====== Haarfarbe - Gelbverstärker ====== Assoziierte Gene: Vererbung: polygen ---- **Symbol:** Yn H. Nachtsheim verwendete in seinem Buch „Vom Wildtier zum Haustier“ Kleinbuchstaben "//y1, y2 usw.//" zur Darstellung von Gelbverstärker-Faktoren.((Nachtsheim, H., & Stengel, H. 1977. Vom Wildtier zum Haustier. 3. Auflage. Berlin, Hamburg: Paul Parey. ISBN 3-489- 60636-1.))(S. 113) Bieber, 1972((Bieber, H. 1972. Über Wirkung und Erbgang gelbverstärkender Faktoren (y-Faktoren) bei wild- und lohfarbigen Hauskaninchen. Aus dem Zoologischen Institut der Universität Bonn. Heft 4, 23/1972. 317-324.)) untersuchte den Erbgang, bzw. die Zahl und Wirkung gelbverstärkender Faktoren an insgesamt 50 Hauskaninchen. Dazu griff sie Nachtsheims Symbolik[((Nachtsheim, H. (1949). Vom Wildtier zum Haustier. 2. Auflage. P. Parey, Berlin und Leipzig.))] auf und führte verschiedene Kreuzungen zwischen 3 Schwarzloh-Tieren (aty, stark rötliche Lohe) und einem Schwarzwild-Tier (AY, Binden und Bauch hellgelb, cremefarbig) sowie mit deren Nachwuchs durch (Generationen P, F1 und F2).\\ Photometrische Messungen der Bauchfelle ergaben drei klar abgrenzbare Gruppen mit signifikanten Unterschieden in Sättigung und Helligkeit, die offenbar den Genotypen y/y, y/Y bzw. Y/Y entsprachen. Die Ergebnisse deuteten, für die gewählten Versuchstiere, auf das Vorliegen nur eines einzigen Gelbverstärkerfaktors hin, welcher bei Heterozygotie (y/Y) die Gelb-Pigmentierung unabhängig von den Allelen der [[haarfarbe_asip|A-Serie]] stets gleich stark verstärkte. **Mögliche Kandidatengene:** ===== Geschichte ===== Gelbverstärker spielen eine wichtige Rolle bei Farbschlägen wie hasenfarbig, rotbraun, deilenaarfarbig, rot oder lohfarbig. Von Hasenfarbigen berichteten schon Aldrovandi ("//rabbits of various colours, some "like a hare"//; 1637((Darwin, C. 1868. The Variation of Animals and Plants under Domestication. Vol.1. London: John Murray, Albemarle Street.))), Boitard (//"Le Clapier roux"//; 1845((Möbes, W. K. G. 1946. Bibliographie des Kaninchens nebst Anhang. I. Das Frettchen. II. Das Meerschweinchen. Bd. 1. Akademischer Verlag Halle.))) oder Darwin (//"The hare-coloured, or, as it is sometimes called, the Belgian rabbit"//; 1868((Darwin, C. 1868. The Variation of Animals and Plants under Domestication. Vol.1. London: John Murray, Albemarle Street.))).\\ Bei Lohkaninchen begann eine positive Selektion um 1900 unter Zuhilfenahme von Hasenkaninchen, deren //"Bauch rötlich angehaucht"//((Mahlich, P. 1919. Unsere Kaninchen - Ein ausführliches Handbuch für alle Züchter und Liebhaber von Kaninchen. Dritte, vermehrte und verbesserte Auflage. Berlin: Fritz Pfenningstorff.))(S. 130) war, und seit den 1970er-Jahren ist die gewünschte brandrote Lohe gut gefestigt. Nach Robinson, 1958((Robinson, R. 1958. Genetic studies of the rabbit. Bibl. Genet. 1958, 17, 229–558.)) war C. C. Hurst (1905) unter den Ersten, die sich mit der Vererbung von Gelbverstärker-Faktoren beschäftigten. (S. 273) ===== Phänotypen (Beispiele) ===== |**Rotbraun/ kastanienbraun** | {{ :genetik:kh_2025_kastanienbraune_lothringer.jpg?nolink&150|}}| |**Lohfarbig** | {{ :genetik:kh_2025_farbenzwerge_lohfarbig_schwarz.jpg?nolink&150|}}| ---- {{counter|today}} {{counter|yesterday}} {{counter|total}}