physiologie:fortpflanzung
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| ====== Fortpflanzung ====== | ====== Fortpflanzung ====== | ||
| - | In Europa beträgt die durchschnittliche Fortpflanzungszeit von Anfang April bis Ende September ca. 204 Tage. Maximal könnten Kaninchenweibchen jährlich 6 – 7 Würfe im monatlichen Abstand zur Welt bringen. Auf Grund von intrauterinen Verlusten ist jedoch die Gesamtzahl im Jahr mit 3-4 Würfen deutlich niedriger. Die mittlere Wurfgröße liegt bei 5 Jungtieren((von Holst, D. (2004): Populationsbiologische Untersuchungen beim Wildkaninchen - Der Einfluss von Sozialverhalten und Stress auf Vitalität und Fortpflanzung. Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) 1/04. 17-21)).\\ | + | In Europa beträgt die durchschnittliche Fortpflanzungszeit von Anfang April bis Ende September ca. 204 Tage. Maximal könnten Kaninchenweibchen jährlich 6–7 Würfe im monatlichen Abstand zur Welt bringen. Auf Grund von intrauterinen Verlusten ist jedoch die Gesamtzahl im Jahr mit 3–4 Würfen deutlich niedriger. Die mittlere Wurfgröße liegt bei 5 Jungtieren.((von Holst, D. (2004): Populationsbiologische Untersuchungen beim Wildkaninchen - Der Einfluss von Sozialverhalten und Stress auf Vitalität und Fortpflanzung. Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW (LÖBF) 1/04. 17-21.))\\ |
| Die Überlebensrate der geborenen Jungtiere bis zum Beginn ihrer ersten Reproduktionsperiode im folgenden Jahr beträgt nur knapp 6%. Rammler werden ab ca. vier Monaten, Weibchen ab etwa 3 Monaten geschlechtsreif. Einen regelmäßigen, | Die Überlebensrate der geborenen Jungtiere bis zum Beginn ihrer ersten Reproduktionsperiode im folgenden Jahr beträgt nur knapp 6%. Rammler werden ab ca. vier Monaten, Weibchen ab etwa 3 Monaten geschlechtsreif. Einen regelmäßigen, | ||
| - | Die Eizellen reifen in den Graafschen Follikeln in den Eierstöcken der Gebärmutter. 10-12 Stunden nach der Paarung platzen | + | Die Eizellen reifen in den Graafschen Follikeln in den Eierstöcken der Gebärmutter. 10–12 Stunden nach der Paarung platzen |
| Eine Freisetzung der Eizellen aus den Follikeln kann auch ohne Paarungsakt stattfinden, | Eine Freisetzung der Eizellen aus den Follikeln kann auch ohne Paarungsakt stattfinden, | ||
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| Die sprichwörtliche Fruchtbarkeit der Kaninchen rührt unter anderem daher, dass die Weibchen bereits kurz nach dem Werfen bereits wieder empfängnisbereit sind. Auf Grund des Vorhandenseins zweier Eierstöcke wird gelegentlich über eine so genannte Superfötation spekuliert. Darstellungen darüber erscheinen jedoch widersprüchlich.((Röllig, | Die sprichwörtliche Fruchtbarkeit der Kaninchen rührt unter anderem daher, dass die Weibchen bereits kurz nach dem Werfen bereits wieder empfängnisbereit sind. Auf Grund des Vorhandenseins zweier Eierstöcke wird gelegentlich über eine so genannte Superfötation spekuliert. Darstellungen darüber erscheinen jedoch widersprüchlich.((Röllig, | ||
| - | Kaninchenweibchen verfügen über die Möglichkeit, | + | Kaninchenweibchen verfügen über die Möglichkeit, |
| - | Die Tragzeit beträgt im Durchschnitt 31 Tage. Der Nestbau kann ca. 14 Tage vor der Geburt der Jungtiere erfolgen und kurz vor der Geburt vollendet sein. Oft wird er aber erst am Tag der Geburt begonnen. Dazu trägt die Häsin Nestmaterial aus Gras und trockenen Pflanzenresten zusammen und rupft sich kurze Zeit vor dem Werfen Bauchfell, mit dem das Nest ausgepolstert wird. Hormonell bedingt sitzt das Bauchfell zu dieser Zeit locker. Nach der Geburt werden von der Häsin die Nachgeburten gefressen.\\ | + | Die Tragzeit beträgt im Durchschnitt 31 Tage. Der Nestbau kann ca. 14 Tage vor der Geburt der Jungtiere erfolgen und kurz vor der Geburt vollendet sein. Oft wird er aber erst am Tag der Geburt begonnen. Dazu trägt die Häsin Nestmaterial aus Gras und trockenen Pflanzenresten zusammen und rupft sich kurze Zeit vor dem Werfen Bauchfell, mit dem das Nest ausgepolstert wird.((Bilkó, Á., Petróczi, I., Bárdos, B., Nagy, I., & Altbacker, V. (2022). Composition of the wild rabbit nest and its implication for domestic rabbit breeding. Applied Sciences, 12(4), 1915. https:// |
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| + | ===== Populationsdynamiken ===== | ||
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| + | Fortpflanzungsparameter von Wildkaninchenpopulationen weltweit (alle Jahre zusammengefasst); | ||
| + | ^ Ort ^ Breitengrad | ||
| + | |Trockenes Australien | ||
| + | |Zentral-Chile | ||
| + | |Wellstead (Australien) | ||
| + | |Mediterranes Australien | ||
| + | |Subalpines Australien | ||
| + | |Subalpines Australien | ||
| + | |Doñana Nationalpark (Südwest-Spanien) | ||
| + | |Sierra Morena (Südwest-Spanien) | ||
| + | |Alicante (Ost-Spanien) | ||
| + | |Süd-Portugal | ||
| + | |Süd-Portugal | ||
| + | |Wairarapa (Neuseeland) | ||
| + | |North Canterbury (Neuseeland) | ||
| + | |Süd-Frankreich | ||
| + | |Zentral-Otago (Neuseeland) | ||
| + | |San Juan Island (USA) | 48, | ||
| + | |Nord-Frankreich | ||
| + | |Caernarvonshire (UK) | 53, | ||
| + | |Subantarktisches Australien | ||
| + | |Süd-Schweden | ||
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