Assoziiertes Gen: MC1R (Melanocortin 1 Receptor)
Chromosom: (Scaffold)
Vererbung: monogen; BEE > BE > B > bJ > b
Tabelle 1: Bekannte Varianten des MC1R
| Symbol | Variante/ Mutation(en) | Funktion/ Mechanismus | Phänotyp | Rassen | |
|---|---|---|---|---|---|
| deutsch (englisch) | DNA (/RNA) | Protein | |||
| BEE (ED) | c.280_285del6 (Allel „ED-S“)1); bzw. c.281_286del62) | Verlust von zwei Aminosäuren in der Nähe des extrazellulären Endes der zweiten Transmembrandomäne des MC1R-Rezeptors3)4) | MC1R-Rezeptor möglicherweise permanent aktiviert | Dominant „Schwarz“ | Kalifornier, Schecken, Riesen (Albino), Weiße Neuseeländer; teils Holländer (schwarz) (Italien)5); Riesenschecke (ANCI, Italien)6); möglicherweise Kalifornier (INRA, Frankreich)7); Weiße Neuseeländer, Riesenschecken (China)8) |
| BE (ES)* | c.280_285del6 (Allel „ED-S“)9) | Eisen(grau) | |||
| B (E) | Wildtyp | G-Protein-gekoppelter Rezeptor bestehend aus 317 Aminosäuren10)11) | Normale „Schwarz“-Ausbreitung | ||
| bJ (eJ) | c.[124G>A;125_130del6] (MC1R-mRNA nur in Hautregionen mit schwarzem Haar nachweisbar, nicht in Hautregionen mit gelbem oder weißem Haar; MC1R-Expression möglicherweise epigenetisch reguliert)12) | Verlust zweier Aminosäuren in der ersten Transmembrandomäne und zusätzlich Austausch einer Aminosäure (p.L44T)13) | Mosaik (Japaner- oder Rhönfarbig) | bJ/bJ: Japaner, Rheinische Schecken, Holländer (japanerfarbig), Angora (Albino)(Deutschland/ ANCI, Italien)14) | |
| b (e) | c.304_333del3015) | Verlust von 10 Aminosäuren in der ersten extrazellulären Schleife des MC1R-Rezeptors16) | Funktionsverlust des MC1R-Rezeptor, Bildung von Eumelanin wird weitgehend unterdrückt | Verminderte Schwarzausbreitung/ gelb | b/b: Burgunder, Englische Schecken (thüringerfarbig), Siamesen, Englische Widder (thüringerfarbig), Sachsengold, Rote Neuseeländer, Thüringer und andere rezessiv-gelb-farbige (Italien)17); Burgunder, Thüringer (ANCI, Italien)18) |
*: Abgeschwächte Form von BEE; auf molekularer Ebene (noch) keine abweichende Variante identifiziert
Nach Fontanesi, 202119) (Review) weist die Allelreihe des MC1R-Lokus beim Kaninchen im Vergleich zu anderen Haustieren eine Besonderheit auf: Beim Kaninchen werden alle mutierten Allele (dominant oder rezessiv in Relation zum Wildtyp, siehe Tabelle 1) durch In-Frame-Deletionen verursacht, die im translatierten Protein Aminosäuren eliminieren (siehe „Figure 1.“ in Fontanesi, 2021; Ausschnitt aus der 2D-Struktur des MC1R-Proteins). Bei mehreren anderen Arten sind dagegen Missense-, Frameshift-, Nonsense- oder strukturelle Mutationen bekannt. Nur bei Katzen wurden bislang In-Frame-Deletionen beschrieben, allerdings nur für rezessive Allele.
Siehe auch: Kaninchenrassen.
Castle et al., 190939) (Normale Schwarzausbreitung, gelb, thüringerfarbig)
„The author has noted segregation of a “darkening modifier” in race X, a synthesized subline of Castle’s small race. It is manifest in aaeeBB [thüringerfarbig] combinations by more intense black pigmentation in those areas which in this genotype usually show non-agouti black. It is similarly manifest in aaeebb and aaeebbcch2cch2 combinations, and when combined with AE or AEdE or AEde produces comparable intensification of black. The darkening modifier appears to be incompletely dominant over its absence, indicated by intermediate shades in heterozygotes.“40)(S. 186)
„Und was bei dem Japanerfaktor ganz besonders merkwürdig ist, das ist die Tatsache, daß das von ihm hervorgerufene Gelb ganz dem Gelb entspricht, welches durch das rezessivste Glied der B-Serie, b, entsteht, während das von ihm hervorgerufene Schwarz augenscheinlich dem Schwarz des dominantesten Faktors der Serie, Be, und nicht B gleichzusetzen ist. Die Japaner der Züchter haben nämlich den Genotypen AbjCDG, sind also, nach der Erbformel ausgedrückt, wildfarbige Japaner. Soweit die Tiere dunkel gefärbt sind, fehlt aber die zonenweise Anordnung der Pigmente völlig, die dunklen Bezirke sind rein schwarz, und zwar auch auf der Bauchseite; das Schwarz des Japaners ist also epistatisch über wildfarbig. Wo die Tiere jedoch hell gefärbt sind, ist die Färbung ganz typisch gelb-wildfarbig, und auf der Bauchseite sind die nicht-schwarzen Bezirke weiß; das Gelb des Japaners ist also hypostatisch gegenüber wildfarbig.“41)(S. 88-89)
Tabelle 2: Dominanzverhalten und Interaktionen der Allele des B-Lokus unter dem Einfluss des ASIP (Wildtyp, „G“) – nach Robinson, 195842)(S. 251; ausgehend von Punnett, 193043))
| Genotyp | Phänotyp/ Fellhaarfarbe | Dunkle Farbfelder bei Japanerfarbigen | Helle Farbfelder bei Japanerfarbigen |
|---|---|---|---|
| BEE/BEE, BEE/BE, BEE/bJ, BEE/b | Einheitlich schwarz | - | - |
| BEE/B, BE/BE, BE/bJ, BE/b | Wild-schwarz | - | - |
| BE/B | Eisengrau | - | - |
| B/B, B/b | Wildgrau | - | - |
| B/bJ | Wild-eisengrau Mosaik | Eisengrau | Wildgrau |
| bJ/bJ | Japanerfarbig | Schwarz | Gelb |
| bJ/b | Japanerfarbig (teils schwarz reduziert) | Schwarz | Gelb |
| b/b | Gelb | - | - |
Dominant schwarz und Cc (engl. Bb; TYRP1)
„According to Punnett (1912) the usual complete dominance of B over b is upset when the heterozygous condition Bb is combined with EDE. Normally the genotype A_BBEDE is an agouti-black but when a brown gene is present (A_BbEDE) the animal is distinctly lighter. The agouti flecking is enbanced and spread more evenly throughout the coat. This statement is repeated by Punnett (1930); adding that he has no information whether a similar situation exists for the kindred allele ES.“44)(S. 238)
3 5 2045