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hypothese

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hypothese [2026/02/02 19:39] andreashypothese [2026/03/04 08:41] (aktuell) – [Beispiel 1, Johnson & Burn, 2019] kathrin
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 In Studien bezüglich der [[qualzucht:qualzucht|"Qualzucht"]] von Hauskaninchen wird häufig die Annahme bzw. Vermutung als Nullhypothese H<sub>0</sub> formuliert, z. B.: "Kaninchen mit hängenden Ohren leiden häufiger an Ohrerkrankungen als Kaninchen mit stehenden Ohren". Die Alternativhypothese H<sub>1</sub> wäre dann: "Kaninchen mit hängenden Ohren leiden nicht häufiger an Ohrerkrankungen als Kaninchen mit stehenden Ohren". Können empirische Ergebnisse die Nullhypothese belegen, wäre diese verifiziert (bewiesen) und die Alternativhypothese würde abgelehnt werden. Maßgeblich dafür ist die Qualität der Daten bzw. die Statistik, mit der eine Hypothese verifiziert oder falsifiziert wird. In Studien bezüglich der [[qualzucht:qualzucht|"Qualzucht"]] von Hauskaninchen wird häufig die Annahme bzw. Vermutung als Nullhypothese H<sub>0</sub> formuliert, z. B.: "Kaninchen mit hängenden Ohren leiden häufiger an Ohrerkrankungen als Kaninchen mit stehenden Ohren". Die Alternativhypothese H<sub>1</sub> wäre dann: "Kaninchen mit hängenden Ohren leiden nicht häufiger an Ohrerkrankungen als Kaninchen mit stehenden Ohren". Können empirische Ergebnisse die Nullhypothese belegen, wäre diese verifiziert (bewiesen) und die Alternativhypothese würde abgelehnt werden. Maßgeblich dafür ist die Qualität der Daten bzw. die Statistik, mit der eine Hypothese verifiziert oder falsifiziert wird.
  
-Von verschiedenen privaten Organisationen werden in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk verschiedene "[[qualzucht:qualzuchthypothesen|Qualzuchthypothesen"]] verbreitet, die nicht bewiesen bzw. widerlegt sind.+Von verschiedenen privaten Organisationen werden in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk verschiedene "[[qualzucht:qualzuchthypothesen|Qualzuchthypothesen"]] verbreitet, die auf Grund der Methodik von Studien nicht bewiesen oder sogar widerlegt wurden.
  
 +Zur Methodik in Bezug auf Prävalenzen von Krankheiten gehört z. B. auch die Berücksichtigung von Faktoren, die einen Einfluss auf das Ergebnis einer Studie nehmen können, aber nicht (mit-)betrachtet werden. Diese Faktoren werden als Confounder (Störgrößen) bezeichnet. Dazu gehören Ernährungs- und Haltungsbedingungen, Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen, Selektion der Tiere (z. B. 1 Tierheim, 1 Tierklinik), Informationsbias (Fragestellungen in einer Umfrage) und letztlich die Erwartungshaltung der Studienersteller.
 ===== Beispiel 1, Johnson & Burn, 2019 ===== ===== Beispiel 1, Johnson & Burn, 2019 =====
-In einer Studie von Johnson & Burn, 2019 wurden z. B. folgendes formuliert: //"We hypothesised that if the lop-eared phenotype leads to functional impairment, there would be significantly more aural pathology, such as ear canal stenosis, cerumen accumulation and inflammation and dental pathology, such as incisor overgrowth and molar spurs, in lop-eared rabbits than in erect-eared rabbits."//((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.105163)) (Übersetzung: Wir stellten die Hypothese auf, dass, wenn der Hängeohr-Phänotyp zu einer funktionellen Beeinträchtigung führt, bei Hängeohr-Kaninchen signifikant mehr Pathologien des Gehörs, wie z. B. Gehörgangsverengung, Cerumenansammlung und Entzündungen, sowie Zahnpathologien, wie z. B. zu lange Schneidezähne und Backenzahnhaken, auftreten würden als bei Kaninchen mit aufrechten Ohren).+In einer Studie von Johnson & Burn, 2019 wurde z. B. Folgendes formuliert: //"We hypothesised that if the lop-eared phenotype leads to functional impairment, there would be significantly more aural pathology, such as ear canal stenosis, cerumen accumulation and inflammation and dental pathology, such as incisor overgrowth and molar spurs, in lop-eared rabbits than in erect-eared rabbits."//((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.105163)) (Übersetzung: Wir stellten die Hypothese auf, dass, wenn der Hängeohr-Phänotyp zu einer funktionellen Beeinträchtigung führt, bei Hängeohr-Kaninchen signifikant mehr Pathologien des Gehörs, wie z. B. Gehörgangsverengung, Cerumenansammlung und Entzündungen, sowie Zahnpathologien, wie z. B. zu lange Schneidezähne und Backenzahnhaken, auftreten würden als bei Kaninchen mit aufrechten Ohren.).
  
 Als Ergebnis wurde festgestellt: //"The results from this research support the hypothesis that lop-eared rabbits have more dental and aural pathology than erect-eared rabbits. This brings into debate the ethics of breeding and buying lop-eared rabbits, as they may be more likely to suffer from these conditions, which can be painful and often chronic or recurrent."//((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.105163)) (Übersetzung: Die Ergebnisse dieser Untersuchung stützen die Hypothese, dass Hängeohrkaninchen häufiger an Zahn- und Gehörkrankheiten leiden als Kaninchen mit aufrechtem Ohr.). Als Ergebnis wurde festgestellt: //"The results from this research support the hypothesis that lop-eared rabbits have more dental and aural pathology than erect-eared rabbits. This brings into debate the ethics of breeding and buying lop-eared rabbits, as they may be more likely to suffer from these conditions, which can be painful and often chronic or recurrent."//((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.105163)) (Übersetzung: Die Ergebnisse dieser Untersuchung stützen die Hypothese, dass Hängeohrkaninchen häufiger an Zahn- und Gehörkrankheiten leiden als Kaninchen mit aufrechtem Ohr.).
  
-Die Ergebnisse würden die Hypothese stützen, aber nicht beweisen. Der Grund dafür liegt in der Methodik der Studie. Es wurden 30 Tiere (15 Stehohr-, 15 Widderkaninchen) in einem Tierheim untersucht, die von der Leiterin ausgesucht wurden. Die Ergebnisse können somit nicht repräsentativ für eine Gesamtpopulation von Hauskaninchen sein, was von den Autorinnen auch selbst so festgestellt wurde: //"The use of a rescue population may of course not represent the general population of pet rabbits."//((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.105163)) (Übersetzung: Die Verwendung einer Tierheimpopulation kann natürlich nicht die allgemeine Population von Heimkaninchen repräsentieren.)+Die Ergebnisse würden die Hypothese stützen, aber nicht beweisen. Der Grund dafür liegt in der Methodik der Studie. Es wurden 30 Tiere (15 Stehohr-, 15 Widderkaninchen) in einem Tierheim untersucht, die von der Leiterin ausgesucht wurden. Die Ergebnisse können somit nicht repräsentativ für eine Gesamtpopulation von Hauskaninchen sein, was von den Autorinnen auch selbst so festgestellt wurde: //"The use of a rescue population may of course not represent the general population of pet rabbits."//((Johnson, J. C., & Burn, C. C. 2019. Lop‐eared rabbits have more aural and dental problems than erect‐eared rabbits: a rescue population study. Veterinary Record, 185(24), 758-758. https://doi.org/10.1136/vr.105163)) (Übersetzung: Die Verwendung einer Tierheimpopulation kann natürlich nicht die allgemeine Population von Heimkaninchen repräsentieren.).
  
 Die Ergebnisse dieser Studie werden in aktuellen [[qualzucht:qualzuchtkampagne|Qualzuchtkampagnen]] benutzt, um eine höhere Anfälligkeit von Widderkaninchen im Vergleich zu Stehohrkaninchen belegen zu wollen. Die Ergebnisse dieser Studie werden in aktuellen [[qualzucht:qualzuchtkampagne|Qualzuchtkampagnen]] benutzt, um eine höhere Anfälligkeit von Widderkaninchen im Vergleich zu Stehohrkaninchen belegen zu wollen.
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 Die Stichprobe in der Studie von O'Neill et al., 2024 kann als [[repraesentativ|repräsentativ]] angesehen werden, womit verschiedene [[qualzucht:qualzuchthypothesen|Qualzuchthypothesen]] widerlegt (falsifiziert) wurden. Die Stichprobe in der Studie von O'Neill et al., 2024 kann als [[repraesentativ|repräsentativ]] angesehen werden, womit verschiedene [[qualzucht:qualzuchthypothesen|Qualzuchthypothesen]] widerlegt (falsifiziert) wurden.
  
-Die Studie von O'Neill et al., 2024 wird als Quelle im [[https://qualzucht-datenbank.eu/merkblatt-kaninchen-typ-widder/|Merkblatt Nr. 17]]((Merkblatt Kaninchen Typ Widder,  QUEN-Merkblatt Nr. 17, Bearbeitungsstand 02.08.2024. Online, Abruf am 26.01.2025 von: https://qualzucht-datenbank.eu/merkblatt-kaninchen-typ-widder/)) der QUEN gGmbH aufgeführt, ohne darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse wesentliche Hypothesen in diesem Merkblatt widerlegt.+Die Studie von O'Neill et al., 2024 wird als Quelle im [[https://qualzucht-datenbank.eu/merkblatt-kaninchen-typ-widder/|Merkblatt Nr. 17]]((Merkblatt Kaninchen Typ Widder,  QUEN-Merkblatt Nr. 17, Bearbeitungsstand 02.08.2024. Online, Abruf am 26.01.2025 von: https://qualzucht-datenbank.eu/merkblatt-kaninchen-typ-widder/)) der QUEN gGmbH aufgeführt, ohne darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse wesentliche Hypothesen in diesem Merkblatt widerlegten.
  
 ===== Methodenvergleich der 2 Beispiele ===== ===== Methodenvergleich der 2 Beispiele =====
hypothese.1770057558.txt.gz · Zuletzt geändert: von andreas

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