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sinne:riechen

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 Zur Prüfung von Duftstoffen in der Luft "blinzeln" Kaninchen mit der Nase, indem sie die Falten der Nasenlöcher mit einer Frequenz von 1,5-4/Sekunde rhythmisch anheben und senken. Im [[verhalten:verhalten|Ethogramm]] von Kraft, 1976((Kraft, R. 1976. Vergleichende Verhaltensstudien an Wild- und Hauskaninchen. Erlangen : Universität, 1976. Dissertation)) wurde dieses Verhalten als "Nasenblinzeln" aufgeführt.  Zur Prüfung von Duftstoffen in der Luft "blinzeln" Kaninchen mit der Nase, indem sie die Falten der Nasenlöcher mit einer Frequenz von 1,5-4/Sekunde rhythmisch anheben und senken. Im [[verhalten:verhalten|Ethogramm]] von Kraft, 1976((Kraft, R. 1976. Vergleichende Verhaltensstudien an Wild- und Hauskaninchen. Erlangen : Universität, 1976. Dissertation)) wurde dieses Verhalten als "Nasenblinzeln" aufgeführt. 
  
-Die früheste Beschreibung stammt von Matthews, 1952((Matthews, L. H. 1952. Rabbits, Hares, and Rodents (Kagomorpha and Rodentia). New Naturalist 21. British Mammals. Seite 124-171)): //"The nostrils of the rabbit are elongated and narrow, and set lengthways on the snout. Normally they are concealed by hairy folds of skin that overlap them; if these folds are held apart the nostrils are seen lying in a groove that is hairless, or practically so. Just in front of the nostril the hairless skin is raised into a characteristic pattern on a small oval pad.101 The front part of the pad is covered with minute pimples set in longitudinal rows, but the hinder third bears five or six ridges running from before backwards, and fading. away at the edge of the nostril (fig. 56, p. 135). Similar, but not quite identical, structures occur in the nostrils of hares; and in the rodents the corresponding pads are often developed to a comparatively large size, and sometimes bear complex patterns of ridges or pimples, coinparable with the human finger-print. The function of these structures is quite unknown; their discoverer has called them 'tactile organs', and well they may be, but it is also possible that they are 'distantreceptors' of some sort, for the well-known habit in rabbits and rodents of 'winking' the nose appears to be an alternate exposing and covering of this organ, as though testing the air."// (S. 135/136).\\ +Die früheste Beschreibung dieses Verhaltens stammt von Matthews, 1952((Matthews, L. H. 1952. Rabbits, Hares, and Rodents (Kagomorpha and Rodentia). New Naturalist 21. British Mammals. Seite 124-171)): //"The nostrils of the rabbit are elongated and narrow, and set lengthways on the snout. Normally they are concealed by hairy folds of skin that overlap them; if these folds are held apart the nostrils are seen lying in a groove that is hairless, or practically so. Just in front of the nostril the hairless skin is raised into a characteristic pattern on a small oval pad.101 The front part of the pad is covered with minute pimples set in longitudinal rows, but the hinder third bears five or six ridges running from before backwards, and fading. away at the edge of the nostril (fig. 56, p. 135). Similar, but not quite identical, structures occur in the nostrils of hares; and in the rodents the corresponding pads are often developed to a comparatively large size, and sometimes bear complex patterns of ridges or pimples, coinparable with the human finger-print. The function of these structures is quite unknown; their discoverer has called them 'tactile organs', and well they may be, but it is also possible that they are 'distantreceptors' of some sort, for the well-known habit in rabbits and rodents of 'winking' the nose appears to be an alternate exposing and covering of this organ, as though testing the air."// (S. 135/136).\\ 
  
-Die Beschreibung wurde von Bürger, 1959((Bürger, M. 1959. Eine vergleichende Untersuchung über Putzbewegungen bei Lagomorpha und Rodentia. Der zoologische Garten (NF). Band 24. 1958/1959. Seite 434-506)) übernommen und das "Zwinkern" (winking) mit "Blinzeln" übersetzt: //"Weiterhin treten Unterschiede im Bau der Nasen auf, die auch ein verschiedenes Verhalten nach sich ziehen. So zeigen die Lagomorpha sehr deutlich ein sog. "Blinzeln". Die in einer haarlosen Rinne liegenden Nüstern der Kaninchen und Hasen sind nämlich durch Falten des Felles überdeckt. Die Nüstern werden nun mittels dieser Falten abwechselnd entblößt und wieder bedeckt und so entstehtdas, was H. MATTHEWs (41) »da:Blinzeln der Nase« nennt (Abb..4). Die Rodentia dagegen haben die Nüstern stets mehr oder weniger often liegen und damit fehlt ihnen auch diesels »Blinzeln«. Wie im nachfolgenden Tei1 zu erörtern bleibt, zeigen die beiden Ordnungen auch in der Körperpflege recht erhebliche Unterschiede."// (S. 441)\\ +Diese Beschreibung wurde von Bürger, 1959((Bürger, M. 1959. Eine vergleichende Untersuchung über Putzbewegungen bei Lagomorpha und Rodentia. Der zoologische Garten (NF). Band 24. 1958/1959. Seite 434-506)) übernommen und das "Zwinkern" (winking) mit "Blinzeln" übersetzt: //"Weiterhin treten Unterschiede im Bau der Nasen auf, die auch ein verschiedenes Verhalten nach sich ziehen. So zeigen die Lagomorpha sehr deutlich ein sog. "Blinzeln". Die in einer haarlosen Rinne liegenden Nüstern der Kaninchen und Hasen sind nämlich durch Falten des Felles überdeckt. Die Nüstern werden nun mittels dieser Falten abwechselnd entblößt und wieder bedeckt und so entsteht das, was H. MATTHEWS (41) »das Blinzeln der Nase« nennt (Abb. 4). Die Rodentia dagegen haben die Nüstern stets mehr oder weniger offen liegen und damit fehlt ihnen auch dieses »Blinzeln«."// (S. 441)\\ 
  
-Der Geruchssinn dient auch der Nahrungsselektion. Niehaus, 1968((Niehaus, H. 1968. Zur Ernährungsphysiologie des Kaninchens. Arch. Geflügelzucht u. Kleintierkd. 1968, Bd. 17, S. 25-42)) demonstrierte dies, indem er Kaninchen ein Futter mit verdorbenen Komponenten anbot. Die Tiere verschmähten die schlechten Bestandteile. +Der Geruchssinn dient auch der Nahrungsselektion. Niehaus, 1968((Niehaus, H. 1968. Zur Ernährungsphysiologie des Kaninchens. Arch. Geflügelzucht u. Kleintierkd. 1968, Bd. 17, S. 25-42)) demonstrierte dies, indem er Kaninchen ein verdorbenes Futter mit einzelnen, frischen Komponenten anbot. Die Tiere fraßen nur die frischen Bestandteile. 
  
 Wenn Jungtiere den Bau verlassen, bleiben sie zunächst in der Nähe des Eingangs. Mit der Zeit nehmen die Entfernungen zu, aber in bestimmten Abständen wird der Eingang zum Bau immer wieder aufgesucht. Später werden auch neue Wege getestet und die Erreichbarkeit des Baus durch Sprints getestet. In erster Linie prägen sich Kaninchen ihre Fluchtwege durch geruchliche (olfaktorische) Markierungen ein. Entlang der Wege werden markante Punkte wie Erhebungen, Steine und auch Pflanzen mit den Kinndrüsen markiert. Diese bilden gewissermaßen Gassen, welche durch Geruchsmarken erkannt werden. Kaninchen auf der Flucht werden immer die ver-trauten Wege nutzen. Veränderungen im Revier werden sofort registriert und immer vorsichtig erkundet.  Wenn Jungtiere den Bau verlassen, bleiben sie zunächst in der Nähe des Eingangs. Mit der Zeit nehmen die Entfernungen zu, aber in bestimmten Abständen wird der Eingang zum Bau immer wieder aufgesucht. Später werden auch neue Wege getestet und die Erreichbarkeit des Baus durch Sprints getestet. In erster Linie prägen sich Kaninchen ihre Fluchtwege durch geruchliche (olfaktorische) Markierungen ein. Entlang der Wege werden markante Punkte wie Erhebungen, Steine und auch Pflanzen mit den Kinndrüsen markiert. Diese bilden gewissermaßen Gassen, welche durch Geruchsmarken erkannt werden. Kaninchen auf der Flucht werden immer die ver-trauten Wege nutzen. Veränderungen im Revier werden sofort registriert und immer vorsichtig erkundet. 
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 Einige Kotplätze bzw. Latrinen befinden sich an den Reviergrenzen bestehender Gruppen. Sie zeigen fremden Tieren, dass ab dieser Grenze ein Bereich beginnt, der einer Gruppe gehört. Tiere, die zu dieser Gruppe gehören, kennen dagegen den Bereich, in dem sie relativ geschützt vor Angriffen gruppenfremder Tiere sind. Einige Kotplätze bzw. Latrinen befinden sich an den Reviergrenzen bestehender Gruppen. Sie zeigen fremden Tieren, dass ab dieser Grenze ein Bereich beginnt, der einer Gruppe gehört. Tiere, die zu dieser Gruppe gehören, kennen dagegen den Bereich, in dem sie relativ geschützt vor Angriffen gruppenfremder Tiere sind.
  
-Lang2009((LangC. (2009). Klinische und ethologische Untersuchungen zur Haltung wachsender Kaninchen (Doctoral dissertation, Universitätsbibliothek Giessen). https://jlupub.ub.uni-giessen.de/server/api/core/bitstreams/1d37c92d-dd23-40c2-925a-93e0fe0c0d1e/content)) untersuchte die [[verhalten:vergesellschaftung|Vergesellschaftung]] weiblicher Kaninchen in einem "neutralen" Raum mit dem Ergebnis, dass dieser keinen Einfluss auf das antagonistische Verhalten der Tiere hatte.\\ +Graf2010((GrafS. B. (2010). Aspekte des agonistischen Verhaltens weiblicher Zuchtkaninchen in der Gruppenhaltung (Doctoral dissertation, Zugl.: Gießen, Univ., Diss., 2010). https://d-nb.info/100783501x/34)) untersuchte die [[verhalten:vergesellschaftung|Vergesellschaftung]] weiblicher Kaninchen in einem "neutralen" Raum mit dem Ergebnis, dass dieser keinen Einfluss auf das antagonistische Verhalten der Tiere hatte.\\ 
  
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sinne/riechen.1774858190.txt.gz · Zuletzt geändert: von andreas

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