Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


genetik:koerpergroesse_allgemein

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
genetik:koerpergroesse_allgemein [2025/08/14 08:20] – [Zwergwuchs] kathringenetik:koerpergroesse_allgemein [2026/04/01 20:31] (aktuell) – [Ohrlänge] kathrin
Zeile 11: Zeile 11:
 **Symbol:** - **Symbol:** -
  
-Eine zunehmende Körpergröße war wahrscheinlich eines der ersten Merkmale, die bei Hauskaninchen selektiert wurden. Der heute bekannten Vielfalt, von Zwergen ab etwa 1kg (Hermelin, Farbenzwerge, Zwerghasen-Polish, Zwerg-Satin), bis Riesen mit bis zu über 10kg((Vogt, W., Olinger, R., Haman, U., Eber, M., Caithamlova, D., Weissenbacher, Y. 2024. Europa Standard. Herausgeber: Standardkommission der Sparte Kaninchen im Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht. 03-2024.)), liegen komplexe molekulare Mechanismen zugrunde.+Eine zunehmende Körpergröße war wahrscheinlich eines der ersten Merkmale, die bei Hauskaninchen selektiert wurden. Der heute bekannten Vielfalt, von Zwergen ab etwa 1kg (Hermelin, Farbenzwerge, Zwerghasen-Polish, Zwerg-Satin), bis Riesen mit bis zu etwa 10kg((Vogt, W., Olinger, R., Haman, U., Eber, M., Caithamlova, D., Weissenbacher, Y. 2024. Europa Standard. Herausgeber: Standardkommission der Sparte Kaninchen im Europäischen Verband für Geflügel-, Tauben-, Vogel-, Kaninchen- und Caviazucht. 03-2024.)), liegen komplexe molekulare Mechanismen zugrunde.
  
 **Mögliche Kandidatengene:** GPC4((Carneiro, M., Afonso, S., Geraldes, A., Garreau, H., Bolet, G., Boucher, S., … & Ferrand, N. 2011. The genetic structure of domestic rabbits. Molecular biology and evolution, 28(6), 1801-1816.)); LCORL-NCAPG, STC2, HOXD cluster, COL11A1,  IGF2BP2((Carneiro, M., Hu, D., Archer, J., Feng, C., Afonso, S., Chen, C., … & Andersson, L. 2017. Dwarfism and altered craniofacial development in rabbits is caused by a 12.1 kb deletion at the HMGA2 locus. Genetics, 205(2), 955-965.)); HMGA2 (bidirektional)((Ballan, M., Bovo, S., Schiavo, G., Schiavitto, M., Negrini, R., & Fontanesi, L. 2022. Genomic diversity and signatures of selection in meat and fancy rabbit breeds based on high-density marker data. Genetics Selection Evolution, 54(1), 3.))((Ballan, M., Bovo, S., Bertolini, F., Schiavo, G., Schiavitto, M., Negrini, R., & Fontanesi, L. 2023. Population genomic structures and signatures of selection define the genetic uniqueness of several fancy and meat rabbit breeds. Journal of Animal Breeding and Genetics, 140(6), 663-678.)); weitere siehe [[populationsgenetik#Genomweite Assoziationsstudien|Genomweite Assoziationsstudien]].  **Mögliche Kandidatengene:** GPC4((Carneiro, M., Afonso, S., Geraldes, A., Garreau, H., Bolet, G., Boucher, S., … & Ferrand, N. 2011. The genetic structure of domestic rabbits. Molecular biology and evolution, 28(6), 1801-1816.)); LCORL-NCAPG, STC2, HOXD cluster, COL11A1,  IGF2BP2((Carneiro, M., Hu, D., Archer, J., Feng, C., Afonso, S., Chen, C., … & Andersson, L. 2017. Dwarfism and altered craniofacial development in rabbits is caused by a 12.1 kb deletion at the HMGA2 locus. Genetics, 205(2), 955-965.)); HMGA2 (bidirektional)((Ballan, M., Bovo, S., Schiavo, G., Schiavitto, M., Negrini, R., & Fontanesi, L. 2022. Genomic diversity and signatures of selection in meat and fancy rabbit breeds based on high-density marker data. Genetics Selection Evolution, 54(1), 3.))((Ballan, M., Bovo, S., Bertolini, F., Schiavo, G., Schiavitto, M., Negrini, R., & Fontanesi, L. 2023. Population genomic structures and signatures of selection define the genetic uniqueness of several fancy and meat rabbit breeds. Journal of Animal Breeding and Genetics, 140(6), 663-678.)); weitere siehe [[populationsgenetik#Genomweite Assoziationsstudien|Genomweite Assoziationsstudien]]. 
Zeile 55: Zeile 55:
 //"Nach dem ersten Weltkrieg trat die kurzohrige Zwergform// [siehe [[zwergwuchs_hmga2|HMGA2]], Anmerkung KH]//, bis dahin unbekannt, auf und hat sich im In- und Ausland verbreitet."//((Joppich, F. 1969. Das Kaninchen. Vierte, ergänzte Auflage. Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag.))(S. 182)  //"Nach dem ersten Weltkrieg trat die kurzohrige Zwergform// [siehe [[zwergwuchs_hmga2|HMGA2]], Anmerkung KH]//, bis dahin unbekannt, auf und hat sich im In- und Ausland verbreitet."//((Joppich, F. 1969. Das Kaninchen. Vierte, ergänzte Auflage. Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag.))(S. 182) 
  
-Siehe auch: [[hauskaninchen:kaninchenrassen|Kaninchenrassen]].+Siehe auch: [[hauskaninchen:kaninchenrassen|Kaninchenrassen]], [[hauskaninchen:zwergkaninchen|Zwergkaninchen]].
  
 ==== Zur Vererbung ==== ==== Zur Vererbung ====
Zeile 66: Zeile 66:
 ==== Ohrlänge ==== ==== Ohrlänge ====
  
-(in Arbeit)+Die Ohrlänge korreliert normalerweise mit der Körpergröße. Bei Widder-Rassen, die auf lange Ohren selektiert wurden (insbesondere Englische Widder), könnten mehrere Gene eine Rolle bei der Ausprägung dieses Merkmals spielen (Review, Fontanesi, 2021((Fontanesi, L. 2021. Genetics and molecular genetics of morphological and physiological traits and inherited disorders in the European rabbit. In: The genetics and genomics of the rabbit (pp. 120-162). Wallingford UK: CABI. ISBN: 9 781 78064 3342.)), S. 147).
  
-Die Ohrlänge korreliert normalerweise mit der Körpergröße. Bei Widder-Rassen, die auf lange Ohren selektiert wurden (insbesondere Englische Widder), könnten mehrere Gene eine Rolle bei der Ausprägung dieses Merkmals spielen (Review, Fontanesi, 2021((Fontanesi, L. 2021. Genetics and molecular genetics of morphological and physiological traits and inherited disorders in the European rabbit. In: The genetics and genomics of the rabbit (pp. 120-162). Wallingford UK: CABI. ISBN: 9 781 78064 3342.)), S. 147) +Lang, 1910((Lang, A. 1910. Die Erblichkeitsverhältnisse der Ohrenlänge der Kaninchen nach Castle und das Problem der intermediären Vererbung und Bildung konstanter Bastardrassen. Zeitschrift für induktive Abstammungs-und Vererbungslehre, 4(1), 1-23.)) führte aus, wie "schwierig, umständlich und zeitraubend" es sei, Genotypen "höherer Tiere" anhand von Zuchtexperimenten zu bestimmen. An Castles((Castle, W. E., Walter, H. E., Mullenix, R. C., & Cobb, S. 1909. Studies of inheritance in rabbits. Carnegie Institution of Washington. Publication no. 114.))(S. 9-35) Auffassung einer intermediären Vererbung ("//blending inheritance//") quantitativer Merkmale -- z.B. der Ohrlänge beim Kaninchen ("//Eine Kreuzung zwischen Kaninchen, die sich in der Ohrlänge unterscheiden, erzeugt Nachkommen mit Ohren von mittlerer Länge, die um den Mittelwert der elterlichen Ohrlängen variieren.//") -- übte er Kritik: seine, aus heutiger Sicht, wichtigsten Ideen waren: 
- +  * Quantitative Merkmale werden von mehreren Faktoren (Gene, Umwelt) bestimmt; jedes der beteiligten Gene folgt für sich allein genommen den [[historische_meilensteine#Mendelsche Vererbung|Mendelschen Regeln]](Anmerkung: R. Fisher stellte 1918 fest, dass quantitative Merkmale durch multiple Mendel´sche Gene vererbt werden.((Visscher, P. M., & Goddard, M. E. (2019). From RA Fisher’s 1918 paper to GWAS a century later. Genetics, 211(4), 1125-1130.)))
-Lang, 1910((Lang, A. 1910. Die Erblichkeitsverhältnisse der Ohrenlänge der Kaninchen nach Castle und das Problem der intermediären Vererbung und Bildung konstanter Bastardrassen. Zeitschrift für induktive Abstammungs-und Vererbungslehre, 4(1), 1-23.)) führte aus, wie "schwierig, umständlich und zeitraubend" es sei, Genotypen "höherer Tiere" anhand von Zuchtexperimenten zu bestimmen. An Castles((Castle, W. E., Walter, H. E., Mullenix, R. C., & Cobb, S. 1909. Studies of inheritance in rabbits. Carnegie Institution of Washington. Publication no. 114.)) Auffassung einer intermediären Vererbung ("//blending inheritance//") quantitativer Merkmale -- z.B. der Ohrlänge beim Kaninchen ("//Eine Kreuzung zwischen Kaninchen, die sich in der Ohrlänge unterscheiden, erzeugt Nachkommen mit Ohren von mittlerer Länge, die um den Mittelwert der elterlichen Ohrlängen variieren.//") -- übte er Kritik: seine, aus heutiger Sicht, wichtigsten Ideen waren: +
-  * Quantitative Merkmale werden von mehreren Faktoren (Gene, Umwelt) bestimmt; jedes der beteiligten Gene folgt für sich allein genommen den Mendelschen Regeln.+
   *  Abstufungen in der Ausbildung eines Merkmals können durch Variation in der Anzahl gleichwertig wirkender Faktoren oder durch unterschiedlich stark beteiligte Faktoren bedingt sein.   *  Abstufungen in der Ausbildung eines Merkmals können durch Variation in der Anzahl gleichwertig wirkender Faktoren oder durch unterschiedlich stark beteiligte Faktoren bedingt sein.
   * Bei der Festigung eines bestimmten Merkmals durch positiv gerichtete Selektion kann "die Summierung, die Addition ganz kleiner Verschiedenheiten", d.h. die Verschiebung von Allelfrequenzen (bis hin zur Fixierung),  weitaus bedeutender sein als spontane Veränderungen des Erbguts (Mutationen).   * Bei der Festigung eines bestimmten Merkmals durch positiv gerichtete Selektion kann "die Summierung, die Addition ganz kleiner Verschiedenheiten", d.h. die Verschiebung von Allelfrequenzen (bis hin zur Fixierung),  weitaus bedeutender sein als spontane Veränderungen des Erbguts (Mutationen).
Zeile 79: Zeile 77:
   * Die Vergrößerung der Ohren bei Hängeohrkaninchen geht nicht mit einer Veränderung der Ohrform einher. Das Verhältnis von Ohrlänge zu Ohrbreite ist bei allen Kaninchenrassen und in allen Altersstufen zwischen einem Monat und der Geschlechtsreife nahezu gleich. Es schwankt eng um einen Modalwert von 0,56 (Wert, der am häufigsten in einer Stichprobe vorkommt).   * Die Vergrößerung der Ohren bei Hängeohrkaninchen geht nicht mit einer Veränderung der Ohrform einher. Das Verhältnis von Ohrlänge zu Ohrbreite ist bei allen Kaninchenrassen und in allen Altersstufen zwischen einem Monat und der Geschlechtsreife nahezu gleich. Es schwankt eng um einen Modalwert von 0,56 (Wert, der am häufigsten in einer Stichprobe vorkommt).
   * Es gibt Hinweise darauf, dass Mutationen, die die Größe der Ohren im Verhältnis zum Körper verringern, auch bei Kaninchen aufgetreten sind und dass solche Mutationen in so kleinwüchsige und kurzohrige Rassen wie die Hermelinkaninchen eingearbeitet wurden.   * Es gibt Hinweise darauf, dass Mutationen, die die Größe der Ohren im Verhältnis zum Körper verringern, auch bei Kaninchen aufgetreten sind und dass solche Mutationen in so kleinwüchsige und kurzohrige Rassen wie die Hermelinkaninchen eingearbeitet wurden.
 +
 +Dunlop & Hammond, 1937((Dunlop, G., & Hammond, J. (1937). The growth and proportions of the rabbit’s ear in relation to body weight. Journal of Genetics, 34(3), 463-477.))
  
 Williams & Moore, 1989((Williams, C. K., & Moore, R. J. 1989. Phenotypic adaptation and natural selection in the wild rabbit, Oryctolagus cuniculus, in Australia. The Journal of Animal Ecology, 495-507.)) Williams & Moore, 1989((Williams, C. K., & Moore, R. J. 1989. Phenotypic adaptation and natural selection in the wild rabbit, Oryctolagus cuniculus, in Australia. The Journal of Animal Ecology, 495-507.))
  
-Jackson, Rogers & Lukefahr, 2006((Jackson, R., Rogers, A. D., & Lukefahr, S. D. 2006. Inheritance of the naked gene and associations with postweaning performance and thermotolerance characters in fryer rabbits from an F2 generation. World Rabbit Science, 14(3), 147-155.))+Jackson, Rogers & Lukefahr, 2006((Jackson, R., Rogers, A. D., & Lukefahr, S. D. 2006. Inheritance of the naked gene and associations with postweaning performance and thermotolerance characters in fryer rabbits from an F2 generation. World Rabbit Science, 14(3), 147-155.)) präsentierten vorläufige Ergebnisse zu einem möglichen Zusammenhang zwischen einem "//[[haarlosigkeit|naked]]//"-Genort und verschiedenen physiologischen und morphologischen Merkmalen, darunter Ohrlänge und -form. Sie schlussfolgerten: "//present results do not appear to support the view that certain founder genes for growth or ear type were closely linked to either naked or furred genes.//"
  
 Kurze Ohren siehe auch [[zwergwuchs_hmga2|HMGA2]]. Kurze Ohren siehe auch [[zwergwuchs_hmga2|HMGA2]].
genetik/koerpergroesse_allgemein.1755152451.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

Donate Powered by PHP Valid HTML5 Valid CSS Driven by DokuWiki