Hebräer falsch übersetzt wurde.
  
 <imgcaption label3|Klippschlieferweibchen mit Jungtieren>{{ wildkaninchen:geschichte:Klippschliefer.png?250}}</imgcaption> <imgcaption label3|Klippschlieferweibchen mit Jungtieren>{{ wildkaninchen:geschichte:Klippschliefer.png?250}}</imgcaption>
-Neuere Bibelübersetzungen benutzen den Begriff “Klippdachs”, ein anderes Wort für Klippschliefer. Diese Bezeichnung stammt von den Buren, den Afrikaans sprechenden, europäischstämmigen Einwohnern Südafrikas und Namibias. Sie nannten die Tiere „Boomdass“ (Dass = Dachs)((Hahn, H. "Baumschliefer, Buschschliefer, Klippschliefer." Wittenberg Lutherstadt, A. Ziemsen-Verlag: Die Neue Brehm-Bücherei, H 246 (1959).)).+Neuere Bibelübersetzungen benutzen den Begriff “Klippdachs”, ein anderes Wort für Klippschliefer. Diese Bezeichnung stammt von den Buren, den Afrikaans sprechenden, europäischstämmigen Einwohnern Südafrikas und Namibias. Sie nannten die Tiere „Boomdass“ (Dass = Dachs).((Hahn, H. "Baumschliefer, Buschschliefer, Klippschliefer." Wittenberg Lutherstadt, A. Ziemsen-Verlag: Die Neue Brehm-Bücherei, H 246 (1959).))
  
 Die Kaninchen lösten im Altertum Hasen als Haustiere ab, deren Bestände in der Haltung immer wieder durch Wildfänge aufgefüllt werden mussten, weil sie sich in Gefangenschaft nur selten und nicht nicht so zahlreich wie Kaninchen vermehrten. Außerdem galten sie als beliebtes Jagdobjekt und dienten Dank der bequemen Haltung sowie ihrer enormen Vermehrungsrate als Frischfleischvorrat. Von den Spaniern übernahmen die Römer den Brauch des Verzehrs von Föten und Neugeborenen der Kaninchen. Da diese „Delikatesse“ von der Kirche als Fastenspeise erlaubt war, wurde die Kaninchenhaltung später durch Klöster fortgeführt. Die Kaninchen lösten im Altertum Hasen als Haustiere ab, deren Bestände in der Haltung immer wieder durch Wildfänge aufgefüllt werden mussten, weil sie sich in Gefangenschaft nur selten und nicht nicht so zahlreich wie Kaninchen vermehrten. Außerdem galten sie als beliebtes Jagdobjekt und dienten Dank der bequemen Haltung sowie ihrer enormen Vermehrungsrate als Frischfleischvorrat. Von den Spaniern übernahmen die Römer den Brauch des Verzehrs von Föten und Neugeborenen der Kaninchen. Da diese „Delikatesse“ von der Kirche als Fastenspeise erlaubt war, wurde die Kaninchenhaltung später durch Klöster fortgeführt.
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 Die Etablierung neuer „//rabbit warren//“ gestaltete sich schwierig, weil die Kaninchen sich erst an ihre neue Umgebung gewöhnen mussten. Am kritischsten jedoch war immer die Versorgung mit ausreichend Nahrung: „//…in general, wild rabbits enjoyed a more plentiful and varied supply of food.//“((Sheail, J. 1972. Rabbits and their History. David and Charles (Newton Abbot), 1972. ISBN 071535227X.)) (deutsch: „Generell verfügen Wildkaninchen über mehr reichhaltige und abwechslungsreiche Nahrung“ [als die Gehegekaninchen, Anm. A. R.]).\\  Die Etablierung neuer „//rabbit warren//“ gestaltete sich schwierig, weil die Kaninchen sich erst an ihre neue Umgebung gewöhnen mussten. Am kritischsten jedoch war immer die Versorgung mit ausreichend Nahrung: „//…in general, wild rabbits enjoyed a more plentiful and varied supply of food.//“((Sheail, J. 1972. Rabbits and their History. David and Charles (Newton Abbot), 1972. ISBN 071535227X.)) (deutsch: „Generell verfügen Wildkaninchen über mehr reichhaltige und abwechslungsreiche Nahrung“ [als die Gehegekaninchen, Anm. A. R.]).\\ 
  
-1872 wurde ein englischer Kaninchenhalter von einem landwirtschaftlichen Komitee gefragt, warum die Geburtenrate unter seinen Kaninchen so niedrig ist: „//At a Select Committee in 1872, a warrener was asked why the birth rate on his warren was so low. He replied that the rabbits 'never had a honeymoon' - meaning that they never had a chance to graze the kind of food available to wild ones.//”((Sheail, J. 1972. Rabbits and their History. David and Charles (Newton Abbot), 1972. ISBN 071535227X)). Der Grund war also, dass die Kaninchen unter seiner Obhut nie die Chance hatten, die gleiche Nahrung zu fressen, wie sie den Wildkaninchen zur Verfügung stand und sie deshalb keine „Flitterwochen“ (//honeymoon//) hatten.+1872 wurde ein englischer Kaninchenhalter von einem landwirtschaftlichen Komitee gefragt, warum die Geburtenrate unter seinen Kaninchen so niedrig ist: „//At a Select Committee in 1872, a warrener was asked why the birth rate on his warren was so low. He replied that the rabbits 'never had a honeymoon' - meaning that they never had a chance to graze the kind of food available to wild ones.//”((Sheail, J. 1972. Rabbits and their History. David and Charles (Newton Abbot), 1972. ISBN 071535227X.)). Der Grund war also, dass die Kaninchen unter seiner Obhut nie die Chance hatten, die gleiche Nahrung zu fressen, wie sie den Wildkaninchen zur Verfügung stand und sie deshalb keine „Flitterwochen“ (//honeymoon//) hatten.
  
-In Deutschland wurden die ersten Kaninchen wahrscheinlich um 1149 eingeführt. In einem Brief an seinen Amtsbruder Gerald, Abt des Klosters Solignac in Süd-Frankreich bat Wibald, der Abt von Stablo und Corvey, um 4 Kaninchen – jeweils zwei männliche und zwei weibliche Tiere: „//…per ipsum nobis quatuor cuniculos, duos videlicet mares et duas feminas, mittetis.//“((Jaffé, P. 1864. Monumenta Corbeiensia. Berlin : Weidmann, 1864)). Im Jahr 1231 kamen Kaninchen nachweislich auf der nordfriesischen Insel Amrum vor, wie aus dem Erdbuch von Waldemar II. hervorgeht. Dabei handelt es sich um ein Steuererfassungsbuch, in dem alle Besitzungen und Einkünfte des Königs aufgeführt wurden. Eine Liste der Inseln seines Reiches enthielt auch Bezeichnungen der dort vorkommenden Tiere. Für Amrum wurde „ha“ für „hare“ = Hase und „cu“ für „cuning“ = Kaninchen vermerkt.((Newig, J. 2004. Geographie der Meere und Küsten: Die Küstengestalt Nordfrieslands im Mittelalter nach historischen Quellen. [Hrsg.] G. Schernewski und T. Dolch. Coastline Reports. 2004, 1.))+In Deutschland wurden die ersten Kaninchen wahrscheinlich um 1149 eingeführt. In einem Brief an seinen Amtsbruder Gerald, Abt des Klosters Solignac in Süd-Frankreich bat Wibald, der Abt von Stablo und Corvey, um 4 Kaninchen – jeweils zwei männliche und zwei weibliche Tiere: „//…per ipsum nobis quatuor cuniculos, duos videlicet mares et duas feminas, mittetis.//“((Jaffé, P. 1864. Monumenta Corbeiensia. Berlin : Weidmann, 1864.)). Im Jahr 1231 kamen Kaninchen nachweislich auf der nordfriesischen Insel Amrum vor, wie aus dem Erdbuch von Waldemar II. hervorgeht. Dabei handelt es sich um ein Steuererfassungsbuch, in dem alle Besitzungen und Einkünfte des Königs aufgeführt wurden. Eine Liste der Inseln seines Reiches enthielt auch Bezeichnungen der dort vorkommenden Tiere. Für Amrum wurde „ha“ für „hare“ = Hase und „cu“ für „cuning“ = Kaninchen vermerkt.((Newig, J. 2004. Geographie der Meere und Küsten: Die Küstengestalt Nordfrieslands im Mittelalter nach historischen Quellen. [Hrsg.] G. Schernewski und T. Dolch. Coastline Reports. 2004, 1.))
  
-Im Mittelalter wurden Kaninchen in „//lapinière//“ (franz.) bzw. „//Garenne//“, wie die Kaninchengärten im mittelalterlichen Vulgärlatein genannt wurden, gehalten.((Krünitz, Johann Georg. 1785. Ökonomisch-technologische Enzyklopädie, Band 34. Elektronische Ausgabe der Universitätsbibliothek Trier, 1785)) Die Jagd blieb jedoch den Herrschenden vorbehalten. So verbot ein Gesetz aus dem Jahr 1565 den Einwohnern der Stadt Cleve (heute Kleve) bei Androhung einer Geldstrafe von 5 Alten Schilden „//das Schießen wiederholt und das Jagen und Fangen der Haasen und Kanine mit Fretten und Garnen//“((Scotti, J. J. 1826. Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Herzogthum Cleve und in der Grafschaft Mark über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind. 1826. S. 115-210. Bd. Bd. 1.)). Die Strafe war für damalige Verhältnisse enorm hoch: „//1 alter Schild, ob gleich er, dem Goldgulden nach, nur zu 134 albus und 3 Heller werth zu schätzen ist, soll wegen bequemerer Reduction zu 135 Albus cursiren; 1 Schilling wird auf 11 Albus 3 Heller, 1Pfennig auf 11½ Heller 1 Quadrant auf 4 Heller gesetzt//“((Scotti, J. J. 1826. Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Herzogthum Cleve und in der Grafschaft Mark über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind. 1826. S. 115-210. Bd. Bd. 1, http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/txt/normal/txt636.pdf)). 1 Schilling hatte zu jener Zeit eine Kaufkraft, die vergleichbar mit der von 2,23 DM im Jahr 1967 war.((Verdenhalven, F. 1968. Alte Maße, Münzen und Gewichte aus dem deutschen Sprachgebiet. Neustadt a. d. Aisch : Degener & Co., 1968.))+Im Mittelalter wurden Kaninchen in „//lapinière//“ (franz.) bzw. „//Garenne//“, wie die Kaninchengärten im mittelalterlichen Vulgärlatein genannt wurden, gehalten.((Krünitz, Johann Georg. 1785. Ökonomisch-technologische Enzyklopädie, Band 34. Elektronische Ausgabe der Universitätsbibliothek Trier, 1785.)) Die Jagd blieb jedoch den Herrschenden vorbehalten. So verbot ein Gesetz aus dem Jahr 1565 den Einwohnern der Stadt Cleve (heute Kleve) bei Androhung einer Geldstrafe von 5 Alten Schilden „//das Schießen wiederholt und das Jagen und Fangen der Haasen und Kanine mit Fretten und Garnen//“((Scotti, J. J. 1826. Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Herzogthum Cleve und in der Grafschaft Mark über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind. 1826. S. 115-210. Bd. 1, http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/txt/normal/txt636.pdf)). Die Strafe war für damalige Verhältnisse enorm hoch: „//1 alter Schild, ob gleich er, dem Goldgulden nach, nur zu 134 albus und 3 Heller werth zu schätzen ist, soll wegen bequemerer Reduction zu 135 Albus cursiren; 1 Schilling wird auf 11 Albus 3 Heller, 1 Pfennig auf 11½ Heller 1 Quadrant auf 4 Heller gesetzt//“((Scotti, J. J. 1826. Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Herzogthum Cleve und in der Grafschaft Mark über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege ergangen sind. 1826. S. 115-210. Bd. 1, http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/txt/normal/txt636.pdf)). 1 Schilling hatte zu jener Zeit eine Kaufkraft, die vergleichbar mit der von 2,23 DM im Jahr 1967 war.((Verdenhalven, F. 1968. Alte Maße, Münzen und Gewichte aus dem deutschen Sprachgebiet. Neustadt a. d. Aisch : Degener & Co., 1968.))
  
 Das bekannteste, kleinste Europäische Wildkaninchen lebt auf der Insel Porto Santo, die ein Teil des portugiesischen Archipels ist, zu dem auch die Insel Madeira im Atlantischen Ozean gehört. <imgcaption label4|Wildkaninchen auf Porto Santo, (© J. Moynagh)>{{ wildkaninchen:geschichte:Porto_Santo_wild_rabbit.png?250}}</imgcaption>\\  Das bekannteste, kleinste Europäische Wildkaninchen lebt auf der Insel Porto Santo, die ein Teil des portugiesischen Archipels ist, zu dem auch die Insel Madeira im Atlantischen Ozean gehört. <imgcaption label4|Wildkaninchen auf Porto Santo, (© J. Moynagh)>{{ wildkaninchen:geschichte:Porto_Santo_wild_rabbit.png?250}}</imgcaption>\\ 
wildkaninchen/geschichte.1784786019.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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