wildkaninchen:australien
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| In Australien kommen Kaninchen hauptsächlich südlich des Wendekreises des Steinbocks (Tropic of Capricorn) vor. Die Baue geben ihnen hier Schutz vor Räubern und klimatischen Einflüssen, | In Australien kommen Kaninchen hauptsächlich südlich des Wendekreises des Steinbocks (Tropic of Capricorn) vor. Die Baue geben ihnen hier Schutz vor Räubern und klimatischen Einflüssen, | ||
| - | Die ersten Hauskaninchen wurden 1788 in Australien eingeführt, | + | Die ersten Hauskaninchen wurden 1788 in Australien |
| - | 1859 kam Thomas Austin mit einer Schiffsflotte | + | 1859 bat Thomas Austin, ein englischer Siedler, der auf seinem Anwesen auf dem australischen Festland eine Kaninchenpopulation für die Jagd aufbauen wollte, seine Familie in England, ihm einige Kaninchen zu schicken. Im Dezember desselben Jahres kamen mit einer Schiffsflotte 24 Kaninchen in Melbourne |
| Beobachtungen zeigen eine Anpassung des Kaninchens an die jeweiligen Umgebungsbedingungen: | Beobachtungen zeigen eine Anpassung des Kaninchens an die jeweiligen Umgebungsbedingungen: | ||
| - | Obwohl nur bis zu 10% der geborenen Jungtiere das erste Lebensjahr überleben, hat sich das Kaninchen in Australien massenhaft vermehrt. Dafür werden verschiedene Gründe | + | Obwohl nur bis zu 10% der geborenen Jungtiere das erste Lebensjahr überleben, hat sich das Kaninchen in Australien massenhaft vermehrt. Dafür werden verschiedene Gründe |
| - | Die enorme Ausbreitung des Kaninchens in Australien gelang nicht allein wegen seiner Fruchtbarkeit, auch der Mensch half dabei mit. Die Veränderung der Umwelt machte es dem Kaninchen leichter, sich neue Lebensräume zu erschließen. So folgten sie den ersten Siedlern, die vor allem die Flussgebiete nutzten. Die Ausbreitung variiert zwischen 15 km/Jahr in waldigen Gebieten östlicher und südlicher Landesteile und 300 km/Jahr entlang von Bewässerungskanälen. In Neuseeland betrug die Ausbreitungsgeschwindigkeit rund 16 km/ | + | Die enorme Ausbreitung des Kaninchens in Australien gelang nicht allein wegen seiner Fruchtbarkeit; auch der Mensch half dabei mit. Die Veränderung der Umwelt machte es dem Kaninchen leichter, sich neue Lebensräume zu erschließen. So folgten sie den ersten Siedlern, die vor allem die Flussgebiete nutzten. Die Ausbreitung variiert zwischen 15 km/Jahr in waldigen Gebieten östlicher und südlicher Landesteile und 300 km/Jahr entlang von Bewässerungskanälen. In Neuseeland betrug die Ausbreitungsgeschwindigkeit rund 16 km/ |
| - | Weit verbreitet sind Kaninchen in Australien südlich des Wendekreises des Steinbocks. Sie kommen dort in dichten Wäldern, auf Prärieböden und bis in Höhen von 1500 m vor. Das Pflanzenwachstum in den tropischen Gebieten erfolgt jedoch zur falschen Zeit für die Fortpflanzung. In den trockenen Gebieten müssen Kaninchen mit kurzen Fortpflanzungszeiten, | + | Weit verbreitet sind Kaninchen in Australien südlich des Wendekreises des Steinbocks. Sie kommen dort in dichten Wäldern, auf Prärieböden und bis in Höhen von 1.500 m vor. Das Pflanzenwachstum in den tropischen Gebieten erfolgt jedoch zur falschen Zeit für die Fortpflanzung. In den trockenen Gebieten müssen Kaninchen mit kurzen Fortpflanzungszeiten, |
| - | In Zeiten anhaltender Trockenheit brechen die Populationen oft dramatisch ein. In Neu Süd Wales überlebten z. B. einige Tiere in der Nähe von Sümpfen in sandigen Gegenden und in der Nähe von Wasserkanälen auf steinigen Böden. Alle anderen Populationen in umliegenden, | + | In Zeiten anhaltender Trockenheit brechen die Populationen oft dramatisch ein. In Neu Süd Wales überlebten z. B. einige Tiere in der Nähe von Sümpfen in sandigen Gegenden und in der Nähe von Wasserkanälen auf steinigen Böden. Alle anderen Populationen in umliegenden, |
| - | Der Einfluss der Myxomatose auf die Kaninchenbestände ist in den halbtrockenen Gebieten Australiens am größten, weil dort jahreszeitlich bedingt Moskitos als Überträger des Virus reichlich vorhanden sind. 1968 wurde zusätzlich der Kaninchenfloh „Spilopsyllus cuniculi“ eingeführt, | + | Der Einfluss der Myxomatose auf die Kaninchenbestände ist in den halbtrockenen Gebieten Australiens am größten, weil dort jahreszeitlich bedingt Moskitos als Überträger des Virus reichlich vorhanden sind. 1968 wurde zusätzlich der Kaninchenfloh „Spilopsyllus cuniculi“ eingeführt, |
| - | Die bisher höchste Region mit Wildkaninchen wurde von Flux, 2001((Flux, J. E. C. 2001. Rabbits (Oryctolagus cuniculus) on Ruapehu at 1800 m. New Zealand Journal of Zoology. 2001, Bd. 28, 2, S. 429-430)) auf dem Mount Ruapehu, im zentralen North Island von Neuseeland in 1800 m Höhe festgestellt. Zurückgeführt wurde die Besiedelung des relativ kahlen, unwirtlichen Ortes auf eine niedrige Schneedecke nach Vulkanausbrüchen in den Jahren 1995 und 1996 und eventuell auf eine generelle Klimaerwärmung. | + | Die bisher höchste Region mit Wildkaninchen wurde von Flux, 2001((Flux, J. E. C. 2001. Rabbits (Oryctolagus cuniculus) on Ruapehu at 1800 m. New Zealand Journal of Zoology. 2001, Bd. 28, 2, S. 429-430.)) auf dem Mount Ruapehu, im zentralen North Island von Neuseeland in 1.800 m Höhe festgestellt. Zurückgeführt wurde die Besiedelung des relativ kahlen, unwirtlichen Ortes auf eine niedrige Schneedecke nach Vulkanausbrüchen in den Jahren 1995 und 1996 und eventuell auf eine generelle Klimaerwärmung. |
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| + | ===== Biologische Invasion und Genetik ===== | ||
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| + | Die Einführung von Wildkaninchen anstelle von Hauskaninchen und anschließende parallele Veränderungen in der Populationsdynamik an drei Standorten mit unterschiedlichen Umweltbedingungen − Australien, Tasmanien und Neuseeland − legen nahe, dass [[: | ||
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| + | Um die Ursachen der Kaninchenplage in Australien zu ermitteln, kombinierten Alves //et al//., 2022((Alves, | ||
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| + | Zwar zeigten die Ergebnisse, dass verwilderte Hauskaninchen einen bedeutenden Anteil der Vorfahren invasiver Populationen in Sydney, Tasmanien und Neuseeland ausmachen. Dennoch belegten sie, dass erst die von T. Austin freigesetzten Wildkaninchen den entscheidenden Auslöser für die Kaninchenplage darstellten und bestätigten damit die historischen Aufzeichnungen. | ||
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