sinne:riechen
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| ====== Riechen ====== | ====== Riechen ====== | ||
| - | Kaninchen | + | Kaninchen |
| Kaninchen besitzen nach Kaetzke, et al., 2003((Kaetzke, | Kaninchen besitzen nach Kaetzke, et al., 2003((Kaetzke, | ||
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| Zur Prüfung von Duftstoffen in der Luft " | Zur Prüfung von Duftstoffen in der Luft " | ||
| - | Der Geruchssinn dient auch der Nahrungsselektion. Niehaus, 1968((Niehaus, H. 1968. Zur Ernährungsphysiologie des Kaninchens. Arch. Geflügelzucht u. Kleintierkd. 1968, Bd. 17, S. 25-42)) demonstrierte dies, indem er Kaninchen ein Futter mit verdorbenen Komponenten anbot. Die Tiere verschmähten die schlechten Bestandteile. | + | Die früheste Beschreibung dieses Verhaltens stammt von Matthews, 1952((Matthews, L. H. 1952. Rabbits, Hares, and Rodents (Kagomorpha and Rodentia). New Naturalist 21. British Mammals. Seite 124-171)): //"The nostrils of the rabbit are elongated and narrow, and set lengthways on the snout. Normally they are concealed by hairy folds of skin that overlap them; if these folds are held apart the nostrils are seen lying in a groove that is hairless, or practically so. Just in front of the nostril the hairless skin is raised into a characteristic pattern on a small oval pad.101 The front part of the pad is covered with minute pimples set in longitudinal rows, but the hinder third bears five or six ridges running from before backwards, and fading. away at the edge of the nostril (fig. 56, p. 135). Similar, but not quite identical, structures occur in the nostrils of hares; and in the rodents the corresponding pads are often developed to a comparatively large size, and sometimes bear complex patterns of ridges or pimples, coinparable with the human finger-print. The function of these structures is quite unknown; their discoverer has called them ' |
| - | Wenn Jungtiere den Bau verlassen, bleiben sie zunächst in der Nähe des Eingangs. Mit der Zeit nehmen die Entfernungen zu, aber in bestimmten Abständen wird der Eingang zum Bau immer wieder aufgesucht. Später | + | Diese Beschreibung wurde von Bürger, 1959((Bürger, |
| - | In erster Linie prägen sich Kaninchen ihre Fluchtwege durch geruchliche | + | Der Geruchssinn dient auch der Nahrungsselektion. Niehaus, 1968((Niehaus, H. 1968. Zur Ernährungsphysiologie des Kaninchens. Arch. Geflügelzucht u. Kleintierkd. 1968, Bd. 17, S. 25-42)) demonstrierte dies, indem er Kaninchen ein verdorbenes Futter mit einzelnen, frischen Komponenten anbot. Die Tiere fraßen nur die frischen Bestandteile. |
| - | Aufgrund ihrer Fähigkeit, eine große Zahl und auch Mischungen von Gerüchen | + | Wenn Jungtiere den Bau verlassen, bleiben sie zunächst in der Nähe des Eingangs. Mit der Zeit nehmen die Entfernungen |
| - | * Kinndrüsen, | + | |
| - | * Drüsen in der Leistenregion (Inguinaldrüsen, auch „Geschlechtsecken“ genannt) | + | |
| - | * Drüsen in der Afterregion (Analsdrüsen). | + | |
| - | Für den „Gruppengeruch“ | + | Aufgrund ihrer Fähigkeit, eine große Zahl und auch Mischungen von Gerüchen zu erkennen, |
| - | Bis zu einem Alter von 8 Tagen ist bei Kaninchen kein wahrnehmbarer Geruch aus den Inguinaldrüsen feststellbar. Wenn fremde Tiere in einer existierenden Gruppe erscheinen, werden sie vor allem von älteren, dominanten Rammlern immer wieder | + | Für den „Gruppengeruch“ sind hauptsächlich dominante Männchen verantwortlich. Sie „markieren“ (kennzeichnen) markante Punkte im Territorium und an dessen Grenzen sowie Gruppenmitglieder immer wieder |
| - | Jungtiere beschränken ihren Aufenthalt im Territorium auf einen Bereich, der durch Geruchsmarken als ihr „Zuhause“ gekennzeichnet ist. Fremde Jungtiere werden oft von eingesessenen, | + | Bis zu einem Alter von 8 Tagen ist bei Kaninchen kein wahrnehmbarer Geruch aus den Inguinaldrüsen feststellbar. Wenn fremde Tiere in einer existierenden Gruppe erscheinen, werden sie vor allem von älteren, dominanten Männchen immer wieder „markiert“. Zu diesem Zweck werden auch jüngere Tiere in einer Form bestiegen, die auch „aufreiten“ genannt wird und in der Regel (in diesem Fall fälschlich) in einem sexuellen Zusammenhang gesehen wird. Tatsächlich werden die Tiere bei dieser Gelegenheit mit dem Sekret aus den Inguinaldrüsen versehen. Das sprichwörtliche „berammelt alles“ hat also nicht immer etwas mit dem Deckverhalten von Rammlern zu tun, sondern dient häufig der Markierung von Gruppenmitgliedern. Auf diese Weise werden fremde Tiere den Gruppenmitgliedern langsam vertraut und von diesen akzeptiert. |
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| + | Jungtiere beschränken ihren Aufenthalt im Territorium auf einen Bereich, der durch Geruchsmarken als ihr „Zuhause“ gekennzeichnet ist. Fremde Jungtiere werden oft von eingesessenen, | ||
| Experimente haben gezeigt, dass Jungtiere den Geruch der Anal-Drüse ihrer Mutter leichter akzeptieren als andere Gerüche. Auf Grund der Kenntnis des Geruchs der Mutter beschränken sie ihren Aufenthalt auf Gebiete im Territorium der Gruppe, in denen sie vor Aggression von Mitgliedern einer anderen Gruppe geschützt sind. Beobachtungen wie auch Untersuchungen zeigten, dass Kaninchen zwischen Tieren verschiedener sozialer Gruppen unterscheiden können. | Experimente haben gezeigt, dass Jungtiere den Geruch der Anal-Drüse ihrer Mutter leichter akzeptieren als andere Gerüche. Auf Grund der Kenntnis des Geruchs der Mutter beschränken sie ihren Aufenthalt auf Gebiete im Territorium der Gruppe, in denen sie vor Aggression von Mitgliedern einer anderen Gruppe geschützt sind. Beobachtungen wie auch Untersuchungen zeigten, dass Kaninchen zwischen Tieren verschiedener sozialer Gruppen unterscheiden können. | ||
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| Einige Kotplätze bzw. Latrinen befinden sich an den Reviergrenzen bestehender Gruppen. Sie zeigen fremden Tieren, dass ab dieser Grenze ein Bereich beginnt, der einer Gruppe gehört. Tiere, die zu dieser Gruppe gehören, kennen dagegen den Bereich, in dem sie relativ geschützt vor Angriffen gruppenfremder Tiere sind. | Einige Kotplätze bzw. Latrinen befinden sich an den Reviergrenzen bestehender Gruppen. Sie zeigen fremden Tieren, dass ab dieser Grenze ein Bereich beginnt, der einer Gruppe gehört. Tiere, die zu dieser Gruppe gehören, kennen dagegen den Bereich, in dem sie relativ geschützt vor Angriffen gruppenfremder Tiere sind. | ||
| + | Graf, 2010((Graf, S. B. (2010). Aspekte des agonistischen Verhaltens weiblicher Zuchtkaninchen in der Gruppenhaltung (Doctoral dissertation, | ||
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