anatomie:fell
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| anatomie:fell [2026/04/15 18:40] – [Kurzhaar] kathrin | anatomie:fell [2026/04/16 07:16] (aktuell) – [Strukturhaar] kathrin | ||
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| * //Primary Contour-hairs//, | * //Primary Contour-hairs//, | ||
| - | * //Grannen- oder Leithaartyp D//, // | + | * //Grannen- oder Leithaartyp D//, // |
| * //A. Grannenhaare// | * //A. Grannenhaare// | ||
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| Die Granne weist beim Kaninchen einen hantelförmigen Querschnitt auf((Salaman, | Die Granne weist beim Kaninchen einen hantelförmigen Querschnitt auf((Salaman, | ||
| - | Hadjidimitroff, | + | Hadjidimitroff, |
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| //**Habitus der Haare beim Kaninchen.**\\ | //**Habitus der Haare beim Kaninchen.**\\ | ||
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| Die Pigmentkörner sind bei den farbigen Kaninchenhaaren hauptsächlich in den Markzellen vorhanden. Die Rinde der Kaninchenhaare enthält meistens nur dann Pigment, wenn die Farbe sehr dunkel ist -- schwarz oder zu schwarz neigend. Die helle Farbe wird in den meisten Fällen nur durch das Anhäufen der Pigmentkörnchen in den Markzellen bedingt. Der distale β-Teil aller Haararten enthält nur im Mark Pigmentkörner. Dadurch entsteht die in allen Nuancen vertretene graue Farbe der unteren Haarfarbenzone. Die Cuticula der Kaninchenhaare ist pigmentfrei.\\ | Die Pigmentkörner sind bei den farbigen Kaninchenhaaren hauptsächlich in den Markzellen vorhanden. Die Rinde der Kaninchenhaare enthält meistens nur dann Pigment, wenn die Farbe sehr dunkel ist -- schwarz oder zu schwarz neigend. Die helle Farbe wird in den meisten Fällen nur durch das Anhäufen der Pigmentkörnchen in den Markzellen bedingt. Der distale β-Teil aller Haararten enthält nur im Mark Pigmentkörner. Dadurch entsteht die in allen Nuancen vertretene graue Farbe der unteren Haarfarbenzone. Die Cuticula der Kaninchenhaare ist pigmentfrei.\\ | ||
| Das Mark der Flaumhaare besteht aus einreihigen Zellenkolonnen.\\ | Das Mark der Flaumhaare besteht aus einreihigen Zellenkolonnen.\\ | ||
| - | Als charakteristisch für die Fußhaare gilt ihre Rindenausbildung, | + | Als charakteristisch für die Fußhaare gilt ihre Rindenausbildung, |
| ===== Haarpigmente ===== | ===== Haarpigmente ===== | ||
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| "//Die Färbung der verschiedenen Kaninchenrassen ist bedingt durch das Zusammenwirken einer größeren Anzahl von Erbfaktoren (Polygenie), | "//Die Färbung der verschiedenen Kaninchenrassen ist bedingt durch das Zusammenwirken einer größeren Anzahl von Erbfaktoren (Polygenie), | ||
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| * Allgemein: Die Pigmentgröße nimmt von der Haarspitze zur Haarbasis hin zu, während die Pigmentdichte abnimmt. Bauchhaar lässt sich schwerer pigmentieren als Rückenhaar; | * Allgemein: Die Pigmentgröße nimmt von der Haarspitze zur Haarbasis hin zu, während die Pigmentdichte abnimmt. Bauchhaar lässt sich schwerer pigmentieren als Rückenhaar; | ||
| * Bei Alaska (g) waren die Pigmentkörner schwarz, mittelgroß, | * Bei Alaska (g) waren die Pigmentkörner schwarz, mittelgroß, | ||
| - | * Bei Blauen Wienern (dg) waren die Pigmentkörner in Mark- und Rindenzellen größer, lichter gelagert und verklumpt (Abbildung | + | * Bei Blauen Wienern (dg) waren die Pigmentkörner in Mark- und Rindenzellen größer, lichter gelagert und verklumpt (Abbildung |
| * Bei Havanna (cg) waren die Pigmentkörner im Vergleich zu Alaska braun statt schwarz. | * Bei Havanna (cg) waren die Pigmentkörner im Vergleich zu Alaska braun statt schwarz. | ||
| * Bei Thüringern (bg) waren die Pigmentkörner auffallend verkleinert; | * Bei Thüringern (bg) waren die Pigmentkörner auffallend verkleinert; | ||
| * Kaninchen mit mehreren rezessiven Farbfaktoren, | * Kaninchen mit mehreren rezessiven Farbfaktoren, | ||
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| //"Das Weiß als unterste Farbschicht im Haarkleide tritt beim Kaninchen fast ganz zurück, und es herrscht dort ein bläuliches Grau vor. Ferner ist in die Reihenfolge der Farbschichten zwischen das Schwarz-Weiß des Feldhasen eine weitere braune Farbschicht eingeordnet. Sie ist bedingt durch die braune Pigmentierung bezw. Beringung gerade des feinsten Types A (siehe Abb. 6, Tafel I). Sein zahlreiches Auftreten pro Einheit Fläche mit 3300 Haaren auf ¼ qcm befähigt den Typ trotz seiner Feinheit eine ausgesprochene Farbschicht im Haarkleid zu bilden. Beim Wild- und zahmen Kaninchen finden sich also zwei Farbschichten mehr im Haarkleide, als bei Lepus timidus, eine graue und eine braune. […]\\ | //"Das Weiß als unterste Farbschicht im Haarkleide tritt beim Kaninchen fast ganz zurück, und es herrscht dort ein bläuliches Grau vor. Ferner ist in die Reihenfolge der Farbschichten zwischen das Schwarz-Weiß des Feldhasen eine weitere braune Farbschicht eingeordnet. Sie ist bedingt durch die braune Pigmentierung bezw. Beringung gerade des feinsten Types A (siehe Abb. 6, Tafel I). Sein zahlreiches Auftreten pro Einheit Fläche mit 3300 Haaren auf ¼ qcm befähigt den Typ trotz seiner Feinheit eine ausgesprochene Farbschicht im Haarkleid zu bilden. Beim Wild- und zahmen Kaninchen finden sich also zwei Farbschichten mehr im Haarkleide, als bei Lepus timidus, eine graue und eine braune. […]\\ | ||
| … die gelbe Farbschicht des Haarkleides, | … die gelbe Farbschicht des Haarkleides, | ||
| - | Auch bei der Haarprobe eines wildfarbenen Angorakaninchens waren die gelben Pigmentzonen am α-Teil der Haare angelegt. (Abbildung | + | Auch bei der Haarprobe eines wildfarbenen Angorakaninchens waren die gelben Pigmentzonen am α-Teil der Haare angelegt. (Abbildung |
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| (siehe auch Danneel, 1936((Danneel, | (siehe auch Danneel, 1936((Danneel, | ||
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| Er stellte u.a. fest: | Er stellte u.a. fest: | ||
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| * Im Genick und zwischen den Ohren ist Deckhaar nur spärlich vorhanden; der Nackenkeil und die hinteren Ohrenhälften sind frei von Grannenhaar. | * Im Genick und zwischen den Ohren ist Deckhaar nur spärlich vorhanden; der Nackenkeil und die hinteren Ohrenhälften sind frei von Grannenhaar. | ||
| * Bei mittlerer Deckhaarlänge (~35 mm) überragt das Deckhaar das Unterhaar um "// | * Bei mittlerer Deckhaarlänge (~35 mm) überragt das Deckhaar das Unterhaar um "// | ||
| - | * Die Länge der Unterfarbe beträgt "// | + | * Die Länge der Unterfarbe beträgt "// |
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| Bei Rexkaninchen liegen die dunklen Deck- und Unterhaarspitzen sowie die Wildfarbzone des Deckhaars und die Zwischenfarbzone des Unterhaars auf etwa gleicher Höhe, weshalb keine Kränzchenzone gebildet wird.((Contes, | Bei Rexkaninchen liegen die dunklen Deck- und Unterhaarspitzen sowie die Wildfarbzone des Deckhaars und die Zwischenfarbzone des Unterhaars auf etwa gleicher Höhe, weshalb keine Kränzchenzone gebildet wird.((Contes, | ||
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| Wucherer, 1925((Wucherer, | Wucherer, 1925((Wucherer, | ||
| Er beobachtete bei ausgewachsenen, | Er beobachtete bei ausgewachsenen, | ||
| - | Über einen Untersuchungszeitraum von etwa 2 Jahren kam Wucherer "//zu der Überzeugung, | + | Über einen Untersuchungszeitraum von etwa 2 Jahren kam Wucherer "//zu der Überzeugung, |
| Oznurlu //et al//., 2009((Oznurlu, | Oznurlu //et al//., 2009((Oznurlu, | ||
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| ==== Kurzhaar ==== | ==== Kurzhaar ==== | ||
| - | [Thiel, 1928((Thiel, | + | [Thiel, 1928((Thiel, |
| Diribarne //et al//., 2011((Diribarne, | Diribarne //et al//., 2011((Diribarne, | ||
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| Castle & Law, 1936((Castle, | Castle & Law, 1936((Castle, | ||
| - | Bei fertig entwickeltem Satinhaar sind die Zellen des Haarmarks (// | + | Bei fertig entwickeltem Satinhaar sind die Zellen des Haarmarks (// |
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| ===== Fellhaarwechsel ===== | ===== Fellhaarwechsel ===== | ||
| Zeile 189: | Zeile 189: | ||
| Whiteley & Ghadially, 1954((Whiteley, | Whiteley & Ghadially, 1954((Whiteley, | ||
| - | Bei Agouti- und chinchillafarbigen Kaninchen beobachteten sie eine Bänderung (Abbildung | + | Bei Agouti- und chinchillafarbigen Kaninchen beobachteten sie eine Bänderung (Abbildung |
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| Lubnow //et al//., 1969 und Bieber //et al//., 1970 untersuchten Übergangshaarkleider im ersten Lebensjahr: | Lubnow //et al//., 1969 und Bieber //et al//., 1970 untersuchten Übergangshaarkleider im ersten Lebensjahr: | ||
anatomie/fell.1776271221.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin
