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wildkaninchen:nahrung

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wildkaninchen:nahrung [2026/02/22 14:06] kathrinwildkaninchen:nahrung [2026/06/30 19:47] (aktuell) – [Nahrung] kathrin
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 ====== Nahrung ====== ====== Nahrung ======
-<imgcaption label1|Wildkaninchen frisst ein Breitwegerichblatt (Plantago major)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_leaf_01.jpg?250}}</imgcaption>Unter Nahrung wird Ess- und Trinkbares verstanden, das ein Lebewesen zum Aufbau und Erhaltung des Organismus sowie zur Fortpflanzung benötigt. Entsprechend der bevorzugten, das heißt überwiegenden Aufnahme von Nahrung unterscheidet man zwischen Fleischfressern (Karnivoren), Pflanzenfressern (Herbivoren) und Allesfressern (Omnivoren). Pflanzenfresser werden wiederum unterschieden in: +<imgcaption label1|Wildkaninchen frisst ein Breitwegerichblatt (Plantago major)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_leaf_01.jpg?250}}</imgcaption>Unter Nahrung wird Ess- und Trinkbares verstanden, das ein Lebewesen zum Aufbau und zur Erhaltung des Organismus sowie zur Fortpflanzung benötigt. Entsprechend der bevorzugten, das heißt überwiegenden Aufnahme von Nahrung unterscheidet man zwischen Fleischfressern (Karnivoren), Pflanzenfressern (Herbivoren) und Allesfressern (Omnivoren). Pflanzenfresser werden wiederum unterschieden in: 
-  * Blattfresser (Folivore bzw. Phyllophage),+  * Blattfresser (Folivore bzw. Phyllophage),
   * Holzfresser (Xylophage),   * Holzfresser (Xylophage),
   * Samen-, Körnerfresser (Granivore),   * Samen-, Körnerfresser (Granivore),
   * Wurzelfresser (Rhizophage).\\    * Wurzelfresser (Rhizophage).\\ 
  
-<imgcaption label2|Wildkaninchen frisst Acker-Schöterich-Blätter (Erysimum cheiranthoides)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_leaf_02.jpg?250}}</imgcaption>Das Kaninchen zählt unter den Herbivoren zu den Folivoren. Das heißt, es ernährt sich bevorzugt von Pflanzen und von diesen wiederum von den Blättern. "Bevorzugt" bedeutet, dass es blättrige Bestandteile von grünen Pflanzen anderer Nahrung vorzieht, solange diese die Nährstoffe enthält, die es zum Aufbau und Erhalt seines Körpers und zur Fortpflanzung benötigt.\\ +<imgcaption label2|Wildkaninchen frisst Acker-Schöterich-Blätter (Erysimum cheiranthoides)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_leaf_02.jpg?250}}</imgcaption>Das Kaninchen zählt unter den Herbivoren zu den Folivoren. Das heißt, es ernährt sich bevorzugt von Pflanzen und von diesen wiederum von den Blättern. "Bevorzugt" bedeutet, dass es blättrige Bestandteile von grünen Pflanzen anderer Nahrung vorzieht, solange diese die Nährstoffe enthalten, die es zum Aufbau und zum Erhalt seines Körpers und zur Fortpflanzung benötigt.\\ 
  
 Daneben kann auch andere Nahrung als Ersatz oder als Ergänzung gefressen werden, so z. B. Wurzeln, Samen, Früchte, kleine Zweige oder Äste sowie die Rinde von Bäumen und Sträuchern.\\   Daneben kann auch andere Nahrung als Ersatz oder als Ergänzung gefressen werden, so z. B. Wurzeln, Samen, Früchte, kleine Zweige oder Äste sowie die Rinde von Bäumen und Sträuchern.\\  
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 Nicht immer war die Ansiedelung in fremden Lebensräumen von Erfolg gekrönt. Das heißt, die Anpassungsfähigkeit (Elastizität) des Organismus des Kaninchens hat seine Grenzen. Es gibt z. B. Berichte über das Fressen von Tang auf den [[wildkaninchen:Kerguelen|Kerguelen]]((Flux, J. E. C. & Fullagar, P. J. (1992): World distribution of the rabbit (Oryctolagus cuniculus) on islands.  Mammal Review 22. 151-205.)), allerdings zahlt das Kaninchen dafür einen hohen Preis, denn nur 10% der Populationen dort überleben strenge Winter.  Nicht immer war die Ansiedelung in fremden Lebensräumen von Erfolg gekrönt. Das heißt, die Anpassungsfähigkeit (Elastizität) des Organismus des Kaninchens hat seine Grenzen. Es gibt z. B. Berichte über das Fressen von Tang auf den [[wildkaninchen:Kerguelen|Kerguelen]]((Flux, J. E. C. & Fullagar, P. J. (1992): World distribution of the rabbit (Oryctolagus cuniculus) on islands.  Mammal Review 22. 151-205.)), allerdings zahlt das Kaninchen dafür einen hohen Preis, denn nur 10% der Populationen dort überleben strenge Winter. 
  
-<imgcaption label4|Wildkaninchen frisst Grassamen>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_grain_01.jpg?250}}</imgcaption>Auch in [[wildkaninchen:australien|Australien]] wurde das Kaninchen durch den Menschen eingeführt. Je nach den dortigen Bedingungen gelang ihm die Ausbreitung. Tatsächlich hat ihm der Mensch die Möglichkeit geschaffen, in entfernte Gebiete vorzudringen, indem er Weideflächen für Schafe und Rinder schuf. Damit stellte er auch dem Wildkaninchen die Nahrung zur Verfügung, die sein Überleben und die weitere Ausbreitung ermöglichte. Erste Ansiedelungsversuche in Neuseeland und Australien schlugen nämlich fehl weil die arttypische Nahrung fehlte.\\ +<imgcaption label4|Wildkaninchen frisst Grassamen>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_grain_01.jpg?250}}</imgcaption>Auch in [[wildkaninchen:australien|Australien]] wurde das Kaninchen durch den Menschen eingeführt. Je nach den dortigen Bedingungen gelang ihm die Ausbreitung. Tatsächlich hat ihm der Mensch die Möglichkeit geschaffen, in entfernte Gebiete vorzudringen, indem er Weideflächen für Schafe und Rinder schuf. Damit stellte er auch dem Wildkaninchen die Nahrung zur Verfügung, die sein Überleben und die weitere Ausbreitung ermöglichte. Erste Ansiedelungsversuche in Neuseeland und Australien schlugen nämlich fehl – weil die arttypische Nahrung fehlte.\\ 
  
-Der Gymnasiallehrer Schäfer schrieb 1844 über Wildkaninchen in Rheinland-Pfalz zu seiner Zeit: "//Die Kaninchen sind listig und vorsichtig, von scharfen Sinnen, und vermehren sich stark. [...] und thun daselbst großen Schaden an den Futterkräutern und der jungen Fruchtsaat.//"((Schäfer, M. 1844. Moselfauna oder Handbuch der Zoologie, enthaltend die Aufzählung und Beschreibung der im Regierungsbezirke Trier beobachteten Thiere Theil I. Trier : Fr. Lintz'sche Buchhandlung. S. 44.))\\+Der Gymnasiallehrer Schäfer schrieb 1844 über Wildkaninchen in Rheinland-Pfalz zu seiner Zeit: "//Die Kaninchen sind listig und vorsichtig, von scharfen Sinnen, und vermehren sich stark. [...] und thun daselbst großen Schaden an den Futterkräutern und der jungen Fruchtsaat.//".((Schäfer, M. 1844. Moselfauna oder Handbuch der Zoologie, enthaltend die Aufzählung und Beschreibung der im Regierungsbezirke Trier beobachteten Thiere Theil I. Trier : Fr. Lintz'sche Buchhandlung. S. 44.))\\
  
-<imgcaption label5|Wildkaninchen frisst Brombeerblüten (Rubus sectio Rubus)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_bloom_01.jpg?250}}</imgcaption>Otto Le Roi und August Reichensperger berichteten 1913 folgendes über das Wildkaninchen im Gebiet der Eifel im Rheinland: "//Außer Rot- und Auerwild, die beide schon früher im Gebiet heimisch waren und heute wieder dort leben, zählten dauernd oder vorübergehend zur Eifelfauna noch andere Wildarten, welche ein fremdes Element in dieselbe hineintrugen. Hier hin gehört das Kaninchen (Lepus cuniculus L.), ein heute an vielen Orten und in großer Zahl vorkommender und meist sehr unerwünschter Bewohner geeigneter Lagen. Es ist schon seit langer Zeit - wenigstens seit 200 Jahren - im Gebiet heimisch, ohne das sich mit Sicherheit sagen ließe, wann es eingebürgert wurde.//".((Le Roi, O.; Reichensperger, A. 1913. Die Tierwelt der Eifel in ihren Beziehungen zur Vergangenheit und Gegenwart. Eifel-Festschrift zur 25jährigen Jubelfeier des Eifelvereins : 1888 - 1913 / im Auftr. des Hauptvorstandes hrsg. von Alfred Herrmann. Bonn : Selbstverl. d. Eifelvereins [u.a.], 1913. S. 186-210.)) Darauf bezugnehmend, schrieb Zillig, 1934 über Schäden an Weinreben in diesem Gebiet: "//Das Wildkaninchen richtet in den Weinbergen der Untermosel erhebliche Schaden an und macht sich seit einigen Jahren auch an der Obermosel als Rebschädling bemerkbar.//".((Zillig, H. (1934): Das Wildkaninchen als Rebschädling an der Mosel und in den übrigen deutschen  Weinbaugebieten. Journal of Pest Science Vol. 10, 7. 80-83.))+<imgcaption label5|Wildkaninchen frisst Brombeerblüten (Rubus sectio Rubus)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_bloom_01.jpg?250}}</imgcaption>Otto Le Roi und August Reichensperger berichteten 1913 Folgendes über das Wildkaninchen im Gebiet der Eifel im Rheinland: "//Außer Rot- und Auerwild, die beide schon früher im Gebiet heimisch waren und heute wieder dort leben, zählten dauernd oder vorübergehend zur Eifelfauna noch andere Wildarten, welche ein fremdes Element in dieselbe hineintrugen. Hier hin gehört das Kaninchen (Lepus cuniculus L.), ein heute an vielen Orten und in großer Zahl vorkommender und meist sehr unerwünschter Bewohner geeigneter Lagen. Es ist schon seit langer Zeit - wenigstens seit 200 Jahren - im Gebiet heimisch, ohne das sich mit Sicherheit sagen ließe, wann es eingebürgert wurde.//".((Le Roi, O.; Reichensperger, A. 1913. Die Tierwelt der Eifel in ihren Beziehungen zur Vergangenheit und Gegenwart. Eifel-Festschrift zur 25jährigen Jubelfeier des Eifelvereins : 1888 - 1913 / im Auftr. des Hauptvorstandes hrsg. von Alfred Herrmann. Bonn : Selbstverl. d. Eifelvereins [u.a.], 1913. S. 186-210.)) Darauf bezugnehmend, schrieb Zillig, 1934 über Schäden an Weinreben in diesem Gebiet: "//Das Wildkaninchen richtet in den Weinbergen der Untermosel erhebliche Schaden an und macht sich seit einigen Jahren auch an der Obermosel als Rebschädling bemerkbar.//".((Zillig, H. (1934): Das Wildkaninchen als Rebschädling an der Mosel und in den übrigen deutschen  Weinbaugebieten. Journal of Pest Science Vol. 10, 7. 80-83.))
  
-<imgcaption label6|Wildkaninchen frisst Spitzwegerichwurzel (Plantago lanceolata)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_root_01.jpg?250}}</imgcaption>Der Privatforstmeister Max Lincke((Lincke, M. (1943): Das Wildkaninchen. Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung, sowie die  als Jagdgehilfen verwendeten Tiere. Neudamm: Neumann.)) stellte 1943 u. a. eine große Vorliebe wilder Kaninchen für reifes [[pflanzen:monographie:getreide|Getreide]] fest. Zur Erntezeit erkletterten sie die zusammengestellten Garben (Hocken) und fraßen die Körner aus den Ähren, wobei sie auch tagsüber unter den Hocken blieben, um auf diese bequeme Art abends weiter fressen zu können. Halme wurden in großen Mengen abgebissen, um an die Körner zu gelangen. Auch sonst wurden zum Teil beträchtliche Anstrengungen unternommen, um an die begehrte Nahrung zu gelangen. Lincke beschrieb sie dabei als "//flink und gewandt wie Eichhörnchen//".\\ +<imgcaption label6|Wildkaninchen frisst Spitzwegerichwurzel (Plantago lanceolata)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_root_01.jpg?250}}</imgcaption>Der Privatforstmeister Max Lincke stellte 1943((Lincke, M. (1943): Das Wildkaninchen. Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung, sowie die  als Jagdgehilfen verwendeten Tiere. Neudamm: Neumann.)) u. a. eine große Vorliebe wilder Kaninchen für reifes [[pflanzen:monographie:getreide|Getreide]] fest. Zur Erntezeit erkletterten sie die zusammengestellten Garben (Hocken) und fraßen die Körner aus den Ähren, wobei sie auch tagsüber unter den Hocken blieben, um auf diese bequeme Art abends weiter fressen zu können. Halme wurden in großen Mengen abgebissen, um an die Körner zu gelangen. Auch sonst wurden zum Teil beträchtliche Anstrengungen unternommen, um an die begehrte Nahrung zu gelangen. Lincke beschrieb sie dabei als "//flink und gewandt wie Eichhörnchen//".\\ 
  
 Ebenso wurde der Verzehr von Grassamen beschrieben, die direkt von den Rispen gefressen oder durch das Abbeißen der Halme erreicht wurden. Auf diese Weise richteten sie auf relativ kleinen Kulturflächen zum Teil sehr große Schäden an, die durch die Anlage von Pässen, also Wechseln bzw. Wegen zu den Nahrungsplätzen, noch verstärkt wurden. Bereits im Frühjahr richteten sie Schäden unter den Saatgutpflanzen an, von denen sie bevorzugt die jungen und zarten Blätter fraßen. Vor allem [[pflanzen:monographie:klee|Klee]]-, [[pflanzen:monographie:esparsette|Esparsette]]-, Serradella- und [[pflanzen:monographie:lupine|Lupine]]pflanzungen wurden heimgesucht. Weiterhin wurde der verursachte Schaden an Kulturpflanzen wie [[pflanzen:monographie:Möhre|Möhren]] und Stoppelrüben (auch Weißrübe, Herbstrübe, Wasserrübe oder Steckrübe) erwähnt. Bei länger anhaltender Trockenheit wurden [[pflanzen:monographie:Kartoffel|Kartoffeln]] ausgegraben - sowohl junge als auch reife. Ebenso gern wurde junges Kartoffelkraut gefressen. Schließlich wurden die Vorlieben für verschiedene Gehölze beschrieben, die vor allem im Winter und Frühjahr durch „Schälen“ (Abnagen der Rinde) geschädigt wurden. Bis auf [[pflanzen:monographie:Holunder|Holunder]] wurde keine Baumart verschmäht, beliebt waren in abnehmender Folge vor allem bei Laubhölzern Akazie, [[pflanzen:monographie:Hainbuche|Weißbuche]] (Hainbuche), Esche, Espe, Roteiche, [[pflanzen:monographie:Buche|Rotbuche]], [[pflanzen:monographie:Birke|Birke]], [[pflanzen:monographie:Ahorn|Ahorn]], [[pflanzen:monographie:Ulme|Ulme]], [[pflanzen:monographie:Linde|Linde]], [[pflanzen:monographie:Weide|Weide]] und [[pflanzen:monographie:Eiche|Eiche]]. Unter den Obstbäumen wurden in abnehmender Folge Quitte, Mispel, [[pflanzen:monographie:Apfel|Apfel]], [[pflanzen:monographie:Birne|Birne]] und [[pflanzen:monographie:Kirsche|Kirsche]] benagt. Nadelgehölze wurden nur dort geschädigt, wo es wenige Laubhölzer gab. Dazu gehörten Fichte, Weymouth-Kiefer, Tanne und Kiefer.\\  Ebenso wurde der Verzehr von Grassamen beschrieben, die direkt von den Rispen gefressen oder durch das Abbeißen der Halme erreicht wurden. Auf diese Weise richteten sie auf relativ kleinen Kulturflächen zum Teil sehr große Schäden an, die durch die Anlage von Pässen, also Wechseln bzw. Wegen zu den Nahrungsplätzen, noch verstärkt wurden. Bereits im Frühjahr richteten sie Schäden unter den Saatgutpflanzen an, von denen sie bevorzugt die jungen und zarten Blätter fraßen. Vor allem [[pflanzen:monographie:klee|Klee]]-, [[pflanzen:monographie:esparsette|Esparsette]]-, Serradella- und [[pflanzen:monographie:lupine|Lupine]]pflanzungen wurden heimgesucht. Weiterhin wurde der verursachte Schaden an Kulturpflanzen wie [[pflanzen:monographie:Möhre|Möhren]] und Stoppelrüben (auch Weißrübe, Herbstrübe, Wasserrübe oder Steckrübe) erwähnt. Bei länger anhaltender Trockenheit wurden [[pflanzen:monographie:Kartoffel|Kartoffeln]] ausgegraben - sowohl junge als auch reife. Ebenso gern wurde junges Kartoffelkraut gefressen. Schließlich wurden die Vorlieben für verschiedene Gehölze beschrieben, die vor allem im Winter und Frühjahr durch „Schälen“ (Abnagen der Rinde) geschädigt wurden. Bis auf [[pflanzen:monographie:Holunder|Holunder]] wurde keine Baumart verschmäht, beliebt waren in abnehmender Folge vor allem bei Laubhölzern Akazie, [[pflanzen:monographie:Hainbuche|Weißbuche]] (Hainbuche), Esche, Espe, Roteiche, [[pflanzen:monographie:Buche|Rotbuche]], [[pflanzen:monographie:Birke|Birke]], [[pflanzen:monographie:Ahorn|Ahorn]], [[pflanzen:monographie:Ulme|Ulme]], [[pflanzen:monographie:Linde|Linde]], [[pflanzen:monographie:Weide|Weide]] und [[pflanzen:monographie:Eiche|Eiche]]. Unter den Obstbäumen wurden in abnehmender Folge Quitte, Mispel, [[pflanzen:monographie:Apfel|Apfel]], [[pflanzen:monographie:Birne|Birne]] und [[pflanzen:monographie:Kirsche|Kirsche]] benagt. Nadelgehölze wurden nur dort geschädigt, wo es wenige Laubhölzer gab. Dazu gehörten Fichte, Weymouth-Kiefer, Tanne und Kiefer.\\ 
  
-Turcek und Stiavnica, 1959((Turcek, F. & Stiavnica, B. (1959): Beitrag zur Kenntnis der Fraßpflanzen des Wildkaninchens, Oryctolagus cuniculus (Linne, 1758), in freier Wildbahn. Säugetierkundliche Mitteilungen 7. 151-153.)) führten aus einer dreijährigen Beobachtung über 70 verschiedene, von Wildkaninchen gefressene Pflanzenarten nach ihrer Bevorzugung durch das Wildkaninchen auf und stellten fest, dass sich unter ihnen etwa 46% Heil- und Gift-, ölhaltige und bittere Pflanzen befanden. Besonders wurde auf den [[pflanzen:monographie:Gänsefuß|Weißen Gänsefuß]] verwiesen, dessen Öle eine wurmtötende Wirkung haben. //Regelmäßig//und //sehr häufig oder bevorzugt//befressen wurden [[pflanzen:monographie:luzerne|Luzerne]], Rispenhirse, [[pflanzen:monographie:Bohne|Gartenbohne]], Roggen, [[pflanzen:monographie:schafgarbe|Schafgarbe]], Odermennig, Krause Distel, Gewöhnliche Wegwarte, Gewöhnliche Kratzdistel, [[pflanzen:monographie:acker-kratzdiestel|Acker-Kratzdistel]], Gewöhnlicher Feldrittersporn, [[pflanzen:monographie:Gänsefuß|Weißer Gänsefuß]], Sichelklee, Kermesbeeren, Bibernelle, Windenknöterich, Gabel-Leimkraut, Schwarzer Nachtschatten, [[pflanzen:monographie:Brennnessel|Große Brennnessel]], [[pflanzen:monographie:Klee|Klee]], [[pflanzen:monographie:Weizen|Weizen]], [[pflanzen:monographie:Mais|Mais]], [[pflanzen:monographie:Beifuß|Beifuß]], Echter Waldmeister, [[pflanzen:monographie:Flockenblume|Wiesen-Flockenblume]], [[pflanzen:monographie:Acker-Hornkraut|Acker-Hornkraut]], [[pflanzen:monographie:Zypressen-Wolfsmilch|Zypressen-Wolfsmilch]], [[pflanzen:monographie:Knöterich|Knöterich]], [[pflanzen:monographie:Margerite|Wiesen-Margerite]], Gemeiner Rainkohl und [[pflanzen:monographie:Vogelmiere|Vogelmiere]]. Als //regelmäßig befressen//“ wurden Bergahorn, Espe, Feldulme, Esche, [[pflanzen:monographie:Hunds-Rose|Hunds-Rose]], Kratzbeere, Rote Heckenkirsche, [[pflanzen:monographie:Eiche|Stieleiche]], [[pflanzen:monographie:Weißdorn|Weißdorn]], [[pflanzen:monographie:Klee|Klee]], [[pflanzen:monographie:Weizen|Weizen]], [[pflanzen:monographie:Mais|Mais]], [[pflanzen:monographie:Acker-Hornkraut|Acker-Hornkraut]], Waldmeister, Rainkohl, [[pflanzen:monographie:Vogelmiere|Vogelmiere]], [[pflanzen:monographie:Beifuß|Beifuß]], [[pflanzen:monographie:Knöterich|Knöterich]], [[pflanzen:monographie:Flockenblume|Wiesen-Flockenblume]], [[pflanzen:monographie:Margerite|Wiesen-Margerite]] und [[pflanzen:monographie:Zypressen-Wolfsmilch|Zypressen-Wolfsmilch]] angegeben. //Wenig, selten oder nur örtlich//“ befressen wurden Blutroter Hartriegel, Grauerle, [[pflanzen:monographie:Hainbuche|Hainbuche]], [[pflanzen:monographie:Robinie|Robinie]], Schwarznuss, Traubeneiche, Mangold, Kohl, [[pflanzen:monographie:Kartoffel|Kartoffel]], [[pflanzen:monographie:Nelkenwurz|Echter Nelkenwurz]], [[pflanzen:monographie:Labkraut|Echtes Labkraut]], [[pflanzen:monographie:Gänse-Fingerkraut|Gänse-Fingerkraut]], Gemeiner Schwalbwurz, [[pflanzen:monographie:Habichtskraut|Habichtskraut]], [[pflanzen:monographie:Kälberkropf|Kälberkropf]], [[pflanzen:monographie:Königskerze|Königskerze]], Kornrade, Quirlblütiger Salbei, Rundblättrige Glockenblume, Schmalblättriges Weidenröschen, Schwarznessel, Wald-Reitgras, [[pflanzen:monographie:Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] (Timothee- bzw. Timothygras) und Wirbeldost. Weiterhin wurde über angerichtete Schäden durch die Kaninchen an Kulturpflanzen geschrieben. Insbesondere wurde auf Schäden an [[pflanzen:monographie:luzerne|Luzerne]] und [[pflanzen:monographie:Bohne|Bohnen]] hingewiesen, die vor allem von Jungkaninchen angerichtet wurden, da sie für das Wachstum eine besonders eiweißhaltige Nahrung benötigten. Der im dortigen Habitat fehlende Anteil an Gräsern wurde durch den höheren Verzehr von Kulturgräsern ([[pflanzen:monographie:Getreide|Getreide]]) wettgemacht. Weiterhin beliebt waren besonders Distelarten auf Grund des hohen Eiweißgehaltes. Zucker- und Futterrüben sowie Kartoffeln wurden bei Dürre benagt und sogar ausgegraben. Ebenso wie von  Lincke, 1943((Lincke, M. (1943): Das Wildkaninchen. Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung, sowie die  als Jagdgehilfen verwendeten Tiere. Neudamm: Neumann.)) wurde das Verschmähen des [[pflanzen:monographie:Holunder|Schwarzen Holunders]] festgestellt, dagegen ein Abfressen von [[pflanzen:monographie:robinie|Robiniensprossen]] im Frühjahr sowie ein Abschälen der Rinde vom Spindelstrauch im September konstatiert -- beide Arten gelten als giftig.\\ +Turcek und Stiavnica, 1959((Turcek, F. & Stiavnica, B. (1959): Beitrag zur Kenntnis der Fraßpflanzen des Wildkaninchens, Oryctolagus cuniculus (Linne, 1758), in freier Wildbahn. Säugetierkundliche Mitteilungen 7. 151-153.)) führten aus einer dreijährigen Beobachtung über 70 verschiedene, von Wildkaninchen gefressene Pflanzenarten nach ihrer Bevorzugung durch das Wildkaninchen auf und stellten fest, dass sich unter ihnen etwa 46% Heil- und Gift-, ölhaltige und bittere Pflanzen befanden. Besonders wurde auf den [[pflanzen:monographie:Gänsefuß|Weißen Gänsefuß]] verwiesen, dessen Öle eine wurmtötende Wirkung haben. //"Regelmäßig"// und //"sehr häufig oder bevorzugt"// befressen wurden [[pflanzen:monographie:luzerne|Luzerne]], Rispenhirse, [[pflanzen:monographie:Bohne|Gartenbohne]], Roggen, [[pflanzen:monographie:schafgarbe|Schafgarbe]], Odermennig, Krause Distel, Gewöhnliche Wegwarte, Gewöhnliche Kratzdistel, [[pflanzen:monographie:acker-kratzdiestel|Acker-Kratzdistel]], Gewöhnlicher Feldrittersporn, [[pflanzen:monographie:Gänsefuß|Weißer Gänsefuß]], Sichelklee, Kermesbeeren, Bibernelle, Windenknöterich, Gabel-Leimkraut, Schwarzer Nachtschatten, [[pflanzen:monographie:Brennnessel|Große Brennnessel]], [[pflanzen:monographie:Klee|Klee]], [[pflanzen:monographie:Weizen|Weizen]], [[pflanzen:monographie:Mais|Mais]], [[pflanzen:monographie:Beifuß|Beifuß]], Echter Waldmeister, [[pflanzen:monographie:Flockenblume|Wiesen-Flockenblume]], [[pflanzen:monographie:Acker-Hornkraut|Acker-Hornkraut]], [[pflanzen:monographie:Zypressen-Wolfsmilch|Zypressen-Wolfsmilch]], [[pflanzen:monographie:Knöterich|Knöterich]], [[pflanzen:monographie:Margerite|Wiesen-Margerite]], Gemeiner Rainkohl und [[pflanzen:monographie:Vogelmiere|Vogelmiere]]. Als //"regelmäßig befressen"// wurden Bergahorn, Espe, Feldulme, Esche, [[pflanzen:monographie:Hunds-Rose|Hunds-Rose]], Kratzbeere, Rote Heckenkirsche, [[pflanzen:monographie:Eiche|Stieleiche]], [[pflanzen:monographie:Weißdorn|Weißdorn]], [[pflanzen:monographie:Klee|Klee]], [[pflanzen:monographie:Weizen|Weizen]], [[pflanzen:monographie:Mais|Mais]], [[pflanzen:monographie:Acker-Hornkraut|Acker-Hornkraut]], Waldmeister, Rainkohl, [[pflanzen:monographie:Vogelmiere|Vogelmiere]], [[pflanzen:monographie:Beifuß|Beifuß]], [[pflanzen:monographie:Knöterich|Knöterich]], [[pflanzen:monographie:Flockenblume|Wiesen-Flockenblume]], [[pflanzen:monographie:Margerite|Wiesen-Margerite]] und [[pflanzen:monographie:Zypressen-Wolfsmilch|Zypressen-Wolfsmilch]] angegeben. //"Wenig, selten oder nur örtlich"// befressen wurden Blutroter Hartriegel, Grauerle, [[pflanzen:monographie:Hainbuche|Hainbuche]], [[pflanzen:monographie:Robinie|Robinie]], Schwarznuss, Traubeneiche, Mangold, Kohl, [[pflanzen:monographie:Kartoffel|Kartoffel]], [[pflanzen:monographie:Nelkenwurz|Echter Nelkenwurz]], [[pflanzen:monographie:Labkraut|Echtes Labkraut]], [[pflanzen:monographie:Gänse-Fingerkraut|Gänse-Fingerkraut]], Gemeiner Schwalbwurz, [[pflanzen:monographie:Habichtskraut|Habichtskraut]], [[pflanzen:monographie:Kälberkropf|Kälberkropf]], [[pflanzen:monographie:Königskerze|Königskerze]], Kornrade, Quirlblütiger Salbei, Rundblättrige Glockenblume, Schmalblättriges Weidenröschen, Schwarznessel, Wald-Reitgras, [[pflanzen:monographie:Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] (Timothee- bzw. Timothygras) und Wirbeldost. Weiterhin wurde über angerichtete Schäden durch die Kaninchen an Kulturpflanzen geschrieben. Insbesondere wurde auf Schäden an [[pflanzen:monographie:luzerne|Luzerne]] und [[pflanzen:monographie:Bohne|Bohnen]] hingewiesen, die vor allem von Jungkaninchen angerichtet wurden, da sie für das Wachstum eine besonders eiweißhaltige Nahrung benötigten. Der im dortigen Habitat fehlende Anteil an Gräsern wurde durch den höheren Verzehr von Kulturgräsern ([[pflanzen:monographie:Getreide|Getreide]]) wettgemacht. Weiterhin beliebt waren besonders Distelarten auf Grund des hohen Eiweißgehaltes. Zucker- und Futterrüben sowie Kartoffeln wurden bei Dürre benagt und sogar ausgegraben. Ebenso wie von  Lincke, 1943((Lincke, M. (1943): Das Wildkaninchen. Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung, sowie die  als Jagdgehilfen verwendeten Tiere. Neudamm: Neumann.)) wurde das Verschmähen des [[pflanzen:monographie:Holunder|Schwarzen Holunders]] festgestellt, dagegen ein Abfressen von [[pflanzen:monographie:robinie|Robiniensprossen]] im Frühjahr sowie ein Abschälen der Rinde vom Spindelstrauch im September konstatiert -- beide Arten gelten als giftig.\\ 
  
 Myers & Poole untersuchten 1963((Myers, K., & Poole, W. E. (1963). A study of the biology of the wild rabbit, Oryctolagus cuniculus (L.), in confined populations IV. The effects of rabbit grazing on sown pastures. The Journal of Ecology, 435-451.)) die Nahrungswahl von Kaninchen in Australien und stellten fest, dass sie weiches, grünes und üppiges Gras bevorzugen. Aus vielen hundert Stunden Beobachtung der Fressaktivitäten wurde deutlich, dass Kaninchen ihr Futter auf der Grundlage von Leichtigkeit und Komfort bei der Aufnahme und dem Kauen, dem Fehlen unangenehmer aromatischer Gerüche und Geschmäcker und, je nach Jahreszeit, des [[naehrstoffe:wasser|Wasser]]gehalts wählen. Aus dieser Selektion ergab sich immer eine hohe Proteinaufnahme. Außerdem zeigte sich (auch in anderen Studien), dass sich das Wildkaninchen saisonal vermehrt, die Fortpflanzungszeit in mediterranen Klimazonen Australiens auf die Zeit des aktiven Wachstums von Weidepflanzen von Herbst bis Frühjahr beschränkt ist und vor Beginn des Sommers endet. Der Zeitpunkt der Fortpflanzung, der mit der Zeit der größten Nahrungsversorgung zusammenfällt, und ihr Ende vor der drohenden Nahrungsmittelknappheit schütze automatisch die Mehrheit der Jungtiere vor Hunger in den ersten Wachstumswochen. Ein solcher Mechanismus sei von hohem Überlebenswert und war zweifellos ein Auswahlkriterium in der Evolutionsgeschichte des Kaninchens.\\ Myers & Poole untersuchten 1963((Myers, K., & Poole, W. E. (1963). A study of the biology of the wild rabbit, Oryctolagus cuniculus (L.), in confined populations IV. The effects of rabbit grazing on sown pastures. The Journal of Ecology, 435-451.)) die Nahrungswahl von Kaninchen in Australien und stellten fest, dass sie weiches, grünes und üppiges Gras bevorzugen. Aus vielen hundert Stunden Beobachtung der Fressaktivitäten wurde deutlich, dass Kaninchen ihr Futter auf der Grundlage von Leichtigkeit und Komfort bei der Aufnahme und dem Kauen, dem Fehlen unangenehmer aromatischer Gerüche und Geschmäcker und, je nach Jahreszeit, des [[naehrstoffe:wasser|Wasser]]gehalts wählen. Aus dieser Selektion ergab sich immer eine hohe Proteinaufnahme. Außerdem zeigte sich (auch in anderen Studien), dass sich das Wildkaninchen saisonal vermehrt, die Fortpflanzungszeit in mediterranen Klimazonen Australiens auf die Zeit des aktiven Wachstums von Weidepflanzen von Herbst bis Frühjahr beschränkt ist und vor Beginn des Sommers endet. Der Zeitpunkt der Fortpflanzung, der mit der Zeit der größten Nahrungsversorgung zusammenfällt, und ihr Ende vor der drohenden Nahrungsmittelknappheit schütze automatisch die Mehrheit der Jungtiere vor Hunger in den ersten Wachstumswochen. Ein solcher Mechanismus sei von hohem Überlebenswert und war zweifellos ein Auswahlkriterium in der Evolutionsgeschichte des Kaninchens.\\
wildkaninchen/nahrung.txt · Zuletzt geändert: von kathrin

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