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verhalten:verhalten

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verhalten:verhalten [2025/08/20 13:56] kathrinverhalten:verhalten [2026/02/26 20:22] (aktuell) andreas
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 Auf Grund der Domestikation haben sich bei Hauskaninchen Veränderungen in einigen Verhaltensweisen ergeben, die sich vor allem aus dem fehlenden Überlebenskampf in der Natur ergeben. Außerdem können Verhaltensweisen in der Aufzucht und Haltung beeinflusst werden, die vererbt werden.  Auf Grund der Domestikation haben sich bei Hauskaninchen Veränderungen in einigen Verhaltensweisen ergeben, die sich vor allem aus dem fehlenden Überlebenskampf in der Natur ergeben. Außerdem können Verhaltensweisen in der Aufzucht und Haltung beeinflusst werden, die vererbt werden. 
  
-Im Folgenden wird das Verhaltensinventar im Vergleich von Wild- und Hauskaninchen (Hermelin, Holländer) aus Beobachtungen in Freilandgehegen von Kraft, 1976((Kraft, R. 1976. Vergleichende Verhaltensstudien an Wild- und Hauskaninchen. Erlangen : Universität, 1976. Dissertation)), sowie einer Zusammenfassung von Kraft, 1979((Kraft, R. 1978. Vergleichende Verhaltensstudien an Wild‐und Hauskaninchen: I. Das Verhaltensinventar von Wild‐und Hauskaninchen. Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, 95(1‐4), 140-162)) beschrieben.\\+Im Folgenden wird das Verhaltensinventar bzw. Ethogramm im Vergleich von Wild- und Hauskaninchen (Hermelin, Holländer) aus Beobachtungen in Freilandgehegen von Kraft, 1976((Kraft, R. 1976. Vergleichende Verhaltensstudien an Wild- und Hauskaninchen. Erlangen : Universität, 1976. Dissertation)), sowie einer Zusammenfassung von Kraft, 1979((Kraft, R. 1978. Vergleichende Verhaltensstudien an Wild‐und Hauskaninchen: I. Das Verhaltensinventar von Wild‐und Hauskaninchen. Zeitschrift für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, 95(1‐4), 140-162)) beschrieben. Zitierungen aus der Arbeit von Kraft, 1976 sind //"kursiv"// formatiert.\\
  
-Weitere Beschreibungen für Verhaltensweisen stammen von Lincke, 1943((Lincke, M. 1943. Das Wildkaninchen. Neudamm)), Southern, 1948((Southern, H. N. 1948. Sexual and aggressive behaviour in the wild rabbit Behaviour I, 173 - 195)), Lockley, 1961((Lockley, R. M. 1961. Social structure and stress in the rabbit warren. J. An. Ecol. 30, 385 - 423)), Lockley, 1964((Lockley, R. M. 1964. The private life of the rabbit. Ebenezer Baylis & Son LZD, Worcester and London)). Zitierungen aus der Arbeit von Kraft, 1976 sind //"kursiv"// formatiert.\\   +Weitere Beschreibungen für Verhaltensweisen stammen von Lincke, 1943((Lincke, M. 1943. Das Wildkaninchen. Neudamm)), Southern, 1948((Southern, H. N. 1948. Sexual and aggressive behaviour in the wild rabbit Behaviour I, 173 - 195)), Lockley, 1961((Lockley, R. M. 1961. Social structure and stress in the rabbit warren. J. An. Ecol. 30, 385 - 423)), Lockley, 1964((Lockley, R. M. 1964. The private life of the rabbit. Ebenezer Baylis & Son LZD, Worcester and London)).\\   
  
 Ergänzt werden diese durch eigene Beobachtungen an Heim- und Wildkaninchen, die in Klammern mit (A. R.) angegeben werden. Bei den Wildkaninchen handelt es sich um verschiedene Gruppen, die im Südwesten von Deutschland leben, bei den Heimkaninchen um Tiere in Freilandhaltung. Ergänzt werden diese durch eigene Beobachtungen an Heim- und Wildkaninchen, die in Klammern mit (A. R.) angegeben werden. Bei den Wildkaninchen handelt es sich um verschiedene Gruppen, die im Südwesten von Deutschland leben, bei den Heimkaninchen um Tiere in Freilandhaltung.
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 //Bei Wild- und auch Hauskaninchen sind zwei feste Rangordnungen für Männchen und Weibchen getrennt ausgebildet. Männchen behandeln normalerweise nur andere, in der Rangordnung tieferstehende Männchen aggressiv, Weibchen nur rangtiefere Weibchen. Die Tiere wehren sich niemals gegen Angriffe eines Ranghöheren, sondern fliehen stets vor diesem. Es kam deshalb im Gehege zu keinen Kämpfen, solange die Rangordnung nicht verändert wurde. Als aggressive Verhaltensweisen gegen rangniedrigere Tiere treten hauptsächlich Vorstoßen und aggressives Jagen auf, die in den meisten Fällen zu keiner Verletzung des Artgenossen führen.// \\ //Bei Wild- und auch Hauskaninchen sind zwei feste Rangordnungen für Männchen und Weibchen getrennt ausgebildet. Männchen behandeln normalerweise nur andere, in der Rangordnung tieferstehende Männchen aggressiv, Weibchen nur rangtiefere Weibchen. Die Tiere wehren sich niemals gegen Angriffe eines Ranghöheren, sondern fliehen stets vor diesem. Es kam deshalb im Gehege zu keinen Kämpfen, solange die Rangordnung nicht verändert wurde. Als aggressive Verhaltensweisen gegen rangniedrigere Tiere treten hauptsächlich Vorstoßen und aggressives Jagen auf, die in den meisten Fällen zu keiner Verletzung des Artgenossen führen.// \\
  
-|**Vorstoßen**\\ //Ein Tier stößt mit dem Vorderkörper oder dem ganzen Körper ruckartig auf einen Artgenossen zu, ohne ihn jedoch zu treffen. Der Vorderkörper wird dabei gesenkt, der Kopf vorgestreckt und die Ohren nach hinten angelegt. Eine weitere Verfolgung des Gegners, der daraufhin meist flieht, unterbleibt häufig. Somit hat diese Bewegung den Charakter einer Drohgebärde.// (Das Vorstrecken des Kopfes bewirkt als Reaktion das Anlegen der Ohren, die somit keine isolierte Verhaltensweise darstellt. (siehe auch **Aggressives Ausdrucksverhalten**, Schwanzheben)| +|**Vorstoßen**\\ //Ein Tier stößt mit dem Vorderkörper oder dem ganzen Körper ruckartig auf einen Artgenossen zu, ohne ihn jedoch zu treffen. Der Vorderkörper wird dabei gesenkt, der Kopf vorgestreckt und die Ohren nach hinten angelegt. Eine weitere Verfolgung des Gegners, der daraufhin meist flieht, unterbleibt häufig. Somit hat diese Bewegung den Charakter einer Drohgebärde.// (Das Vorstrecken des Kopfes bewirkt als Reaktion das Anlegen der Ohren, die somit keine isolierte Verhaltensweise darstelltsiehe auch **Aggressives Ausdrucksverhalten**, Schwanzheben)| 
-|**Aggressives Jagen**\\ //In den meisten Fällen entlädt sich der Agsressionstrieb in einer aggressiven Verfolgung rangniedrigerer Tiere. Meist bricht der Verfolger bereits nach einigen Metern die Verfolgung ab, es kommen aber auch lange und ausdauernde Verfolgungsjagden vor. Die gejagten Tiere fliehen vor ihren Verfolgern jedoch nie in die Baue, wie es stets der Fall ist, wenn sie von Artfremden, z. B. Menschen, verfolgt werden.//|<imgcaption label40|Aggressives Jagen, Wildkaninchen>{{verhalten:wild_rabbit_hunting.JPG?200}}</imgcaption>|+|**Aggressives Jagen**\\ //In den meisten Fällen entlädt sich der Aggressionstrieb in einer aggressiven Verfolgung rangniedrigerer Tiere. Meist bricht der Verfolger bereits nach einigen Metern die Verfolgung ab, es kommen aber auch lange und ausdauernde Verfolgungsjagden vor. Die gejagten Tiere fliehen vor ihren Verfolgern jedoch nie in die Baue, wie es stets der Fall ist, wenn sie von Artfremden, z. B. Menschen, verfolgt werden.//|<imgcaption label40|Aggressives Jagen, Wildkaninchen>{{verhalten:wild_rabbit_hunting.JPG?200}}</imgcaption>|
 |**In-den-Rücken-beißen**\\ //Während des aggressiven Jagens kann es vorkommen, daß das gejagte Tier eingeholt und beim Laufen in den Rücken gebissen wird. Gelegentlich beißt sich der Verfolger auch am Rücken des fliehenden Tieres fest und läßt sich von diesem mitschleppen. Tiere, die gebissen werden, stoßen oft laute und schrille Schreie aus. Bei den Wildkaninchen bissen fast nur die Weibchen, die beim aggressiven Jagen ausdauernder sind als die Männchen, die fliehenden Tiere in den Rücken. Der Rücken rangniedriger Weibchen zeigte oft zahlreiche Bißwunden. Zwei Wildkaninchen starben an solchen Verletzungen, die ihnen von Weibchen zugefügt worden waren. Männchen beißen beim aggressiven Jagen selten, sondern brechen die Verfolgung meist sehr bald ab.// | |**In-den-Rücken-beißen**\\ //Während des aggressiven Jagens kann es vorkommen, daß das gejagte Tier eingeholt und beim Laufen in den Rücken gebissen wird. Gelegentlich beißt sich der Verfolger auch am Rücken des fliehenden Tieres fest und läßt sich von diesem mitschleppen. Tiere, die gebissen werden, stoßen oft laute und schrille Schreie aus. Bei den Wildkaninchen bissen fast nur die Weibchen, die beim aggressiven Jagen ausdauernder sind als die Männchen, die fliehenden Tiere in den Rücken. Der Rücken rangniedriger Weibchen zeigte oft zahlreiche Bißwunden. Zwei Wildkaninchen starben an solchen Verletzungen, die ihnen von Weibchen zugefügt worden waren. Männchen beißen beim aggressiven Jagen selten, sondern brechen die Verfolgung meist sehr bald ab.// |
 |**Ernstkampf**\\ Rangordnungskämpfe getrennt zwischen Männchen und Weibchen|  | |**Ernstkampf**\\ Rangordnungskämpfe getrennt zwischen Männchen und Weibchen|  |
-|**Ernstkampf**, Hochspringen\\ //Kämpfende Tiere springen voreinander 1/2 3/4 m hoch und prallen in der Luft aufeinander. Während des Sprunges versuchen sie, mit den Hinterläufen nach dem Gegner zu schlagen.// |+|**Ernstkampf**, Hochspringen\\ //Kämpfende Tiere springen voreinander 1/2 bis 3/4 m hoch und prallen in der Luft aufeinander. Während des Sprunges versuchen sie, mit den Hinterläufen nach dem Gegner zu schlagen.// |
 |**Ernstkampf**, Treten mit den Hinterläufen\\ //Die kämpfenden Tiere liegen parallel oder antiparallel zueinander auf einer Körperseite. Mit beiden Hinterläufen schlagen sie sehr schnell und heftig gegen den Körper des Kontrahenten. Beide Hinterläufe schlagen synchron, die Zehen sind gespreitzt. Gleichzeitig beißen sich die Tiere am Körper des Gegners fest und hindern ihn damit am Entkommen.// | |**Ernstkampf**, Treten mit den Hinterläufen\\ //Die kämpfenden Tiere liegen parallel oder antiparallel zueinander auf einer Körperseite. Mit beiden Hinterläufen schlagen sie sehr schnell und heftig gegen den Körper des Kontrahenten. Beide Hinterläufe schlagen synchron, die Zehen sind gespreitzt. Gleichzeitig beißen sich die Tiere am Körper des Gegners fest und hindern ihn damit am Entkommen.// |
 |**Ernstkampf**, Beißen\\ //Beim Kampf versuchen die Tiere, sich gegenseitig in jeden erreichbaren Körperteil zu beißen. Gelegentlich beißen sie einander gleichzeitig.// | |**Ernstkampf**, Beißen\\ //Beim Kampf versuchen die Tiere, sich gegenseitig in jeden erreichbaren Körperteil zu beißen. Gelegentlich beißen sie einander gleichzeitig.// |
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 === Defensives Verhalten === === Defensives Verhalten ===
 |**Fliehen**\\ //Da eine Demutsgebärde fehlt, entziehen sich die Tiere den Angriffen Ranghöherer durch Flucht, was eine aggressive Verfolgung nach sich zieht. Die gejagten Tiere fliehen in andere Gehegeteile, jedoch nie in die Baue.// | |**Fliehen**\\ //Da eine Demutsgebärde fehlt, entziehen sich die Tiere den Angriffen Ranghöherer durch Flucht, was eine aggressive Verfolgung nach sich zieht. Die gejagten Tiere fliehen in andere Gehegeteile, jedoch nie in die Baue.// |
-|**Überspringen**\\ //Ein angegriffenes Tier springt über den Angreifer hinweg. Wenn sich der Angreifer daraufhin dem betreffenden Tier erneut zuwendet, kann dieses nochmals über ihn hinwegspringen. Ein Angreifer kann auf diese Weise mehrmals in wechselnden Hichtungen übersprungen werden. Auch artfremde Angreifer werden übersprungen.// |+|**Überspringen**\\ //Ein angegriffenes Tier springt über den Angreifer hinweg. Wenn sich der Angreifer daraufhin dem betreffenden Tier erneut zuwendet, kann dieses nochmals über ihn hinwegspringen. Ein Angreifer kann auf diese Weise mehrmals in wechselnden Richtungen übersprungen werden. Auch artfremde Angreifer werden übersprungen.// |
 === Verhaltensweisen der Werbung und Paarung === === Verhaltensweisen der Werbung und Paarung ===
 |**Werbendes Treiben**\\ //Die Weibchen entziehen sich einer sexuellen Annäherung der Männchen in den meisten Fällen, indem sie sich langsam hoppelnd entfernen. Wenn das Männchen dem Weibchen nachfolgt, entspannt sich daraus das werbende Treiben, bei dem sich beide Partner relativ langsam fortbewegen. Das Weibchen hoppelt voraus, der Bock folgt ihm und versucht, es einzuholen.// | |**Werbendes Treiben**\\ //Die Weibchen entziehen sich einer sexuellen Annäherung der Männchen in den meisten Fällen, indem sie sich langsam hoppelnd entfernen. Wenn das Männchen dem Weibchen nachfolgt, entspannt sich daraus das werbende Treiben, bei dem sich beide Partner relativ langsam fortbewegen. Das Weibchen hoppelt voraus, der Bock folgt ihm und versucht, es einzuholen.// |
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 |**Anharnen**\\ //Der Bock läuft in etwa 1/2 m Abstand an der Häsin vorbei. Wenn er sich auf gleicher Höhe mit ihr befindet, schleudert er sein Hinterteil ruckartig 1 - 2 mal auf die Seite in Richtung auf die Häsin. Wenn er gleichzeitig harnt, wird der austretende Harn in einem Strahl auf die Häsin gerichtet. Gelegentlich ist während des seitlichen Schleuderns des Hinterleibes jedoch kein Harnstrahl zu sehen, d.h. der Bock führt die Bewegung aus, ohne zu harnen.// | |**Anharnen**\\ //Der Bock läuft in etwa 1/2 m Abstand an der Häsin vorbei. Wenn er sich auf gleicher Höhe mit ihr befindet, schleudert er sein Hinterteil ruckartig 1 - 2 mal auf die Seite in Richtung auf die Häsin. Wenn er gleichzeitig harnt, wird der austretende Harn in einem Strahl auf die Häsin gerichtet. Gelegentlich ist während des seitlichen Schleuderns des Hinterleibes jedoch kein Harnstrahl zu sehen, d.h. der Bock führt die Bewegung aus, ohne zu harnen.// |
 === Markierungsverhalten === === Markierungsverhalten ===
-|**Kinndrüsen-Markieren**\\ //Die Tiere reiben die Unterseite des Unterkiefers an Gegenständen oder Erhebungen ... Dabei bestreichen sie die betreffende Stelle mit dem Sekret von Drüsenzellen, die am Unterkiefer in einer halbkreisf0rmigen Reihe angeordnet sind und als Kinndrüse bezeichnet werden. ... Regelmäßig markiert werden alle Gegenstände oder Punkte im Gehege, die sich in irgendeiner Weise von der Umgebung abheben. Dies sind vor allem: die Freß- und Trinknäpfe, die Überdachungen der Futterplätze, am Boden liegende Zweige oder Steine, einzelne Halme von ausgebreitetem Heu oder Gras, Ränder und Kanten von Vertiefungen und Röhreneingängen sowie der Gehegezaun. Gelegentlich reibt ein Tier sein Kinn über Kopf oder K0rper eines Artgenossen. Weibchen markierer, selten, bei ihnen ist die Kinndrüse schwächer entwickelt als bei Männchen.//|<imgcaption label42|Kinndrüsen-Markieren, Wildkaninchen>{{verhalten:wild_rabbit_marking.JPG?200}}</imgcaption>\\  <imgcaption label43|Kinndrüsen-Markieren, Hauskaninchen>{{verhalten:pet_rabbit_marking.jpg?200}}</imgcaption>|+|**Kinndrüsen-Markieren**\\ //Die Tiere reiben die Unterseite des Unterkiefers an Gegenständen oder Erhebungen ... Dabei bestreichen sie die betreffende Stelle mit dem Sekret von Drüsenzellen, die am Unterkiefer in einer halbkreisförmigen Reihe angeordnet sind und als Kinndrüse bezeichnet werden. ... Regelmäßig markiert werden alle Gegenstände oder Punkte im Gehege, die sich in irgendeiner Weise von der Umgebung abheben. Dies sind vor allem: die Freß- und Trinknäpfe, die Überdachungen der Futterplätze, am Boden liegende Zweige oder Steine, einzelne Halme von ausgebreitetem Heu oder Gras, Ränder und Kanten von Vertiefungen und Röhreneingängen sowie der Gehegezaun. Gelegentlich reibt ein Tier sein Kinn über Kopf oder Körper eines Artgenossen. Weibchen markieren selten, bei ihnen ist die Kinndrüse schwächer entwickelt als bei Männchen.//|<imgcaption label42|Kinndrüsen-Markieren, Wildkaninchen>{{verhalten:wild_rabbit_marking.JPG?200}}</imgcaption>\\  <imgcaption label43|Kinndrüsen-Markieren, Hauskaninchen>{{verhalten:pet_rabbit_marking.jpg?200}}</imgcaption>|
 === Alarmsignale === === Alarmsignale ===
 |**Warntrommeln**\\ //Die Tiere stampfen mit den Sohlenflächen beider Hinterläufe gleichzeitig oder ganz kurz hintereinander heftig auf den Boden, so daß ein dumpfer Schlag bzw. Doppelschlag zu vernehmen ist.//|<imgcaption label44|Klopfen, Trommeln, Wildkaninchen>{{verhalten:wild_rabbit_drumming.jpg?200}}</imgcaption>| |**Warntrommeln**\\ //Die Tiere stampfen mit den Sohlenflächen beider Hinterläufe gleichzeitig oder ganz kurz hintereinander heftig auf den Boden, so daß ein dumpfer Schlag bzw. Doppelschlag zu vernehmen ist.//|<imgcaption label44|Klopfen, Trommeln, Wildkaninchen>{{verhalten:wild_rabbit_drumming.jpg?200}}</imgcaption>|
 ==== Spielverhalten ==== ==== Spielverhalten ====
-//Wildkaninchen, die älter als zwei bis drei Monate sind, zeigen kein Spielverhalten mehr. Bei Hauskaninchen sind die beschriebenen Bewegungsspiele bis zum Alter von drei bis vier Monaten zu beobachten. Gelegentlich zeigen bei ihnen auch adulte Tiere Bewegungsspiele, die Weibchen häufiger als die Männchen.//+//Wildkaninchen, die älter als zwei bis drei Monate sind, zeigen kein Spielverhalten mehr. Bei Hauskaninchen sind die beschriebenen Bewegungsspiele bis zum Alter von drei bis vier Monaten zu beobachten. Gelegentlich zeigen bei ihnen auch adulte Tiere Bewegungsspiele, die Weibchen häufiger als die Männchen.//  
 + 
 +Held & Spinke, 2011((Held, S. D., & Špinka, M. (2011). Animal play and animal welfare. Animal behaviour, 81(5), 891-899. https://doi.org/10.1016/j.anbehav.2011.01.007)) stellten fest, dass das Spielverhalten stark vom Alter abhängt: "//More importantly, how much an animal plays depends to a great degree on its age. Play typically has an inverted U-shaped distribution over ontogeny with highest frequencies occurring during infancy and the juvenile period//".\\  
 |**Solitäre Bewegungsspiele**, Hopsen (engl. //"binkying"//)\\ //Die Tiere springen senkrecht etwa 1/2 m in die Höhe, wobei alle vier Extremitäten den Boden nahezu gleichzeitig verlassen. Das Tier landet auf der Stelle, von der es hochgesprungen ist. Während des Sprunges kann der Kopf geschüttelt oder der Hinterleib schnell seitlich hin und her geschüttelt werden.// | |**Solitäre Bewegungsspiele**, Hopsen (engl. //"binkying"//)\\ //Die Tiere springen senkrecht etwa 1/2 m in die Höhe, wobei alle vier Extremitäten den Boden nahezu gleichzeitig verlassen. Das Tier landet auf der Stelle, von der es hochgesprungen ist. Während des Sprunges kann der Kopf geschüttelt oder der Hinterleib schnell seitlich hin und her geschüttelt werden.// |
 |**Solitäre Bewegungsspiele**, plötzliches Losrennen\\ //Die Tiere legen unvermittelt mit hoher Geschwindigkeit eine Strecke von 1/2 bis 2 m, manchmal auch mehr, zurück und bleiben dann abrupt stehen. Nach einigen Sekunden rennen sie wieder mit hoher Geschwindigkeit los, meist in entgegengesetzter Richtung. Tritt vor allem bei jungen Tieren bis zum Alter von 6 - 8 Wochen auf, hat jedoch keinerlei Aufforderungscharakter oder Bezug zum Artgenossen.// | |**Solitäre Bewegungsspiele**, plötzliches Losrennen\\ //Die Tiere legen unvermittelt mit hoher Geschwindigkeit eine Strecke von 1/2 bis 2 m, manchmal auch mehr, zurück und bleiben dann abrupt stehen. Nach einigen Sekunden rennen sie wieder mit hoher Geschwindigkeit los, meist in entgegengesetzter Richtung. Tritt vor allem bei jungen Tieren bis zum Alter von 6 - 8 Wochen auf, hat jedoch keinerlei Aufforderungscharakter oder Bezug zum Artgenossen.// |
 |**Solitäre Bewegungsspiele**, Hoppeln und Hochspringen\\ //Die Tiere hoppeln eine längere Strecke mit hoher Geschwindigkeit und großen, Bewegungsluxus, d.h. der Hinterleib wird mit den Hinterläufen so stark abgestoßen, daß er nicht nur nach vorn, sondern auch nach der Seite oder nach oben geschleudert wird. Dazwischen vollführen die Tiere Sprünge von etwa 1/2 m Höhe, während der wie beim Hopsen der Kopf oder der Hinterleib seitlich geschüttelt wird.// | |**Solitäre Bewegungsspiele**, Hoppeln und Hochspringen\\ //Die Tiere hoppeln eine längere Strecke mit hoher Geschwindigkeit und großen, Bewegungsluxus, d.h. der Hinterleib wird mit den Hinterläufen so stark abgestoßen, daß er nicht nur nach vorn, sondern auch nach der Seite oder nach oben geschleudert wird. Dazwischen vollführen die Tiere Sprünge von etwa 1/2 m Höhe, während der wie beim Hopsen der Kopf oder der Hinterleib seitlich geschüttelt wird.// |
  
 +"//Ritualisierte Verhaltensweisen, die für das **soziale Zusammenleben** eine Rolle spielen, beschränken sich bei Kaninchen nicht auf einzelne Körperteile wie Kopf oder **Ohren**, sondern erfassen den ganzen Körper.//" (Kraft, 1976((Kraft, R. 1976. Vergleichende Verhaltensstudien an Wild- und Hauskaninchen. Erlangen : Universität, 1976. Dissertation)))
 +===== Literatur =====
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verhalten/verhalten.1755691000.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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