(Kaninchenseuche, Kaninchenpest)
Das Myxoma-Virus (MYXV) ist ein Pockenvirus (Familie Poxviridae, Gattung Leporipoxvirus), welches bei Europäischen Kaninchen „Myxomatose“ verursacht. Die Krankheit wurde erstmals 1896 nach einem Ausbruch bei Laborkaninchen in Uruguay beschrieben.1)
AGES2)
Alves et al., 20193) verglichen Sequenzierungsdaten von modernen wildlebenden Kaninchen (Proben gesammelt 2002–2013) aus Australien, Frankreich und Großbritannien, wo unabhängig voneinander eine genetische Resistenz gegenüber dem Myxoma-Virus entstanden ist, und historischen Exemplaren aus Naturkunde-Museen, die vor oder kurz nach dem jeweiligen Freisetzen des Virus in den 1950er-Jahren gesammelt worden waren (1865–1956).
Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die genetische Resistenz gegenüber MYXV ein polygenes Merkmal ist, das sich aus der aufsummierende Wirkung mehrerer Allele mit jeweils geringem Effekt ergibt. Viele der beobachteten Veränderungen traten in Genen auf, die mit dem Immunsystem in Zusammenhang stehen.
Zu beachten sei, dass den genetischen Anpassungen des Wirts die virale Evolution (Veränderungen der Virulenz) gegenübersteht.
Zusammenfassend zeigten ihre Ergebnisse, dass genetische Vielfalt eine entscheidende Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit von Populationen an neuartige Krankheitserreger darstellt, da sie eine rasche Entwicklung von Resistenzen ermöglicht.
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