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wildkaninchen:australien

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wildkaninchen:australien [2023/09/27 20:23] andreaswildkaninchen:australien [2026/05/05 14:35] (aktuell) kathrin
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 Weit verbreitet sind Kaninchen in Australien südlich des Wendekreises des Steinbocks. Sie kommen dort in dichten Wäldern, auf Prärieböden und bis in Höhen von 1500 m vor. Das Pflanzenwachstum in den tropischen Gebieten erfolgt jedoch zur falschen Zeit für die Fortpflanzung. In den trockenen Gebieten müssen Kaninchen mit kurzen Fortpflanzungszeiten, hohen Temperaturen im Bau, trockenen Weiden auf unfruchtbaren Böden sowie Mineralmangel bzw.  unausgewogenheit kämpfen. Weitere Probleme sind das Wassergleichgewicht und die Thermoregulation.((Williams, K., et al. 1995. Managing Vertebrate Pests: Rabbits. [Hrsg.] Bureau of Resource Sciences/CSIRO. Canberra : Australian Government Publishing Service, 1995. ISBN 0-644-29623-2)) Weit verbreitet sind Kaninchen in Australien südlich des Wendekreises des Steinbocks. Sie kommen dort in dichten Wäldern, auf Prärieböden und bis in Höhen von 1500 m vor. Das Pflanzenwachstum in den tropischen Gebieten erfolgt jedoch zur falschen Zeit für die Fortpflanzung. In den trockenen Gebieten müssen Kaninchen mit kurzen Fortpflanzungszeiten, hohen Temperaturen im Bau, trockenen Weiden auf unfruchtbaren Böden sowie Mineralmangel bzw.  unausgewogenheit kämpfen. Weitere Probleme sind das Wassergleichgewicht und die Thermoregulation.((Williams, K., et al. 1995. Managing Vertebrate Pests: Rabbits. [Hrsg.] Bureau of Resource Sciences/CSIRO. Canberra : Australian Government Publishing Service, 1995. ISBN 0-644-29623-2))
  
-In Zeiten anhaltender Trockenheit brechen die Populationen oft dramatisch ein. In Neu Süd Wales überlebten z. B. einige Tiere in der Nähe von Sümpfen in sandigen Gegenden und in der Nähe von Wasserkanälen auf steinigen Böden. Alle anderen Populationen in umliegenden, sandigen Gebieten starben aus. Der Rückzug in steinige Gebiete war der Tatsache geschuldet, dass es dort keine Füchse und Katzen gab (Myers, et al., 1975). Die häufigsten natürlichen Todesursachen für Kaninchen in Australien sind Wassermangel, Parasiten und Raubtiere wie Dingos, Greifvögel, Warane, Füchse und wilde Katzen. Dazu kommen „Kaninchen-Managementprogramme“ wie die Myxomatose als vom Menschen 1950 eingeführte Seuche im Kampf gegen die hohe Population. Nur selten werden Kaninchen in Australien älter als 6 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 2-3 Jahre.((Williams, K., et al. 1995. Managing Vertebrate Pests: Rabbits. [Hrsg.] Bureau of Resource Sciences/CSIRO. Canberra : Australian Government Publishing Service, 1995. ISBN 0-644-29623-2)) Das höchste Lebensalter wurde mit 7,6 Jahren für ein weibliches Tier in Südaustralien dokumentiert.((Peacock, D. E. und Sinclair, R. G. 2009. Longevity record for a wild European rabbit (Oryctolagus cuniculus) from South Australia. Australian Mammalogy. 2009, Bd. 31, 1, S. 65-66))+In Zeiten anhaltender Trockenheit brechen die Populationen oft dramatisch ein. In Neu Süd Wales überlebten z. B. einige Tiere in der Nähe von Sümpfen in sandigen Gegenden und in der Nähe von Wasserkanälen auf steinigen Böden. Alle anderen Populationen in umliegenden, sandigen Gebieten starben aus. Der Rückzug in steinige Gebiete war der Tatsache geschuldet, dass es dort keine Füchse und Katzen gab (Myers, et al., 1975). Die häufigsten natürlichen Todesursachen für Kaninchen in Australien sind Wassermangel, Parasiten und Raubtiere wie Dingos, Greifvögel, Warane, Füchse und wilde Katzen. Dazu kommen „Kaninchen-Managementprogramme“ wie die [[krankheiten:myxomatose|Myxomatose]] als vom Menschen 1950 eingeführte Seuche im Kampf gegen die hohe Population. Nur selten werden Kaninchen in Australien älter als 6 Jahre, die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 2-3 Jahre.((Williams, K., et al. 1995. Managing Vertebrate Pests: Rabbits. [Hrsg.] Bureau of Resource Sciences/CSIRO. Canberra : Australian Government Publishing Service, 1995. ISBN 0-644-29623-2)) Das höchste Lebensalter wurde mit 7,6 Jahren für ein weibliches Tier in Südaustralien dokumentiert.((Peacock, D. E. und Sinclair, R. G. 2009. Longevity record for a wild European rabbit (Oryctolagus cuniculus) from South Australia. Australian Mammalogy. 2009, Bd. 31, 1, S. 65-66))
  
 Der Einfluss der Myxomatose auf die Kaninchenbestände ist in den halbtrockenen Gebieten Australiens am größten, weil dort jahreszeitlich bedingt Moskitos als Überträger des Virus reichlich vorhanden sind. 1968 wurde zusätzlich der Kaninchenfloh „Spilopsyllus cuniculi“ eingeführt, der besonders die Populationen in Tasmanien, auf Hochebenen und im südlichen Australien dezimierte. 1993 wurde ein weiterer Parasit, der Spanische Floh „Xenopsylla cunicularis“ eingeführt, der besser an Trockenheit angepasst ist. Besonders für Jungtiere in feuchteren Küstenregionen ist die Kokzidiose eine Ursache für hohe Sterblichkeitsraten, wobei Jungtiere häufiger erkranken, wenn mehrere erwachsene Weibchen in einer Gruppe leben. Darm- und Fadenwürmer werden besonders in Kaninchen gefunden, die in niederschlagsreichen Gebieten leben. Vor allem mit Myxomatose infizierte Tiere sind von Parasiten befallen, da ihr Immunsystem schwach ist.  Der Einfluss der Myxomatose auf die Kaninchenbestände ist in den halbtrockenen Gebieten Australiens am größten, weil dort jahreszeitlich bedingt Moskitos als Überträger des Virus reichlich vorhanden sind. 1968 wurde zusätzlich der Kaninchenfloh „Spilopsyllus cuniculi“ eingeführt, der besonders die Populationen in Tasmanien, auf Hochebenen und im südlichen Australien dezimierte. 1993 wurde ein weiterer Parasit, der Spanische Floh „Xenopsylla cunicularis“ eingeführt, der besser an Trockenheit angepasst ist. Besonders für Jungtiere in feuchteren Küstenregionen ist die Kokzidiose eine Ursache für hohe Sterblichkeitsraten, wobei Jungtiere häufiger erkranken, wenn mehrere erwachsene Weibchen in einer Gruppe leben. Darm- und Fadenwürmer werden besonders in Kaninchen gefunden, die in niederschlagsreichen Gebieten leben. Vor allem mit Myxomatose infizierte Tiere sind von Parasiten befallen, da ihr Immunsystem schwach ist. 
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