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Haarfarbe - Gelbverstärker
Assoziierte Gene:
Vererbung: polygen
Symbol: Yn
H. Nachtsheim verwendete in seinem Buch „Vom Wildtier zum Haustier“ Kleinbuchstaben „y1, y2 usw.“ zur Darstellung von Gelbverstärker-Faktoren.1)(S. 113)
Bieber, 19722) untersuchte den Erbgang, bzw. die Zahl und Wirkung gelbverstärkender Faktoren an insgesamt 50 Hauskaninchen. Dazu griff sie Nachtsheims Symbolik[3)] auf und führte verschiedene Kreuzungen zwischen 3 Schwarzloh-Tieren (aty, stark rötliche Lohe) und einem Schwarzwild-Tier (AY, Binden und Bauch hellgelb, cremefarbig) sowie mit deren Nachwuchs durch (Generationen P, F1 und F2).
Photometrische Messungen der Bauchfelle ergaben drei klar abgrenzbare Gruppen mit signifikanten Unterschieden in Sättigung und Helligkeit, die offenbar den Genotypen y/y, y/Y bzw. Y/Y entsprachen. Die Ergebnisse deuteten, für die gewählten Versuchstiere, auf das Vorliegen nur eines einzigen Gelbverstärkerfaktors hin, welcher bei Heterozygotie (y/Y) die Gelb-Pigmentierung unabhängig von den Allelen der A-Serie stets gleich stark verstärkte.
Mögliche Kandidatengene:
Geschichte
Gelbverstärker spielen eine wichtige Rolle bei Farbschlägen wie hasenfarbig, rotbraun, deilenaarfarbig, rot oder lohfarbig.
Von Hasenfarbigen berichteten schon Aldrovandi („rabbits of various colours, some „like a hare“; 16374)), Boitard („Le Clapier roux“; 18455)) oder Darwin („The hare-coloured, or, as it is sometimes called, the Belgian rabbit“; 18686)).
Bei Lohkaninchen begann eine positive Selektion um 1900 unter Zuhilfenahme von Hasenkaninchen, deren „Bauch rötlich angehaucht“7)(S. 130) war, und seit den 1970er-Jahren ist die gewünschte brandrote Lohe gut gefestigt.
Nach Robinson, 19588) war C. C. Hurst (1905) unter den Ersten, die sich mit der Vererbung von Gelbverstärker-Faktoren beschäftigten. (S. 273)
Phänotypen (Beispiele)
| Rotbraun/ kastanienbraun | Abb. 1: Kastanienbraune Lothringer ©KH |
| Lohfarbig | Abb. 2: Farbenzwerge lohfarbig schwarz ©KH |
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