krankheiten:krankheiten
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| |Wirbelsäule, | |Wirbelsäule, | ||
| |Hautkrankheiten|28|16, | |Hautkrankheiten|28|16, | ||
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| |Augenerkrankungen|12|7, | |Augenerkrankungen|12|7, | ||
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| Die Prävalenz von Anomalien war bei älteren Kaninchen signifikant höher als bei jüngeren; insgesamt 82,3 % (n=51) der Kaninchen, die älter als drei Jahre waren, wiesen Befunde bei der körperlichen oder röntgenologischen Untersuchung auf. Die Autoren stellten fest, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Kaninchen in den letzten Jahren gestiegen sei und es wäre nicht ungewöhnlich, | Die Prävalenz von Anomalien war bei älteren Kaninchen signifikant höher als bei jüngeren; insgesamt 82,3 % (n=51) der Kaninchen, die älter als drei Jahre waren, wiesen Befunde bei der körperlichen oder röntgenologischen Untersuchung auf. Die Autoren stellten fest, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Kaninchen in den letzten Jahren gestiegen sei und es wäre nicht ungewöhnlich, | ||
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| - | Die Grundgesamtheit einer Querschnittsstudie von O' | + | Die Grundgesamtheit einer Querschnittsstudie von O' |
| Mit 32,4% waren in dem Programm Tiere mit hängenden Ohren (Lop) vertreten, also knapp ein Drittel aller Tiere. | Mit 32,4% waren in dem Programm Tiere mit hängenden Ohren (Lop) vertreten, also knapp ein Drittel aller Tiere. | ||
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| In der Krankheits-Gruppe „Gehör“ (Auditory) waren 25 von 2.506 Tieren vertreten (1,0%). Eine Rassezuordnung erfolgte nicht. In dem Begleitmaterial der Studie mit den Rohdaten wurden die Erkrankungen " | In der Krankheits-Gruppe „Gehör“ (Auditory) waren 25 von 2.506 Tieren vertreten (1,0%). Eine Rassezuordnung erfolgte nicht. In dem Begleitmaterial der Studie mit den Rohdaten wurden die Erkrankungen " | ||
| - | In der Einleitung wurde erklärt, dass verschiedene, | + | In der Einleitung wurde erklärt, dass verschiedene, |
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| + | Das mittlere Sterbealter der 370 Kaninchen, die während der Studie verstarben, betrug 4,3 Jahre. Bei Männchen war das mittlere Sterbealter höher (5,2 Jahre) als bei Weibchen (3,7 Jahre). Bei 103 Kaninchen (27,8 %) war die Todesursache in ihren Krankenakten nicht vermerkt. Von den verbleibenden 267 Todesfällen waren die häufigsten Todesursachen Myiasis (n=29, Prävalenz 10,9 %), Anorexie (n=18, 4,9 %), Kollaps (n=18, 4,9 %,) und Ileus (n=16, 4,3 %). Das mittlere Sterbealter bei den acht häufigsten Todesursachen variierte zwischen 1,7 Jahren bei Myxomatose und 6,4 Jahren bei Anorexie. | ||
| ==== Shiga et al., 2022 ==== | ==== Shiga et al., 2022 ==== | ||
| In einer Studie aus Japan((Shiga, | In einer Studie aus Japan((Shiga, | ||
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| * Die Ergebnisse lieferten keine Beweise für ein erhöhtes Risiko von Zahnerkrankungen bei Rassen mit Hängeohren im Vergleich zu Rassen mit aufrechten Ohren. Dies steht im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, | * Die Ergebnisse lieferten keine Beweise für ein erhöhtes Risiko von Zahnerkrankungen bei Rassen mit Hängeohren im Vergleich zu Rassen mit aufrechten Ohren. Dies steht im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, | ||
| * In der Studie konnte auch kein höheres Risiko für Zahnerkrankungen bei brachyzephalen Kaninchen im Vergleich zu normozephalen Kaninchen nachgewiesen werden. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu früheren Ergebnissen((Siriporn B, Weerakhun S. 2014. A study of risk factors, clinical signsand radiographic findings in relation to dental diseases of domestic rabbits. KKU Vet J. 2014; | * In der Studie konnte auch kein höheres Risiko für Zahnerkrankungen bei brachyzephalen Kaninchen im Vergleich zu normozephalen Kaninchen nachgewiesen werden. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu früheren Ergebnissen((Siriporn B, Weerakhun S. 2014. A study of risk factors, clinical signsand radiographic findings in relation to dental diseases of domestic rabbits. KKU Vet J. 2014; | ||
| - | * In der Studie konnte nicht nachgewiesen werden, dass Zwergkaninchen im Vergleich zu Kaninchen der " | + | * In der Studie konnte nicht nachgewiesen werden, dass [[hauskaninchen: |
| * Bei kastrierten Kaninchen war die Wahrscheinlichkeit einer Zahnerkrankung 1,38-mal so hoch als bei intakten Kaninchen, ähnlich wie bei Hunden. Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit einer Zahnerkrankung bei männlichen Kaninchen in der aktuellen Studie 1,23mal höher als bei weiblichen Kaninchen, was frühere Belege für eine starke Veranlagung von männlichen Kaninchen für Zahnerkrankungen bei Kaninchen bestätigte. | * Bei kastrierten Kaninchen war die Wahrscheinlichkeit einer Zahnerkrankung 1,38-mal so hoch als bei intakten Kaninchen, ähnlich wie bei Hunden. Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit einer Zahnerkrankung bei männlichen Kaninchen in der aktuellen Studie 1,23mal höher als bei weiblichen Kaninchen, was frühere Belege für eine starke Veranlagung von männlichen Kaninchen für Zahnerkrankungen bei Kaninchen bestätigte. | ||
| * Möglicherweise haben haltungsbedingte Faktoren, die in der aktuellen Studie nicht bewertet werden konnten, aber möglicherweise über alle Rassen hinweg konstant sind, einen weitaus größeren Einfluss auf das Risiko von Zahnerkrankungen als rassespezifische Körperbaueigenschaften. In der bisherigen Literatur wurde hervorgehoben, | * Möglicherweise haben haltungsbedingte Faktoren, die in der aktuellen Studie nicht bewertet werden konnten, aber möglicherweise über alle Rassen hinweg konstant sind, einen weitaus größeren Einfluss auf das Risiko von Zahnerkrankungen als rassespezifische Körperbaueigenschaften. In der bisherigen Literatur wurde hervorgehoben, | ||
| * Die Ergebnisse belegen keine höhere Wahrscheinlichkeit von Zahnerkrankungen bei hängeohrigen oder brachycephalen Kaninchen im Vergleich zu ihren aufrechtohrigen oder normocephalen Artgenossen, | * Die Ergebnisse belegen keine höhere Wahrscheinlichkeit von Zahnerkrankungen bei hängeohrigen oder brachycephalen Kaninchen im Vergleich zu ihren aufrechtohrigen oder normocephalen Artgenossen, | ||
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| - | Bei dieser Studie((O' | + | Bei dieser Studie((O' |
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| + | **Auf Grund der Methodik ist das bisher (Stand 03.02.2026) die einzige Studie, die tatsächliche, | ||
| + | * ausreichend große Stichprobe von 3.933 Tieren aus einer Grundgesamtheit von 162.017 Heimkaninchen | ||
| + | * die Stichprobe wurde zufällig ausgewählt | ||
| + | * die Stichprobe stammt aus 1.224 verschiedenen Tierkliniken | ||
| + | * Prävalenzzeitraum 01.01. - 31.12.2019 | ||
| + | * die Stichprobe enthält Daten der Diagnose(n), | ||
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| + | Der größte Wert besteht in der Erfassung **aller** Krankheiten für die vorgestellten Tiere in den Kliniken. Somit lassen sich bei Interesse Zusammenhänge von Erkrankungen von Heimkaninchen erkennen, die bisher in Untersuchungen zum Krankheitsgeschehen von Heimkaninchen weitgehend unberücksichtigt blieben. | ||
| Der Median des Körpergewichts der erwachsenen Kaninchen in der Studie betrug insgesamt 2,26 kg. Das mediane Körpergewicht der weiblichen Tiere war mit 2,30 kg höher als das der männlichen Tiere mit 2,24 kg. Dies deute darauf hin, dass die Allgemeinheit keine extremen Rassengrößen von Kaninchen bevorzugt, auch wenn die Öffentlichkeit extreme Gesichts- und Ohrenformen niedlich finde. | Der Median des Körpergewichts der erwachsenen Kaninchen in der Studie betrug insgesamt 2,26 kg. Das mediane Körpergewicht der weiblichen Tiere war mit 2,30 kg höher als das der männlichen Tiere mit 2,24 kg. Dies deute darauf hin, dass die Allgemeinheit keine extremen Rassengrößen von Kaninchen bevorzugt, auch wenn die Öffentlichkeit extreme Gesichts- und Ohrenformen niedlich finde. | ||
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| Es gab keinen Unterschied in den Todesursachen für Stehohr- und Widderkaninchen. Die am häufigsten gemeldeten waren Kollaps, Enteropathie und neurologischer Natur (//brain disorder// | Es gab keinen Unterschied in den Todesursachen für Stehohr- und Widderkaninchen. Die am häufigsten gemeldeten waren Kollaps, Enteropathie und neurologischer Natur (//brain disorder// | ||
| - | Bei 2.723 der 3.933 Tiere (69,23%) wurde mindestens eine Erkrankung erfasst, während bei den anderen 30,77% keine Erkrankung festgestellt wurde und die aus anderen Gründen wie z. B. Impfung oder Kastration vorgestellt wurden. Es gab keinen Hinweis darauf, dass sich die Wahrscheinlichkeit, | + | Bei 2.723 der 3.933 Tiere (69,23%) wurde mindestens eine Erkrankung erfasst, während bei den anderen 30,77% keine Erkrankung festgestellt wurde und die aus anderen Gründen wie z. B. Impfung oder Kastration vorgestellt wurden. Es gab keinen Hinweis darauf, dass sich die Wahrscheinlichkeit, |
| ^Diagnosen^Anzahl, | ^Diagnosen^Anzahl, | ||
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| Von den 25 häufigsten Erkrankungen waren Kaninchen mit Hängeohren nur für zwei prädisponiert, | Von den 25 häufigsten Erkrankungen waren Kaninchen mit Hängeohren nur für zwei prädisponiert, | ||
| - | Zusammenfassend wurde festgestellt, | + | Zusammenfassend wurde festgestellt, |
| + | |||
| + | //" | ||
| ===== Studien mit nicht zufälligen Stichproben ===== | ===== Studien mit nicht zufälligen Stichproben ===== | ||
| Es existieren weitere, häufig zitierte Studien wie z. B. von Snook //et al//., 2013((Snook, | Es existieren weitere, häufig zitierte Studien wie z. B. von Snook //et al//., 2013((Snook, | ||
krankheiten/krankheiten.1767458970.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin
