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genetik:haengende_ohren

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genetik:haengende_ohren [2026/06/28 18:34] – [Deutschland] kathringenetik:haengende_ohren [2026/07/25 21:29] (aktuell) – [Geschichte] kathrin
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 ===== Geschichte ===== ===== Geschichte =====
-Charles Darwin schrieb 1868((Darwin, Ch. 1868. Das Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication. Stuttgart : Schweizerbart'sche Verlagshandlung)) u. a. //"Es gibt viele Zuchtrassen, welche ihre Charactere mehr oder weniger rein fortpflanzen. Jedermann hat die hängeohrigen Kaninchen auf unsern Ausstellungen gesehen"//. Das heißt, dass hängeohrige Kaninchen seit mindestens Anfang des 19. Jahrhunderts gezüchtet wurden. Die Darstellungen von Darwin bezogen sich überwiegend auf Englische Widderkaninchen: +**Charles Darwin** schrieb 1868((Darwin, Ch. 1868. Das Variiren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication. Stuttgart : Schweizerbart'sche Verlagshandlung)) u. a. //"Es gibt viele Zuchtrassen, welche ihre Charactere mehr oder weniger rein fortpflanzen. Jedermann hat die hängeohrigen Kaninchen auf unsern Ausstellungen gesehen"//. Das heißt, dass hängeohrige Kaninchen seit mindestens Anfang des 19. Jahrhunderts gezüchtet wurden. Die Darstellungen von Darwin bezogen sich überwiegend auf Englische Widderkaninchen: 
  
 //"Englische hängohrige Kaninchen wiegen oft 8-10 Pfd. [4-5 kg] und eins ist ausgestellt gewesen, was 18 Pfd. [9 kg] wog; dagegen wiegt ein ausgewachsenes wildes Kaninchen nur ungefähr 3 1/4 Pfd. [1,75 kg]. Der Kopf oder Schädel ist bei allen den grossen hängohrigen Kaninchen, die ich untersuchte, im Verhältniss zu seiner Breite viel länger als beim wilden Kaninchen. ... Ein Kaninchen wurde ausgestellt, dessen beide Ohren von der Spitze des einen bis zur Spitze des andern gemessen 22 Zoll der Länge [55,9 cm] nach maassen und jedes Ohr war 5 3/8 Zoll breit [13,7 cm]. Bei einem wilden Kaninchen fand ich die Länge der beiden Ohren von Spitze zu Spitze 7 5/8 Zoll [19,4 cm], die Breite nur 1 7/8 Zoll [4,8 cm]. Das bedeutende Körpergewicht der grossen Kaninchen und die ungeheure Entwickelung ihrer Ohren sind die Eigenschaften, welche Preise erlangen und sorgfältig bei der Zuchtwahl berücksichtigt worden sind. ... Bei einigen Halbhängohren ist das herabhängende Ohr breiter und länger als das aufrechte, so dass hier der ungewöhnliche Fall eines Mangels von Symmetrie auf beiden Seiten eintritt. Diese Verschiedenheit in der Stellung und Grösse der beiden Ohren weist wahrscheinlich darauf hin, dass das Hängen des Ohres eine Folge seiner grossen Länge und seines grösseren Gewichts ist, wobei ohne Zweifel auch die in Folge des Nichtgebrauchs eintretende Muskelschwäche als begünstigendes Moment wirkt."// (133-134)  //"Englische hängohrige Kaninchen wiegen oft 8-10 Pfd. [4-5 kg] und eins ist ausgestellt gewesen, was 18 Pfd. [9 kg] wog; dagegen wiegt ein ausgewachsenes wildes Kaninchen nur ungefähr 3 1/4 Pfd. [1,75 kg]. Der Kopf oder Schädel ist bei allen den grossen hängohrigen Kaninchen, die ich untersuchte, im Verhältniss zu seiner Breite viel länger als beim wilden Kaninchen. ... Ein Kaninchen wurde ausgestellt, dessen beide Ohren von der Spitze des einen bis zur Spitze des andern gemessen 22 Zoll der Länge [55,9 cm] nach maassen und jedes Ohr war 5 3/8 Zoll breit [13,7 cm]. Bei einem wilden Kaninchen fand ich die Länge der beiden Ohren von Spitze zu Spitze 7 5/8 Zoll [19,4 cm], die Breite nur 1 7/8 Zoll [4,8 cm]. Das bedeutende Körpergewicht der grossen Kaninchen und die ungeheure Entwickelung ihrer Ohren sind die Eigenschaften, welche Preise erlangen und sorgfältig bei der Zuchtwahl berücksichtigt worden sind. ... Bei einigen Halbhängohren ist das herabhängende Ohr breiter und länger als das aufrechte, so dass hier der ungewöhnliche Fall eines Mangels von Symmetrie auf beiden Seiten eintritt. Diese Verschiedenheit in der Stellung und Grösse der beiden Ohren weist wahrscheinlich darauf hin, dass das Hängen des Ohres eine Folge seiner grossen Länge und seines grösseren Gewichts ist, wobei ohne Zweifel auch die in Folge des Nichtgebrauchs eintretende Muskelschwäche als begünstigendes Moment wirkt."// (133-134) 
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 Zusammenfassend stellte Darwin aus seinen Untersuchungen u. a. fest: //"Durch fortgesetzte Zuchtwahl haben die Ohren in Länge und Breite enorm zugenommen, ihr Gewicht hat sie, wahrscheinlich in Verbindung mit dem Nichtgebrauch ihrer Muskeln, dazu gebracht, abwärts zu hängen; dies hat die Stellung und Form des knöchernen Gehörganges afficirt, und dies hat ferner durch Correlation in einem geringen Grade die Stellung fast jedes Knochens im obern Schädeltheil und selbst die Stellung der Condylen des Unterkiefers beeinflusst."// (161) Zusammenfassend stellte Darwin aus seinen Untersuchungen u. a. fest: //"Durch fortgesetzte Zuchtwahl haben die Ohren in Länge und Breite enorm zugenommen, ihr Gewicht hat sie, wahrscheinlich in Verbindung mit dem Nichtgebrauch ihrer Muskeln, dazu gebracht, abwärts zu hängen; dies hat die Stellung und Form des knöchernen Gehörganges afficirt, und dies hat ferner durch Correlation in einem geringen Grade die Stellung fast jedes Knochens im obern Schädeltheil und selbst die Stellung der Condylen des Unterkiefers beeinflusst."// (161)
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 +**H. Nachtsheim** (1929)((Nachtsheim, H. (1929). Die Entstehung der Kaninchenrassen im Lichte ihrer Genetik. Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie einschließlich Tierernährung, 14(1), 53-109.)): //"Wie bei vielen anderen Haustieren, so war auch beim Kaninchen eines der ersten [[:domestikation|Domestikation]]smerkmale, das auf dem Weg einer Mutation auftrat, die Hängeohrigkeit. Das Merkmal hatte zwar keinen wirtschaftlichen Wert, aber es fanden sich Liebhaber dafür, und so ging die Zucht auf Riesenwuchs schon vom 18. Jahrhundert ab auf zwei verschiedenen Wegen vor sich, mit stehohrigen und mit hängeohrigen Tieren. Neben dem stehohrigen Belgischen Riesen oder, wie er in seiner Heimat heißt, dem Géant des Flandres, entstand in Frankreich der Französische Widder, der Lapin bélier. Ebenso wie der Belgische Riese wurde auch der Französische Widder ursprünglich wildfarbig gezüchtet, und noch heute ist der graue Farbschlag weitaus der verbreitetste."// (S. 58)
  
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 Eine Mitteilung über Widderkaninchen in Deutschland findet sich in einem Buch über "Säugethiere" aus dem Jahr 1868: "//Ob das Kaninchen mit hängenden Ohren eine Abart unseres zahmen Kaninchens ist, oder als selbstständige Art angesehen werden muß, ist noch nicht ausgemacht.//" (Brehm, A. E. 1868. Brehms Illustriertes Tierleben. Erster Band -- Die Säugethiere. Hildburgshausen: Verlag des Bibliographischen Instituts.((Möbes, W. K. G. 1946. Bibliographie des Kaninchens nebst Anhang. I. Das Frettchen. II. Das Meerschweinchen. Bd. 1. Akademischer Verlag Halle.)), S. 7-8)\\   Eine Mitteilung über Widderkaninchen in Deutschland findet sich in einem Buch über "Säugethiere" aus dem Jahr 1868: "//Ob das Kaninchen mit hängenden Ohren eine Abart unseres zahmen Kaninchens ist, oder als selbstständige Art angesehen werden muß, ist noch nicht ausgemacht.//" (Brehm, A. E. 1868. Brehms Illustriertes Tierleben. Erster Band -- Die Säugethiere. Hildburgshausen: Verlag des Bibliographischen Instituts.((Möbes, W. K. G. 1946. Bibliographie des Kaninchens nebst Anhang. I. Das Frettchen. II. Das Meerschweinchen. Bd. 1. Akademischer Verlag Halle.)), S. 7-8)\\  
  
-//"Die ersten deutschen Belege über die Rasse findet man im Württembergischen Wochenblatt für Land- und Forstwirtschaft, Oktober 1868, wo für sie Propaganda gemacht wurde mit dem Erfolg, daß am 17. Oktober 1869 der Oberamtspfleger Wörner in Tübingen durch Vermittlung eines Herrn Meyer dortselbst aus Avignon 3 Lapins béliers bezog. Die Importen hatten ein Gewicht von 4,500 Kilo. [...] Am 22. April 1872 kam ein Transport von 16 Tieren aus Avignon an, dem noch mehrere folgten."//((Poppe, J., & Wischer, M. (1949). Starke, Praktische Kaninchenzucht. Ausführliches Lehrbuch der Haltung, Zucht und Nutzung des Hauskaninchens für Studierende und Züchter. Dreizehnte Auflage. Leipzig: Dr. F. Poppe. Radebeul und Berlin: Neumann-Verlag.))(S. 60-61, Kap. 6. Deutsche Widder)+//"Die ersten deutschen Belege über die Rasse findet man im Württembergischen Wochenblatt für Land- und Forstwirtschaft, Oktober 1868, wo für sie Propaganda gemacht wurde mit dem Erfolg, daß am 17. Oktober 1869 der Oberamtspfleger Wörner in Tübingen durch Vermittlung eines Herrn Meyer dortselbst aus Avignon 3 Lapins béliers bezog. Die Importen hatten ein Gewicht von 4,500 Kilo. Meyer hat dann noch mehr Tiere importiert, [...] In dem vorgenannten Wochenblatt erscheint dann 1872 ein Artikel von Hochstetter-Tübingen, der eine genaue Beschreibung der importierten Tiere bringt. Nach diesen Angaben hatte das Widderkaninchen ein Gewicht von 4,500 bis 5 Kilo; die Ohren hingen zu beiden Seiten des Kopfes herab und waren 15 bis 18 Zentimeter lang, das ist nach unserer Meßmethode, die Spannweite von dem einen Ohrende zum anderen über den Kopf gemessen, 36 bis 42 Zentimeter. Am 22. April 1872 kam ein Transport von 16 Tieren aus Avignon an, dem noch mehrere folgten."//((Poppe, J., & Wischer, M. (1949). Starke, Praktische Kaninchenzucht. Ausführliches Lehrbuch der Haltung, Zucht und Nutzung des Hauskaninchens für Studierende und Züchter. Dreizehnte Auflage. Leipzig: Dr. F. Poppe. Radebeul und Berlin: Neumann-Verlag.))(S. 60-61, Kap. 6. Deutsche Widder)
  
 Der Lehrer H. O. Lenz aus Thüringen schrieb 1873: "//Das Kaninchen mit Schlappohren. Man sieht es jetzt öfters und zwar in gelbgrauer oder gelbgrau und weiß gescheckter Farbe. Es ist viel größer als das gewöhnliche zahme, die Ohren hängen, […]. Man zieht jetzt diese Rasse vorzugsweise, um sie als Eßwaare zu benutzen oder zu verkaufen.//" (Lenz, H. O. 1873. Gemeinnützige Naturgeschichte. Erster Band: Säugetiere. Fünfte Auflage. Gotha: Thienemanns Hofbuchhandlung.((Möbes, W. K. G. 1946. Bibliographie des Kaninchens nebst Anhang. I. Das Frettchen. II. Das Meerschweinchen. Bd. 1. Akademischer Verlag Halle.)), S. 121) Der Lehrer H. O. Lenz aus Thüringen schrieb 1873: "//Das Kaninchen mit Schlappohren. Man sieht es jetzt öfters und zwar in gelbgrauer oder gelbgrau und weiß gescheckter Farbe. Es ist viel größer als das gewöhnliche zahme, die Ohren hängen, […]. Man zieht jetzt diese Rasse vorzugsweise, um sie als Eßwaare zu benutzen oder zu verkaufen.//" (Lenz, H. O. 1873. Gemeinnützige Naturgeschichte. Erster Band: Säugetiere. Fünfte Auflage. Gotha: Thienemanns Hofbuchhandlung.((Möbes, W. K. G. 1946. Bibliographie des Kaninchens nebst Anhang. I. Das Frettchen. II. Das Meerschweinchen. Bd. 1. Akademischer Verlag Halle.)), S. 121)
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   * erster Export aus Frankreich nach Deutschland am 17. Oktober 1869,   * erster Export aus Frankreich nach Deutschland am 17. Oktober 1869,
   * 1870 betrug das Gewicht der Widder 4,5 - 5,0 kg, die Ohrlänge 15 - 18 cm und die Behanglänge (beide Ohren zusammen über den Kopf gemassen) 34 - 42 cm,   * 1870 betrug das Gewicht der Widder 4,5 - 5,0 kg, die Ohrlänge 15 - 18 cm und die Behanglänge (beide Ohren zusammen über den Kopf gemassen) 34 - 42 cm,
-  * Umtaufung der Französischen Widderkaninchen in "Deutsches Widderkaninchen"((Dorn, F. K. 1973. Rassekaninchenzucht. 3. Aufl. Verlag J. Neumann-Neudamm)).\\+  * Umtaufung der Französischen Widderkaninchen in "Deutsches Widderkaninchen".((Dorn, F. K. 1973. Rassekaninchenzucht. 3. Aufl. Verlag J. Neumann-Neudamm))\\
  
 Siehe auch: [[hauskaninchen:kaninchenrassen|Kaninchenrassen]]. Siehe auch: [[hauskaninchen:kaninchenrassen|Kaninchenrassen]].
genetik/haengende_ohren.1782664448.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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