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wildkaninchen:nahrung

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wildkaninchen:nahrung [2026/02/22 10:43] kathrinwildkaninchen:nahrung [2026/02/22 14:06] (aktuell) kathrin
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 <imgcaption label5|Wildkaninchen frisst Brombeerblüten (Rubus sectio Rubus)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_bloom_01.jpg?250}}</imgcaption>Otto Le Roi und August Reichensperger berichteten 1913 folgendes über das Wildkaninchen im Gebiet der Eifel im Rheinland: "//Außer Rot- und Auerwild, die beide schon früher im Gebiet heimisch waren und heute wieder dort leben, zählten dauernd oder vorübergehend zur Eifelfauna noch andere Wildarten, welche ein fremdes Element in dieselbe hineintrugen. Hier hin gehört das Kaninchen (Lepus cuniculus L.), ein heute an vielen Orten und in großer Zahl vorkommender und meist sehr unerwünschter Bewohner geeigneter Lagen. Es ist schon seit langer Zeit - wenigstens seit 200 Jahren - im Gebiet heimisch, ohne das sich mit Sicherheit sagen ließe, wann es eingebürgert wurde.//".((Le Roi, O.; Reichensperger, A. 1913. Die Tierwelt der Eifel in ihren Beziehungen zur Vergangenheit und Gegenwart. Eifel-Festschrift zur 25jährigen Jubelfeier des Eifelvereins : 1888 - 1913 / im Auftr. des Hauptvorstandes hrsg. von Alfred Herrmann. Bonn : Selbstverl. d. Eifelvereins [u.a.], 1913. S. 186-210.)) Darauf bezugnehmend, schrieb Zillig, 1934 über Schäden an Weinreben in diesem Gebiet: "//Das Wildkaninchen richtet in den Weinbergen der Untermosel erhebliche Schaden an und macht sich seit einigen Jahren auch an der Obermosel als Rebschädling bemerkbar.//".((Zillig, H. (1934): Das Wildkaninchen als Rebschädling an der Mosel und in den übrigen deutschen  Weinbaugebieten. Journal of Pest Science Vol. 10, 7. 80-83.)) <imgcaption label5|Wildkaninchen frisst Brombeerblüten (Rubus sectio Rubus)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_bloom_01.jpg?250}}</imgcaption>Otto Le Roi und August Reichensperger berichteten 1913 folgendes über das Wildkaninchen im Gebiet der Eifel im Rheinland: "//Außer Rot- und Auerwild, die beide schon früher im Gebiet heimisch waren und heute wieder dort leben, zählten dauernd oder vorübergehend zur Eifelfauna noch andere Wildarten, welche ein fremdes Element in dieselbe hineintrugen. Hier hin gehört das Kaninchen (Lepus cuniculus L.), ein heute an vielen Orten und in großer Zahl vorkommender und meist sehr unerwünschter Bewohner geeigneter Lagen. Es ist schon seit langer Zeit - wenigstens seit 200 Jahren - im Gebiet heimisch, ohne das sich mit Sicherheit sagen ließe, wann es eingebürgert wurde.//".((Le Roi, O.; Reichensperger, A. 1913. Die Tierwelt der Eifel in ihren Beziehungen zur Vergangenheit und Gegenwart. Eifel-Festschrift zur 25jährigen Jubelfeier des Eifelvereins : 1888 - 1913 / im Auftr. des Hauptvorstandes hrsg. von Alfred Herrmann. Bonn : Selbstverl. d. Eifelvereins [u.a.], 1913. S. 186-210.)) Darauf bezugnehmend, schrieb Zillig, 1934 über Schäden an Weinreben in diesem Gebiet: "//Das Wildkaninchen richtet in den Weinbergen der Untermosel erhebliche Schaden an und macht sich seit einigen Jahren auch an der Obermosel als Rebschädling bemerkbar.//".((Zillig, H. (1934): Das Wildkaninchen als Rebschädling an der Mosel und in den übrigen deutschen  Weinbaugebieten. Journal of Pest Science Vol. 10, 7. 80-83.))
  
-<imgcaption label6|Wildkaninchen frisst Spitzwegerichwurzel (Plantago lanceolata)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_root_01.jpg?250}}</imgcaption>Der Privatforstmeister Max Lincke((Lincke, M. (1943): Das Wildkaninchen. Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung, sowie die  als Jagdgehilfen verwendeten Tiere. Neudamm: Neumann)) stellte 1943 u. a. eine große Vorliebe wilder Kaninchen für reifes [[pflanzen:monographie:getreide|Getreide]] fest. Zur Erntezeit erkletterten sie die zusammengestellten Garben (Hocken) und fraßen die Körner aus den Ähren, wobei sie auch tagsüber unter den Hocken blieben, um auf diese bequeme Art abends weiter fressen zu können. Halme wurden in großen Mengen abgebissen, um an die Körner zu gelangen. Auch sonst wurden zum Teil beträchtliche Anstrengungen unternommen, um an die begehrte Nahrung zu gelangen. Lincke beschrieb sie dabei als "//flink und gewandt wie Eichhörnchen//".\\ +<imgcaption label6|Wildkaninchen frisst Spitzwegerichwurzel (Plantago lanceolata)>{{ wildkaninchen:nahrung:wild_rabbit_root_01.jpg?250}}</imgcaption>Der Privatforstmeister Max Lincke((Lincke, M. (1943): Das Wildkaninchen. Naturbeschreibung, Jagd, Fang, Abwehr und Verwertung, sowie die  als Jagdgehilfen verwendeten Tiere. Neudamm: Neumann.)) stellte 1943 u. a. eine große Vorliebe wilder Kaninchen für reifes [[pflanzen:monographie:getreide|Getreide]] fest. Zur Erntezeit erkletterten sie die zusammengestellten Garben (Hocken) und fraßen die Körner aus den Ähren, wobei sie auch tagsüber unter den Hocken blieben, um auf diese bequeme Art abends weiter fressen zu können. Halme wurden in großen Mengen abgebissen, um an die Körner zu gelangen. Auch sonst wurden zum Teil beträchtliche Anstrengungen unternommen, um an die begehrte Nahrung zu gelangen. Lincke beschrieb sie dabei als "//flink und gewandt wie Eichhörnchen//".\\ 
  
 Ebenso wurde der Verzehr von Grassamen beschrieben, die direkt von den Rispen gefressen oder durch das Abbeißen der Halme erreicht wurden. Auf diese Weise richteten sie auf relativ kleinen Kulturflächen zum Teil sehr große Schäden an, die durch die Anlage von Pässen, also Wechseln bzw. Wegen zu den Nahrungsplätzen, noch verstärkt wurden. Bereits im Frühjahr richteten sie Schäden unter den Saatgutpflanzen an, von denen sie bevorzugt die jungen und zarten Blätter fraßen. Vor allem [[pflanzen:monographie:klee|Klee]]-, [[pflanzen:monographie:esparsette|Esparsette]]-, Serradella- und [[pflanzen:monographie:lupine|Lupine]]pflanzungen wurden heimgesucht. Weiterhin wurde der verursachte Schaden an Kulturpflanzen wie [[pflanzen:monographie:Möhre|Möhren]] und Stoppelrüben (auch Weißrübe, Herbstrübe, Wasserrübe oder Steckrübe) erwähnt. Bei länger anhaltender Trockenheit wurden [[pflanzen:monographie:Kartoffel|Kartoffeln]] ausgegraben - sowohl junge als auch reife. Ebenso gern wurde junges Kartoffelkraut gefressen. Schließlich wurden die Vorlieben für verschiedene Gehölze beschrieben, die vor allem im Winter und Frühjahr durch „Schälen“ (Abnagen der Rinde) geschädigt wurden. Bis auf [[pflanzen:monographie:Holunder|Holunder]] wurde keine Baumart verschmäht, beliebt waren in abnehmender Folge vor allem bei Laubhölzern Akazie, [[pflanzen:monographie:Hainbuche|Weißbuche]] (Hainbuche), Esche, Espe, Roteiche, [[pflanzen:monographie:Buche|Rotbuche]], [[pflanzen:monographie:Birke|Birke]], [[pflanzen:monographie:Ahorn|Ahorn]], [[pflanzen:monographie:Ulme|Ulme]], [[pflanzen:monographie:Linde|Linde]], [[pflanzen:monographie:Weide|Weide]] und [[pflanzen:monographie:Eiche|Eiche]]. Unter den Obstbäumen wurden in abnehmender Folge Quitte, Mispel, [[pflanzen:monographie:Apfel|Apfel]], [[pflanzen:monographie:Birne|Birne]] und [[pflanzen:monographie:Kirsche|Kirsche]] benagt. Nadelgehölze wurden nur dort geschädigt, wo es wenige Laubhölzer gab. Dazu gehörten Fichte, Weymouth-Kiefer, Tanne und Kiefer.\\  Ebenso wurde der Verzehr von Grassamen beschrieben, die direkt von den Rispen gefressen oder durch das Abbeißen der Halme erreicht wurden. Auf diese Weise richteten sie auf relativ kleinen Kulturflächen zum Teil sehr große Schäden an, die durch die Anlage von Pässen, also Wechseln bzw. Wegen zu den Nahrungsplätzen, noch verstärkt wurden. Bereits im Frühjahr richteten sie Schäden unter den Saatgutpflanzen an, von denen sie bevorzugt die jungen und zarten Blätter fraßen. Vor allem [[pflanzen:monographie:klee|Klee]]-, [[pflanzen:monographie:esparsette|Esparsette]]-, Serradella- und [[pflanzen:monographie:lupine|Lupine]]pflanzungen wurden heimgesucht. Weiterhin wurde der verursachte Schaden an Kulturpflanzen wie [[pflanzen:monographie:Möhre|Möhren]] und Stoppelrüben (auch Weißrübe, Herbstrübe, Wasserrübe oder Steckrübe) erwähnt. Bei länger anhaltender Trockenheit wurden [[pflanzen:monographie:Kartoffel|Kartoffeln]] ausgegraben - sowohl junge als auch reife. Ebenso gern wurde junges Kartoffelkraut gefressen. Schließlich wurden die Vorlieben für verschiedene Gehölze beschrieben, die vor allem im Winter und Frühjahr durch „Schälen“ (Abnagen der Rinde) geschädigt wurden. Bis auf [[pflanzen:monographie:Holunder|Holunder]] wurde keine Baumart verschmäht, beliebt waren in abnehmender Folge vor allem bei Laubhölzern Akazie, [[pflanzen:monographie:Hainbuche|Weißbuche]] (Hainbuche), Esche, Espe, Roteiche, [[pflanzen:monographie:Buche|Rotbuche]], [[pflanzen:monographie:Birke|Birke]], [[pflanzen:monographie:Ahorn|Ahorn]], [[pflanzen:monographie:Ulme|Ulme]], [[pflanzen:monographie:Linde|Linde]], [[pflanzen:monographie:Weide|Weide]] und [[pflanzen:monographie:Eiche|Eiche]]. Unter den Obstbäumen wurden in abnehmender Folge Quitte, Mispel, [[pflanzen:monographie:Apfel|Apfel]], [[pflanzen:monographie:Birne|Birne]] und [[pflanzen:monographie:Kirsche|Kirsche]] benagt. Nadelgehölze wurden nur dort geschädigt, wo es wenige Laubhölzer gab. Dazu gehörten Fichte, Weymouth-Kiefer, Tanne und Kiefer.\\ 
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 Dass Kaninchen unabhängig davon, wo sie leben, weiche, ballaststoffarme, nährstoffreiche Gräser, Leguminosen und Kräuter bevorzugen, wurde von Myers & Bults, 1977((Myers, K.; Bults, H. G. 1977. Observations on changes in the quality of food eaten by the wild rabbit. Australian Journal of Ecology (1977), 2, 215-22.)) in einem Vergleich der Nahrung von Kaninchen in verschiedenen Lebensräumen Australiens mit der Nahrung von Kaninchen im Mittelmeerraum festgestellt. Die Beziehung, die die Nahrung zur Ökologie der Kaninchen hatte, war von Population zu Population unterschiedlich. In semi-ariden nordwestlichen und mediterranen Gebieten von New South Wales standen Veränderungen der Nahrungsqualität in engem Zusammenhang mit Veränderungen des Klimas und verschiedenen, wichtigen Aspekten der Kaninchenbiologie. Im Süden Queenslands und im subalpinen New South Wales hing dagegen die Qualität der Nahrung im Magen weniger stark mit Klimaänderungen und gemessenen, biologischen Parametern zusammen. Geringere Nährstoffgehalte in qualitativ schlechter Nahrung wurde durch eine Mehraufnahme kompensiert.  Dass Kaninchen unabhängig davon, wo sie leben, weiche, ballaststoffarme, nährstoffreiche Gräser, Leguminosen und Kräuter bevorzugen, wurde von Myers & Bults, 1977((Myers, K.; Bults, H. G. 1977. Observations on changes in the quality of food eaten by the wild rabbit. Australian Journal of Ecology (1977), 2, 215-22.)) in einem Vergleich der Nahrung von Kaninchen in verschiedenen Lebensräumen Australiens mit der Nahrung von Kaninchen im Mittelmeerraum festgestellt. Die Beziehung, die die Nahrung zur Ökologie der Kaninchen hatte, war von Population zu Population unterschiedlich. In semi-ariden nordwestlichen und mediterranen Gebieten von New South Wales standen Veränderungen der Nahrungsqualität in engem Zusammenhang mit Veränderungen des Klimas und verschiedenen, wichtigen Aspekten der Kaninchenbiologie. Im Süden Queenslands und im subalpinen New South Wales hing dagegen die Qualität der Nahrung im Magen weniger stark mit Klimaänderungen und gemessenen, biologischen Parametern zusammen. Geringere Nährstoffgehalte in qualitativ schlechter Nahrung wurde durch eine Mehraufnahme kompensiert. 
  
-----+===== Nahrungspyramide nach Homolka, 1985, 1988 =====
  
 Wie sich die Nahrung in zwei verschiedenen Lebensräumen von Wildkaninchen unterscheidet, die ca. 300 km auseinanderliegen, wurde von Homolka, 1985((Homolka, M. 1985. Die Nahrung einer Population des Wildkaninchens (Oryctolagus Cuniculus) auf dem Böhmisch-Mährischen Höhenzug. Folia Zoologica. 1985, 34/4, S. 303-314.)) und Homolka, 1988((Homolka, M. 1988. Diet of the wild rabbit (Oryctolagus cuniculus) in an agrocenosis. Folia Zoologica. 1988, 37(2), S. 121-128.)) in Tschechien untersucht. Dabei handelte es sich einmal um ein Gebiet auf dem Böhmisch-Mährischen Höhenzug in einer Höhe von ca. 430 m an einem Waldrand mit Wiesen. Das zweite Untersuchungsgebiet befand sich südlich von Brno im Flachland zwischen Feldern und einer alten Obstwiese. Diese Population war deutlich größer, die Vegetation nicht so abwechslungsreich und das Klima weniger hart als auf dem Böhmisch-Mährischen Höhenzug. In <imgref label7> ist die Zusammensetzung der Nahrung in den beiden Gebieten dargestellt, um die Unterschiede zu verdeutlichen. Englischsprachige Bezeichnungen wurden den deutschen angepasst und bedeuten folgendes:  Wie sich die Nahrung in zwei verschiedenen Lebensräumen von Wildkaninchen unterscheidet, die ca. 300 km auseinanderliegen, wurde von Homolka, 1985((Homolka, M. 1985. Die Nahrung einer Population des Wildkaninchens (Oryctolagus Cuniculus) auf dem Böhmisch-Mährischen Höhenzug. Folia Zoologica. 1985, 34/4, S. 303-314.)) und Homolka, 1988((Homolka, M. 1988. Diet of the wild rabbit (Oryctolagus cuniculus) in an agrocenosis. Folia Zoologica. 1988, 37(2), S. 121-128.)) in Tschechien untersucht. Dabei handelte es sich einmal um ein Gebiet auf dem Böhmisch-Mährischen Höhenzug in einer Höhe von ca. 430 m an einem Waldrand mit Wiesen. Das zweite Untersuchungsgebiet befand sich südlich von Brno im Flachland zwischen Feldern und einer alten Obstwiese. Diese Population war deutlich größer, die Vegetation nicht so abwechslungsreich und das Klima weniger hart als auf dem Böhmisch-Mährischen Höhenzug. In <imgref label7> ist die Zusammensetzung der Nahrung in den beiden Gebieten dargestellt, um die Unterschiede zu verdeutlichen. Englischsprachige Bezeichnungen wurden den deutschen angepasst und bedeuten folgendes: 
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 <imgcaption label8|Ungefähre, jährliche Zusammensetzung der Nahrung des Wildkaninchens in Mitteleuropa, nach Daten aus Homolka 1985, 1988>{{wildkaninchen:nahrung:Rabbit_nutrition.png?600}}</imgcaption>\\  <imgcaption label8|Ungefähre, jährliche Zusammensetzung der Nahrung des Wildkaninchens in Mitteleuropa, nach Daten aus Homolka 1985, 1988>{{wildkaninchen:nahrung:Rabbit_nutrition.png?600}}</imgcaption>\\ 
  
-----+===== Weitere Untersuchungen =====
  
 Kumerloeve, 1956((Kumerloeve, H. 1956. Kaninchen, Oryctolagus ccuniculus (Linne, 1758), und Hasen, Lepus europaeus (Pallas 1778), als Pilzfresser. Säugetierk. Mitt. 1956, 4, 3, S. 125-126.)) stellte auf der Insel Amrum eine Vorliebe der Kaninchen für Boviste fest, was auch auf die geringen Flächen mit Süßgräsern zurückführt wurde. Strandhafer und ein Großteil der Geest-Vegetation wurde weitgehend gemieden.\\ Kumerloeve, 1956((Kumerloeve, H. 1956. Kaninchen, Oryctolagus ccuniculus (Linne, 1758), und Hasen, Lepus europaeus (Pallas 1778), als Pilzfresser. Säugetierk. Mitt. 1956, 4, 3, S. 125-126.)) stellte auf der Insel Amrum eine Vorliebe der Kaninchen für Boviste fest, was auch auf die geringen Flächen mit Süßgräsern zurückführt wurde. Strandhafer und ein Großteil der Geest-Vegetation wurde weitgehend gemieden.\\
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 Krähenbeeren (Corema album) sind immergrüne Zwergsträucher aus der Familie der Heidekrautgewächse, die bereits in der Antike gegen Blasensteine eingesetzt wurden. Larrinaga, 2010((Larrinaga, A. R. 2010. Rabbits (Oryctolagus cuniculus) select small seeds when feeding on the fruits of Corema album. Ecol Res. 2010, 25, S. 245–249.))  konstatierte im Nordwesten Spaniens eine besondere Auswahl des Samens dieser Pflanzen durch Wildkaninchen nach deren Größe. Die Ergebnisse legten nahe, dass Kaninchen aktiv kleine Blüten auswählen bzw. aus den Blüten die kleinen Samen selektieren.\\  Krähenbeeren (Corema album) sind immergrüne Zwergsträucher aus der Familie der Heidekrautgewächse, die bereits in der Antike gegen Blasensteine eingesetzt wurden. Larrinaga, 2010((Larrinaga, A. R. 2010. Rabbits (Oryctolagus cuniculus) select small seeds when feeding on the fruits of Corema album. Ecol Res. 2010, 25, S. 245–249.))  konstatierte im Nordwesten Spaniens eine besondere Auswahl des Samens dieser Pflanzen durch Wildkaninchen nach deren Größe. Die Ergebnisse legten nahe, dass Kaninchen aktiv kleine Blüten auswählen bzw. aus den Blüten die kleinen Samen selektieren.\\ 
  
-Hernández-Teixidor //et al//., 2026((Hernández-Teixidor, D., Rodríguez-Arvelo, F., & Alfayate, C. (2026). The endemic shrubland community of Teide National park under threat from the invasive European rabbit: a microhistological approach using faecal samples. European Journal of Wildlife Research, 72(2), 25.))+Bei einer mikrohistologischen Untersuchung von Kaninchenkot, der über einen Zeitraum von einem Jahr (2017) im Teide-Nationalpark, Teneriffa, gesammelt wurde, wurden insgesamt 12 Pflanzenarten identifiziert. Die Nahrung der Kaninchen bestand hauptsächlich aus den drei Arten //Spartocytisus supranubius// (Teideginster), //Pterocephalus lasiospermus// (Rosenstrauch) und //Descurainia bourgeauana// (Teide-Rauke). Obwohl diese die am häufigsten in den beprobten Futtergebieten vorkommenden Pflanzenarten darstellten, deutete die Untersuchung auf eine selektive Nahrungssuche hin. Die Zusammensetzung des Kots variierte je nach Standort der Probenahme und Jahreszeit.\\ 
 +Eine Kontrolle der wildlebenden Kaninchenpopulation auf Teneriffa oder in anderen Schutzgebieten sei notwendig, um die bestehende Pflanzenvielfalt zu fördern und zu erhalten. (Hernández-Teixidor //et al//., 2026((Hernández-Teixidor, D., Rodríguez-Arvelo, F., & Alfayate, C. (2026). The endemic shrubland community of Teide National park under threat from the invasive European rabbit: a microhistological approach using faecal samples. European Journal of Wildlife Research, 72(2), 25.)))
  
 <note important>Im Jahresdurchschnitt besteht die Nahrung des Wildkaninchens zu ca. 90% aus frischen, grünen, blättrigen Pflanzenteilen, zu 5% aus Pflanzensamen und zu weiteren 5% aus verschiedenen, pflanzlichen Bestandteilen wie Pilzen, Moosen, Rinden, Wurzeln und Baumnadeln.</note> <note important>Im Jahresdurchschnitt besteht die Nahrung des Wildkaninchens zu ca. 90% aus frischen, grünen, blättrigen Pflanzenteilen, zu 5% aus Pflanzensamen und zu weiteren 5% aus verschiedenen, pflanzlichen Bestandteilen wie Pilzen, Moosen, Rinden, Wurzeln und Baumnadeln.</note>
wildkaninchen/nahrung.1771753418.txt.gz · Zuletzt geändert: von kathrin

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