krankheiten:ohrerkrankungen
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| krankheiten:ohrerkrankungen [2026/01/16 20:55] – [Reuschel, 2018] andreas | krankheiten:ohrerkrankungen [2026/02/20 06:55] (aktuell) – [Jackson et al., 2025] kathrin | ||
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| Trockene Luft, insbesondere in Kombination mit Heizungen/ | Trockene Luft, insbesondere in Kombination mit Heizungen/ | ||
| - | Weitere Ursachen für Ohrerkrankungen können Ansammlungen von Staub, Schmutz sowie Ohrenschmalz im Gehörgang darstellen wie auch Verletzungen der Ohrmuscheln. | + | Weitere Ursachen für Ohrerkrankungen können Ansammlungen von Staub, Schmutz sowie Ohrenschmalz im Gehörgang darstellen wie auch Verletzungen der Ohrmuscheln. Kleine Verletzungen können auch durch das Kratzen an Ohren entstehen, in die wiederum Keime aus der Umgebung (Urin, Kot, durch Nager oder infizierte Begleittiere verunreinigte Plätze) etc. eindringen und eine Infektion auslösen können.\\ |
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| + | Ebenso können beim Putzen mit den Pfoten Bakterien übertragen werden, wenn z. B. Erkrankungen wie [[: | ||
| ===== Historie ===== | ===== Historie ===== | ||
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| Einundzwanzig (24%) Kaninchen wurden aufgrund von Ohrerkrankungen oder Anzeichen einer Ohrerkrankung untersucht (Gruppe 1). Zu den klinischen Anzeichen in Gruppe 1 zählten eine Otitis externa (n = 6), eine Fazialisparese (3) und Anzeichen einer vestibulären Erkrankung (20). Die Gruppe umfasste 9 (43%) Männchen und 12 (57%) Weibchen. Das mittlere Alter dieser Kaninchen betrug 4,4 ± 2,6 Jahre (Spanne: 0,1 bis 8 Jahre), das mittlere Gewicht 1,9 ± 0,92 kg. Siebenundsechzig (76%) der in die Studie eingeschlossenen Kaninchen wurden aufgrund anderer Erkrankungen untersucht, die nicht mit Ohrerkrankungen in Zusammenhang standen oder darauf hindeuteten (Gruppe 2). Zu den klinischen Problemen in Gruppe 2 zählten Zahnerkrankungen (n = 33), Erkrankungen der oberen Atemwege (18) und andere Erkrankungen des Schädels oder Kopfes (16). 47 (70%) der Kaninchen waren männlich und 20 (30%) weiblich. Das Durchschnittsalter der Kaninchen in Gruppe 2 betrug 4,9 ± 2,5, das Durchschnittsgewicht 2,26 ± 0,9 kg. | Einundzwanzig (24%) Kaninchen wurden aufgrund von Ohrerkrankungen oder Anzeichen einer Ohrerkrankung untersucht (Gruppe 1). Zu den klinischen Anzeichen in Gruppe 1 zählten eine Otitis externa (n = 6), eine Fazialisparese (3) und Anzeichen einer vestibulären Erkrankung (20). Die Gruppe umfasste 9 (43%) Männchen und 12 (57%) Weibchen. Das mittlere Alter dieser Kaninchen betrug 4,4 ± 2,6 Jahre (Spanne: 0,1 bis 8 Jahre), das mittlere Gewicht 1,9 ± 0,92 kg. Siebenundsechzig (76%) der in die Studie eingeschlossenen Kaninchen wurden aufgrund anderer Erkrankungen untersucht, die nicht mit Ohrerkrankungen in Zusammenhang standen oder darauf hindeuteten (Gruppe 2). Zu den klinischen Problemen in Gruppe 2 zählten Zahnerkrankungen (n = 33), Erkrankungen der oberen Atemwege (18) und andere Erkrankungen des Schädels oder Kopfes (16). 47 (70%) der Kaninchen waren männlich und 20 (30%) weiblich. Das Durchschnittsalter der Kaninchen in Gruppe 2 betrug 4,9 ± 2,5, das Durchschnittsgewicht 2,26 ± 0,9 kg. | ||
| - | 12 von 21 (57%) Kaninchen mit klinischen Symptomen einer Ohrerkrankung und 18 von 67 (27%) Kaninchen ohne klinische Anzeichen einer Ohrerkrankung wurden im CT **Auffälligkeiten** im Mittelohr festgestellt. In den CT-Bildern aller betroffenen Ohren zeigte sich weichteildichtes Material in der Paukenblase. **Eine** (1) Paukenblasenlyse war mit einer klinischen Mittelohrerkrankung assoziiert. Die meisten (12/18) Kaninchen mit subklinischer Mittelohrerkrankung blieben nach der CT-Untersuchung subklinisch. Die im CT festgestellten **Veränderungen** des Mittelohrs korrelierten stark mit der Hängeohrenform bzw. einer Otitis externa; eine Korrelation bestand hingegen nicht zwischen einer Mittelohrerkrankung und Erkrankungen der oberen Atemwege.\\ | + | Bei 12 von 21 (57%) Kaninchen mit klinischen Symptomen einer Ohrerkrankung und 18 von 67 (27%) Kaninchen ohne klinische Anzeichen einer Ohrerkrankung wurden im CT **Auffälligkeiten** im Mittelohr festgestellt. In den CT-Bildern aller betroffenen Ohren zeigte sich weichteildichtes Material in der Paukenblase. **Eine** (1) Paukenblasenlyse war mit einer klinischen Mittelohrerkrankung assoziiert. Die meisten (12/18) Kaninchen mit subklinischer Mittelohrerkrankung blieben nach der CT-Untersuchung subklinisch. Die im CT festgestellten **Veränderungen** des Mittelohrs korrelierten stark mit der Hängeohrenform bzw. einer Otitis externa; eine Korrelation bestand hingegen nicht zwischen einer Mittelohrerkrankung und Erkrankungen der oberen Atemwege.\\ |
| Es zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Ohrstellung und dem Auftreten klinischer oder subklinischer Mittelohrerkrankungen (orig.: "//No significant association was found between ear position and the clevelopment of clinical or subclinical middle ear disease."// | Es zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen der Ohrstellung und dem Auftreten klinischer oder subklinischer Mittelohrerkrankungen (orig.: "//No significant association was found between ear position and the clevelopment of clinical or subclinical middle ear disease."// | ||
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| - | Der, um etwa 18% geringere, Gehörgangsindex bei Widderkaninchen ergab sich in dieser Untersuchung demnach allein aus der Tatsache, dass der Durchmesser an der Stelle des Trommelfelles im Innenohr bei Widderkaninchen deutlich größer war als bei Stehohrkaninchen. Der Durchmesser im Außenohr war vergleichbar. Bei einem **vollständig verschlossenem Gehörgang**, | + | Der, um etwa 18% geringere, Gehörgangsindex bei Widderkaninchen ergab sich in dieser Untersuchung demnach allein aus der Tatsache, dass der Durchmesser an der Stelle des Trommelfelles im Innenohr bei Widderkaninchen deutlich größer war als bei Stehohrkaninchen. Der Durchmesser im Außenohr war vergleichbar. |
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| + | Bei einem **vollständig verschlossenem Gehörgang**, | ||
| Tabelle: Mittlere Gehörgangsdurchmesser und Gehörgangsindizes im Vergleich von Stehohr- und Widderkaninchen (Heimkaninchen) sowie Versuchskaninchen mit Stehohren, nach Daten aus Reuschel, 2018 | Tabelle: Mittlere Gehörgangsdurchmesser und Gehörgangsindizes im Vergleich von Stehohr- und Widderkaninchen (Heimkaninchen) sowie Versuchskaninchen mit Stehohren, nach Daten aus Reuschel, 2018 | ||
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| Warum der ursprünglichen und mit Stehohrkaninchen vergleichbaren Stichprobe zusätzlich 24 Widderkaninchen mit einer bekannten Otitisproblematik hinzugefügt wurden, blieb ohne Erklärung.\\ | Warum der ursprünglichen und mit Stehohrkaninchen vergleichbaren Stichprobe zusätzlich 24 Widderkaninchen mit einer bekannten Otitisproblematik hinzugefügt wurden, blieb ohne Erklärung.\\ | ||
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| ==== Johnson & Burn, 2019 ==== | ==== Johnson & Burn, 2019 ==== | ||
| Ziel der Studie von Johnson & Burn, 2019((Johnson, | Ziel der Studie von Johnson & Burn, 2019((Johnson, | ||
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| //Es hat sich gezeigt, dass die Ohren aller Kaninchen in der Stichprobe frei von Ohrmilben waren. Insgesamt wurden bei 1,41% (4 Kaninchen) der Kaninchen anatomische Abweichungen des Schädels festgestellt (drei der vier beanstandeten Kaninchen wurden im Rahmen der Bewertung von den Preisrichtern ausfindig gemacht und die Stichprobe wurde um diese Kaninchen erweitert). In der Stichprobe wurden 566 Ohren untersucht. Bei 1,23% (7 Ohren// [2 Stehohren, 5 Widder]//) lag eine geringfügige Anomalie des Gehörgangs vor. Bei 0,18% (1 Ohr // | //Es hat sich gezeigt, dass die Ohren aller Kaninchen in der Stichprobe frei von Ohrmilben waren. Insgesamt wurden bei 1,41% (4 Kaninchen) der Kaninchen anatomische Abweichungen des Schädels festgestellt (drei der vier beanstandeten Kaninchen wurden im Rahmen der Bewertung von den Preisrichtern ausfindig gemacht und die Stichprobe wurde um diese Kaninchen erweitert). In der Stichprobe wurden 566 Ohren untersucht. Bei 1,23% (7 Ohren// [2 Stehohren, 5 Widder]//) lag eine geringfügige Anomalie des Gehörgangs vor. Bei 0,18% (1 Ohr // | ||
| ==== Chivers et al., 2023 ==== | ==== Chivers et al., 2023 ==== | ||
| - | Chivers et al., 2023((Chivers, | + | Chivers et al., 2023((Chivers, |
| Nach Aussage der Autorinnen repräsentierten die ermittelten [[: | Nach Aussage der Autorinnen repräsentierten die ermittelten [[: | ||
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| Als ein Beurteilungsmerkmal für das Wohlbefinden von Heimkaninchen (//" | Als ein Beurteilungsmerkmal für das Wohlbefinden von Heimkaninchen (//" | ||
| - | Der Median des Alters der Tiere in der Umfrage betrug 4 Jahre. In zwei großen Querschnittsstudien wurde von O' | + | Der Median des Alters der Tiere in der Umfrage betrug 4 Jahre. In zwei großen Querschnittsstudien wurde von O' |
| ==== Monge et al., 2023 ==== | ==== Monge et al., 2023 ==== | ||
| **Ziel** der Studie von Monge et al., 2023((Monge, | **Ziel** der Studie von Monge et al., 2023((Monge, | ||
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| Da einige Tiere in beiden Ohren eine Stenosis aufwiesen, ergab sich eine Gesamtzahl von 33 Widderkaninchen (19,5%) und 1 Stehohr mit so verdickten Ohrwänden, dass ein **vollständiger** Verschluss vorlag. | Da einige Tiere in beiden Ohren eine Stenosis aufwiesen, ergab sich eine Gesamtzahl von 33 Widderkaninchen (19,5%) und 1 Stehohr mit so verdickten Ohrwänden, dass ein **vollständiger** Verschluss vorlag. | ||
| - | Zum Vergleich: [[Krankheiten: | + | Zum Vergleich: [[Krankheiten: |
| Die „Stenosen“ wurden auch von [[Krankheiten: | Die „Stenosen“ wurden auch von [[Krankheiten: | ||
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